Interview mit Bürgermeister Matthias Kreye

Positive Bilanz: Trotz Pandemie viel umgesetzt

Bürgermeister Matthias Kreye erwartet für 2022 eine weiterhin positive Entwicklung der Gemeinde Wagenfeld, sofern es im Frühjahr weniger Einschränkungen als im vergangenen Jahr gibt.
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Bürgermeister Matthias Kreye erwartet für 2022 eine weiterhin positive Entwicklung der Gemeinde Wagenfeld, sofern es im Frühjahr weniger Einschränkungen als im vergangenen Jahr gibt.

Wagenfeld – 2021 war ein turbulentes Jahr, und auch 2022 wird wohl ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stehen. Wie groß ihre Auswirkung auf die Gemeinde Wagenfeld war, wie sie den Alltag in der Verwaltung „umgekrämpelt“ hat, darüber spricht Bürgermeister Matthias Kreye im Interview. Außerdem wagt er einen Blick auf die zu erwartende Entwicklung in diesem Jahr, die er vorsichtig optimistisch bewertet. Die Fragen stellte Melanie Russ.

Sie sind bei der Kommunalwahl mit einem überwältigenden Ergebnis wiedergewählt worden. Macht Ihnen Ihre Arbeit mit so viel Rückenwind jetzt noch mehr Spaß?

An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals bei den Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen. Über das Wahlergebnis habe ich mich sehr gefreut. Nach sieben Jahren im Amt ist es eine Bestätigung, dass wir hier in Ströhen und Wagenfeld auf dem richtigen Weg sind. Und klar, mit so einer Bestätigung macht die Arbeit weiterhin so viel Spaß wie bisher.

2021 war turbulenter, als es die meisten zu Jahresbeginn erwartet hatten. Wie hat die Pandemie mit ständig neuen Verordnungen Ihren Arbeitsalltag beeinflusst?

Bedingt durch die ständig neuen und meist kurz anhaltenden Corona-Regelungen vom Land beschäftigt die Pandemie uns in der Verwaltung annähernd jeden Tag. Es sind Entscheidungen und Regelungen zu treffen, die es vorher in der Form so gar nicht gab. Da es für viele Entscheidungen keine Blaupause gibt, ist es stellenweise schon spannend, in Absprache mit dem Landkreis und den übrigen Kommunen jeweils kurzfristig die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Als ein Beispiel kann ich da die Regelungen der unterschiedlichsten Hygienekonzepte mit den entsprechenden Fortschreibungen für die gemeindlichen Einrichtungen nennen.

Mussten Vorhaben in der Verwaltung oder im Rat zurückgestellt werden, weil sie unter Corona-Bedingungen nicht umsetzbar waren?

Sicherlich sind einige Vorhaben coronabedingt nicht angeschoben oder umgesetzt worden. Einiges war aufgrund der schon massiven Einschränkungen durch die jeweilige Verordnung vom Land gar nicht umzusetzen, da sie verboten waren. Andere Vorhaben wiederrum konnten nicht umgesetzt werden, da die Ressourcen oftmals coronabedingt nicht vorhanden waren. Durch den harten Lockdown sind überall viele Vorhaben ins Stocken geraten und neue Projekt mussten hintenanstehen. Beispielsweise kann ich da in Wagenfeld den Baustart der Erweiterung der Kita-Neustadt nennen. Ich bin mir sicher, dass wir ohne Corona 2021 mit den Bautätigkeiten begonnen hätten.

Die Kita Neustadt hätte ohne Corona-Pandemie vermutlich schon 2021 erweitert werden können. Die Umsetzung ist nun für dieses Jahr geplant.

Wie fällt Ihr Fazit für 2021 aus? Überwiegt am Ende doch das Positive? Denn trotz Pandemie konnten ja viele Dinge umgesetzt werden, die Gemeinde steht finanziell gut da.

Mein Fazit für 2021 fällt den Umständen entsprechend positiv aus. Sehr erfreulich ist, dass in diesem Jahr die IT-Infrastruktur der Grundschule in Ströhen sowie der Grundschule in Wagenfeld im Rahmen des Digitalpaktes Schule dem künftigen Bedarf angepasst wurde. Beide Schulen verfügen nun über ein flächendeckendes WLAN-Netz mit allen erforderlichen Komponenten, und die Klassenräume wurden mit Anzeige- und Interaktionsgeräten ausgestattet. Auch das Ganztagsangebot der Grundschule in Ströhen wurde mit einer neuen Mensa 2021 zukunftsgerecht aufgestellt. Im Rahmen der Flurbereinigung konnten in Ströhen wieder rund sieben Kilometer Gemeindewege gebaut werden, der Ausbau der Schulstraße in Wagenfeld ist weiter vorangeschritten und unser Bauhofneubau befindet sich in der letzten Bauphase. Und zum Glück stellt sich die Steuerentwicklung positiver dar, als im Haushalsplan für das Jahr 2021 zunächst angenommen.

Was erwarten Sie für 2022? Wird sich die positive Entwicklung der Gemeinde fortsetzen? Wie groß schätzen Sie die Gefahr ein, dass eine anhaltende Pandemie doch noch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch jetzt noch schwer einzuschätzen. Allerdings macht die aktuelle Steuerentwicklung Mut für die Zukunft. Wir hoffen doch alle, dass die Corona-Pandemie uns nicht wie im letzten Jahr die ersten sechs Monate völlig ausbremst. Sofern wir im Frühjahr 2022 mit weniger Einschränkungen als im letzten Jahr wieder der Normalität ein Stück näherkommen, wird sich die positive Entwicklung der Gemeinde aus meiner Sicht sicherlich fortsetzen lassen.

Die Neugestaltung des Marktplatzes ist nach Einschätzung des Bürgermeisters das herausragende Vorhaben dieses Jahres.

Welches Vorhaben ist aus Ihrer Sicht im nächsten Jahr das Wichtigste?

Mit dem Haushaltsplan für das Jahr 2022 hat der Gemeinderat in seiner letzten Ratssitzung im Dezember Investitionen in Höhe von rund acht Millionen Euro für unterschiedliche Infrastrukturprojekte beschlossen. Da sind ganz viele wichtige Projekte dabei. Aus meiner Sicht ist die Marktplatzneugestaltung als erste gemeindliche Maßnahme im Rahmen der Dorfkernsanierung schon das herausragende Vorhaben.

Was wünschen Sie sich persönlich für 2022?

Für 2022 wünsche ich zunächst allen Glück und vor allem Gesundheit. Für unsere Gemeinde würde ich mir wünschen, dass das Kultur- und Vereinsleben zumindest im Frühjahr und im Sommer in annähernd gewohnter Form wieder durchgeführt werden kann und nicht mehr so massiv von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bestimmt wird.

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