Sonntag Konzert mit Michael Mikolaschek in der Ströher Kirche

Ungewöhnlich: „Take five“ auf der Orgel

Pastor Dirk Brandt (rechts) ist begeistert von der Musik, die Michael Mikolaschek auf der Orgel zum Besten gibt. Der Seelsorger freut sich auf das Konzert am Sonntag in der Kirche. - Foto:Benker

Ströhen - Von Horst Benker. Pastor Dirk Brandt schnippt rhythmisch mit den Fingern, ist begeistert von der Musik, die Michael Mikolaschek der Orgel in der Ströher Kirche entlockt. „Take five“ von Paul Desmond auf der Königin der Musikinstrumente. Ungewöhnlich. Gewöhnungsbedürftig – zumindest im ersten Augenblick für meine Ohren.

Der Organist und Komponist Michael Mikolaschek zeigt, dass die Kirchenorgel auch rocken und swingen kann. Dies imponiert insbesondere den generell Musik begeisterten Ströher Pastor. Er ist fasziniert von dem Rhythmus, „den man sonst nicht auf der Orgel hört. Es ist schade, dass das nicht öfter möglich ist. Das Mitswingen fehlt mir bei der Orgelmusik“, sagt Brandt. Es gebe Traditionalisten, die sagten, das gehöre nicht in die Kirche, er sei anderer Meinung.

Michael Mikolaschek habe die Stücke gefühlvoll arrangiert, er immitiere nicht nur, sondern interpretiere neu. „Ich bin ein Klankkünstler“, sagt dieser von sich selbst. Er sei immer gespannt darauf zu sehen, was sich in den einzelnen Kirchen umsetzen lasse. Sein Faible sei es, mit der Musik Stimmungsbilder zu erzeugen. „So etwas könnte ich mir auch im Gottesdienst in den Vorspielen vorstellen“, wirft Pastor Brandt ein. Wortbeiträge und Musik könnten konzipieren. „Leider sind sind Alltag und Kirchenraum isoliert voneinander“, bedauert der Seelsorger.

Er hoffe, dass sich viele Besucher am Sonntag, 1. Mai, ab 18 Uhr in dem Konzert in der Kirche überraschen ließen. Er hoffe, dass sie eine Orgel mit rhythmischer Musik und Klangfarben erlebten.

Der Ruhgebietler Mikolaschek lebt seit Weihnachten in Wagenfeld – der Liebe wegen. „Für mich ist das hier ein kompletter Neustart“, gesteht er. Er sei in der ganzen Welt herumgekommen mit bis zu 150 Konzerten im Jahr. Nach dem Tod seiner Eltern habe er festgestellt, „dass man selber eine gute Grundlage haben muss, um runterzukommen.“ Man brauche Ruhe und Gelassenheit. Diese habe er jetzt gefunden.

Seit er dort sei, sei er rundgefahren, um die Orgeln in der Umgegend auszuprobieren. Bei Pastor Brandt sei er gleich auf offene Ohren gestoßen. Erste Ideen zu einem Konzert seien geboren worden. „Ich finde es toll, wie er mich aufgenommen hat“, freut sich Mikolaschek.

Bis in den Raum Oldenburg hinein habe er eta 50 Kirchen besucht und die Orgeln ausprobiert. „Aber meine Konzerttätigkeit wird sich nicht hier konzentrieren“, erzählt er. In diesem Jahr werde er 20 davon im Ruhrgebiet geben.

Mit dem einstündigen Konzert am Sonntag (Freier Eintritt) möchte er sich dem heimischen Publikum vorstellen. In seinem Programm verbindet er eigene Kompositionen mit Hits wie „Nothing else matters“ von Metallica oder „Take five“.

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