Ratsmitglieder stimmen trotz ausgebliebener Absprachen für Zuschuss

TUS Wagenfeld erhält zusätzlich 56 000 Euro

Der TUS Wagenfeld kann seine Gäste inzwischen auf seiner sanierten Anlage begrüßen. Foto: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Den beantragten Zuschuss in Höhe von 56 000 Euro zur Sanierung und Erweiterung seiner Anlage an der Schulstraße wird der TUS Wagenfeld bekommen. Das segneten die Ratsmitglieder in ihrer Sitzung am Dienstagabend bei drei Enthaltungen ab. Die Beratung darüber wurde allerdings von ein paar Misstönen begleitet.

Grund dafür war nicht, dass die Ratsmitglieder den TUS finanziell nicht unterstützen wollten, sondern der Umstand, der zu den unerwarteten Mehrkosten geführt hatte. Wie berichtet, hatte der Baubetreuende des TUS Anfang des Jahres gemeinsam mit dem Heizungsbauer entschieden, eine neue Anlage einzubauen, ohne dies mit dem Vorstand oder der Vewaltung abzusprechen. Er hatte gehofft, dass die Mehrkosten durch Einsparungen an anderer Stelle gedeckt werden. Eine Fehleinschätzung, wie sich im Nachhinein herausstellte.

So wuchs der Zuschussbedarf von angenommenen 30 000 auf 56 000 Euro. Der Vereinsvorsitzende Andreas Siebrecht hatte dafür in seinem Antrag um Entschuldigung gebeten, zugleich aber die Notwendigkeit der Maßnahme betont. Seinen Ratsvorsitz hatte er am Dienstagabend, da befangen, an Wilko Russ abgetreten.

Margarete Summann (UWG) verwies auf einen Beschluss von 2018, wonach alle weiteren Baumaßnahmen mit der Verwaltung hätten abgesprochen werden müssen. „Das ist nicht erfolgt“, beklagte sie, signalisierte aber auch angesichts der hohen Eigenleistung des Vereins ihre Zustimmung. „Der Verein sollte sich bewusst sein, dass das nicht gut gelaufen ist“, übte auch Thorsten Weghorst (CDU) leichte Kritik, lobte aber das Engagement und den Zusammenhalt im TUS. Stephan Dubenhorst (UWG) betonte, dass während der langen Bauphase auch vieles gut gelaufen und die geplanten Maßnahmen im Kostenrahmen geblieben seien. Lediglich der prognostizierte baldige Ausfall der alten Heizung habe den Rahmen gesprengt, was aus seiner Sicht nicht dem Verein anzulasten ist.

Weniger wohlwollend reagierte die FDP. 2018 habe man schweren Herzens einem weiteren Zuschuss von maximal 30 000 Euro zugestimmt, erinnerte Hans-Walter Scheland. Das aber nur unter der Voraussetzung, dass es regelmäßige Abstimmungen zwischen Verein und Verwaltung gebe. „Ohne jemandem etwas Böses zu unterstellen, muss man sich doch fragen, ob diese Treffen tatsächlich stattgefunden haben“, so Scheland. Laut Bürgermeister Matthias Kreye haben sich beide Seiten regelmäßig darüber ausgetauscht, ob die Finanzen passen. „Und es war so“, so Kreye. Erst Anfang April habe es vom Verein die Aussage gegeben, dass es Probleme mit der Heizung gebe.

Vor diesem Hintergrund beantragte die FDP, es bei dem ursprünglich geplanten Zuschuss von 30 000 Euro zu belassen. Die weiteren 26 000 Euro solle die Gemeinde zunächst übernehmen, der TUS aber langfristig zurückzahlen. Eine Mehrheit fand der Antrag aber nicht – im Gegensatz zum Antrag von Heino Spreen (SPD), im Beschluss deutlich zu machen, dass die Zahlung derartiger Zuschüsse künftig von der Haushaltssituation abhängig gemacht werden solle. Spreen wollte damit sicherstellen, dass kein Präzedenzfall für künftige Anträge geschaffen wird.

Bürgermeister Matthias Kreye hatte vor der Abstimmung ausführlich dargelegt, warum die Verwaltung trotz der nicht ganz glücklichen Umstände einen Zuschuss in beantragter Höhe befürwortet. Er hob zunächst die zentrale Bedeutung des TUS Wagenfeld mit seinen mehr als 1 400 Mitgliedern hervor – nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch als Ort, an dem junge Menschen Fairplay lernen und Gemeinschaft gepflegt wird. Die Sportanlage stehe allen Wagenfeldern zur Verfügung, zudem solle das Vereinsheim als Mehrzweckraum dienen.

Kreye erinnerte daran, dass die Umkleidekabinen und das Vereinsheim seit Jahren baufällig waren und der Verwaltungsausschuss 2015 die Notwendigkeit einer Sanierung grundsätzlich anerkannt habe. „Es hatte jedoch keiner den Mut, dieses große Projekt anzufassen.“. Als es 2016 möglich wurde, Fördermittel vom Landessportbund zu generieren, habe der TUS den Mut gefasst, das Bauprojekt mit einem Volumen von damals veranschlagten 300 000 Euro anzugehen, der Finanzausschuss habe einen Zuschuss in Höhe von 40 000 Euro bereitgestellt.

Nach der Endabrechnung belaufen sich die Gesamtkosten nun auf rund 341 000 Euro. Davon trägt der Landessportbund 90 000 Euro und die Gemeinde nach dem Beschluss am Dienstag 96 000 Euro. Der TUS hat zur Finanzierung einen Kredit in Höhe von 100000 Euro aufgenommen und steuert 30000 Euro Barmittel bei. Die verbleibende Summe wird durch Spenden, Eigenleistung und Umsatzsteuererstattung gedeckt. Diese Kraftanstrengung des TUS Wagenfeld könne man nicht stark genug hervorheben, betonte Kreye.

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