Kunstausstellung zu Kranichwochen im EFMK: Erstes Treffen der Künstler

Unterschiedliche Sichtweisen aufs Moor

Die Leiterin der Moorwelten Dr. Michaela Meyer zeigte den sechs Künstlern Haus und Foyer. Foto: Brauns-Bömermann

Ströhen – Mit Beginn der Kranichwochen, in denen erlebnisreiche und informative Exkursionen zu den Kranich-Beobachtungspunkten in der Diepholzer Moorniederung angeboten werden, ist am 17. Oktober um 19 Uhr die Vernissage einer neuen Gemeinschaftsausstellung im Europäischen Zentrum für Moor und Klima in Ströhen geplant. Sechs regionale Künstler, die sich in Sachen Kranich, Moor und Natur „heimisch“ fühlen, haben sich bereits in den Moorwelten getroffen.

In einer Kennenlernrunde erläuterten die Künstler ihr Schaffen. Bei der Mischung der Kunstschaffenden – Fotografen, Maler und Bildhauer – werden die Wände, Nischen, Ecken, das Foyer und der Veranstaltungsraum Sichtweisen zum Moor, dessen Bewohnern und tierischen Besuchern liefern.

Bildhauer Sven Stumpe nennt seine Kunst „moordern art“, findet seine manchmal jahrtausendalten Mooreichen in der Diepholzer Moorniederung, manchmal in der Weser und sagt über sich: „Ich komme aus dem Moor.“ Er sieht in der Beständigkeit des Holzes, das bis zu 8 500 Jahre unter völligem Luftabschluss aus Mooren und Sümpfen stammt, seinen „subfossilen Werkstoff für das Besondere“.

Bei Edwin Partoll aus Drentwede, der schon in der gesamten Welt unterwegs war und arbeitete und Kulturpreisträger des Landkreises Diepholz ist, war es quasi sinnfällig, dass irgendwann seine Werkstatt auch Kraniche verlassen. „Ich arbeite immer aus dem Bauch heraus.“ Die Vögel und er hätten hier ihre gemeinsame Heimat.

Die aus 14 Damen bestehende Malgruppe Hüllhorst vertraten beim Kennenlernen Helga Deppe und Wilfriede Pol. „Wir denken, die Flure sind für uns als Gruppe genau richtig zum Ausstellen.“ Sie maßen beim Rundgang aus, machten sich Gedanken zu einheitlichen Formaten. „Die Motive werden schon sehr unterschiedlich werden, denn wir sind ja Individuen“, erklärte Deppe. Sie kannte die Moorwelten bereits, stellte dort schon Kranichmotive aus.

Theoretisch und praktisch nähert sich Professor Hugo Hartwig Cronjaeger aus Brockum dem Thema: „Cronjaeger heißt Kranichjäger aus alten Tagen, und mein Spitzname in der Schule war Kranich“, berichtete er. Der Brockumer wird seine Kranichskulpturen aus alten Tür-Hespen (Türbänder) beisteuern, die er meist in alten Gebäuden oder in Brandruinen fand. Er ist leidenschaftlicher Sammler von allem, was mit guter Baukunst zu tun hat. Gebrauchsgegenstände mutieren in Assemblagen zu Figuren.

Annette Aschern arbeitet als intermediale Kunsttherapeutin in Visbek, ist Malerin und Architektin. Ihr fiel in der Runde sofort eine erste Idee für einen Titel zur Ausstellung ein: „Der Kranich ist nicht nur ein Symbol des Glücks, sondern auch der Langlebigkeit.“ Das wünsche sie den Moorwelten für die nächsten fünf Jahre. „Ich stelle mir Tanz, Poesie und Qi Gong für die Ausstellung vor“, so Aschern.

Der Brockumer Nieré ist Photoart-Künstler und liebt die Natur der Region. Mal mehr, mal weniger modifiziert stellt sich die umgebende Natur nach seinem Handanlegen dar, ist immer erkennbar, meist auf den Kern beschränkt. Er sah beim Rundgang für seine Werke zahlreiche Plätze und schmiedete bereits Pläne mit Stumpe, dem „Holzsammler“.

„Es bleibt spannend, wie sich die Vielzahl der künstlerischen Ausdrucksformen im Oktober zeigen“, zog Dr. Michaela Meyer, Leiterin der Moorwelten, ein erstes Fazit, bevor die Künstler mit „To-do-Listen“ in ihre Ateliers zurückkehrten.  sbb

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kurdenmilizen setzen Abzug aus Nordsyrien fort

Kurdenmilizen setzen Abzug aus Nordsyrien fort

Neues Gerätehaus: Freiwillige Feuerwehr Waffensen feiert Schlüsselübergabe

Neues Gerätehaus: Freiwillige Feuerwehr Waffensen feiert Schlüsselübergabe

Ruderverein Hoya weiht Hochwasserschutzmauer ein

Ruderverein Hoya weiht Hochwasserschutzmauer ein

Freimarkt 2019 - Bilder vom verregneten Sonntag

Freimarkt 2019 - Bilder vom verregneten Sonntag

Meistgelesene Artikel

B61 zwischen B51 und Nienstedt bis Mitte Dezember gesperrt 

B61 zwischen B51 und Nienstedt bis Mitte Dezember gesperrt 

Riesiger Run auf Grundstücke: Kein Platz mehr an der Moorheide

Riesiger Run auf Grundstücke: Kein Platz mehr an der Moorheide

Frisch vom Baum zur Bassumer Tafel

Frisch vom Baum zur Bassumer Tafel

„Alarmierender Trend“: Etliche Menschen aus dem Landkreis Diepholz pendeln regelmäßig nach Bremen

„Alarmierender Trend“: Etliche Menschen aus dem Landkreis Diepholz pendeln regelmäßig nach Bremen

Kommentare