Helena Schäfer will Bürgermeisterin werden

Überraschungskandidatin in Wagenfeld

Überraschungskandidatin: Helena Schäfer (36) bewirbt sich um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wagenfeld.
+
Überraschungskandidatin: Helena Schäfer (36) bewirbt sich um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wagenfeld.

Wagenfeld – Matthias Kreye steht für eine weitere Amtsperiode als Bürgermeister der Gemeinde Wagenfeld bereit. Doch in die Wahl zum Bürgermeisteramt kommt mit einer weiteren Kandidatur Bewegung. „Ja, ich kandidiere“, bestätigte gestern Mittag die Wagenfelderin Helena Schäfer im Gespräch mit unserer Zeitung. Damit wirft neben dem Matthias Kreye auch eine Frau ihren Hut in den Ring.

Helena Schäfer ist 36 Jahre alt und wohnt in Wagenfeld. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter zwischen vier und 14 Jahren. Seit Mai vergangenen Jahres ist Helena Schäfer beim Landkreis Diepholz im Fachdienst Jugend für die Kindertagesbetreuung zuständig.

Geboren ist Helena Schäfer in Kasachstan

Geboren wurde Helena Schäfer in Kasachstan, kam im Alter von neun Jahren nach Deutschland. Bis zum Beginn ihrer Ausbildung 2004 bei der Gemeinde Wagenfeld lebte sie in Diepholz, zog dann nach Wagenfeld und blieb. „Auch nach der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bin ich zunächst bei der Gemeinde geblieben“, erzählt die parteilose Kandidatin. Es habe jedoch durch die Elternzeiten eine lange Unterbrechung gegeben. „Im vergangenen Jahr hab ich dann die Stelle beim Landkreis Diepholz angeboten bekommen.“

Relativ kurzfristig habe sie sich entschlossen, für das Amt des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin zu kandidieren. „Das Einreichen der nötigen Unterlagen und der notwendigen Unterstützungsunterschriften habe ich kurz vor Abgabeschluss geschafft.“

Helena Schäfer: „Mit vielem in Wagenfeld nicht zufrieden“

Sie sei mit vielem in Wagenfeld nicht zufrieden, insbesondere was das Soziale betrifft, erläutert sie ihre Motivation. „Es ist hier in vielen Dingen seit Jahren nichts passiert.“ Insbesondere das Angebot für Kinder und Jugendliche liege ihr am Herzen. „Das, was da ist, ist definitiv zu wenig“, erklärt sie. Insbesondere ein Treffpunkt für Jugendliche wie beispielsweise eine Skateranlage oder ein Jugendcafé würden fehlen. „Für die Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen gibt es seitens der Gemeinde nichts. Das, was angeboten wird, stemmen die örtlichen Vereine“, sagt sie. „Ich sehe hier beim Jugendamt sehr viel, was in mir diese Überlegung zur Kandidatur hat reifen lassen. Die Pandemie, Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben bei den Kindern und Jugendlichen Spuren hinterlassen, so dass solche Treffpunkte, betreut von Jugendpflegern, hilfreich seien, um sich selbst und wieder zueinander zu finden“, verweist Helena Schäfer auf das Angebot in den umliegenden Gemeinden. Von einer neutralen Anlaufstelle mit einer Vertrauensperson bei familiären oder sonstigen Problemen ganz zu schweigen.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Doch nicht nur mit Blick auf den Nachwuchs möchte sie das Miteinander in Wagenfeld verbessern. „Ich möchte Angebote und Anreize schaffen, dass sich die Menschen besser kennenlernen, gemeinsam Ausflüge oder ähnliches unternehmen können, vielleicht sogar ein Begegnungszentrum initiieren. Das gilt vor allem für die Generation 50+.“

Keine örtliche Partei steht hinter Helena Schäfer

Ein wenig verwundert ist Helena Schäfer, dass seitens der Kommune bisher keine öffentliche Vorstellungsrunde für die Kandidaten initiiert wurde. „Ich schaue, ob ich in der Zeit bis zur Wahl noch selbst etwas organisiere, damit die Wagenfelder und Ströher mich und meine Ziele besser kennenlernen.“ Seitens der örtlichen Parteien habe bisher keine signalisiert, dass man sich hinter ihr positioniert. „Eher das Gegenteil, man bat mich, die Kandidatur zurückzuziehen. Das hat mich ein wenig verwundert“, sagt sie und macht zudem deutlich, dass sie die Wahl nicht um jeden Preis gewinnen möchte.

Kanditatin Schäfer „Ich möchte aufrütteln“

„Ich möchte mit meiner Kandidatur auch aufrütteln und für das sensibilisieren, was in Wagenfeld fehlt. „Denn wenn alle sitzen bleiben und keiner aufsteht, verändert sich nichts“, fasst sie ihre Motivation für die Kandidatur in einem Satz zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“
Containerweise Sperrmüll statt Spenden für das Hochwassergebiet

Containerweise Sperrmüll statt Spenden für das Hochwassergebiet

Containerweise Sperrmüll statt Spenden für das Hochwassergebiet
„Traf den Nerv der Zeit“: Ohne Frank Pinkus steht dem Weyher Theater ein Kraftakt bevor

„Traf den Nerv der Zeit“: Ohne Frank Pinkus steht dem Weyher Theater ein Kraftakt bevor

„Traf den Nerv der Zeit“: Ohne Frank Pinkus steht dem Weyher Theater ein Kraftakt bevor
Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Kommentare