Strenge Hygiene- und Abstandsregeln

Zwangspause vorbei: Tierpark Ströhen öffnet wieder für Besucher

Die Corona-Krise hat den Tierpark Ströhen hart getroffen. Sieben Wochen musste er geschlossen bleiben. Seit Mittwoch hat er wieder geöffnet. Tierparkleiter Dr. Nils Ismer freut sich, dass es weitergeht. Immerhin hat die Zwangspause zu erheblichen finanziellen Einbußen geführt.

  • Tierpark Ströhen nach Corona-Lockdown wieder geöffnet
  • Corona-Maßnahmen im Landkreis Diepholz gelockert: Tierpark Ströhen öffnet wieder
  • Corona-Pandemie: Strenge Abstands- und Hygieneauflagen im Tierpark Ströhen

Ströhen – „Guck mal Mama, ein Flamingo!“ Aufgeregt zupft der kleine Junge an der Jacke seiner Mutter und zeigt zu einem der rosafarbenen Vögel. Das Tier lässt sich davon nicht beeindrucken. Unbeirrt widmet es sich der Pflege seines Gefieders, während der Junge alles genau beobachtet und versucht, auch mal so lange auf nur einem Bein zu stehen.

Szenen wie diese haben die Besucher im Tierpark Ströhen am Mittwoch für einen kurzen Moment vergessen lassen, dass gerade aufgrund der Corona-Krise Ausnahmezustand herrscht. Am ersten Tag nach der Zwangspause für die Tierparks genossen einige Familien sichtlich, mal wieder einen Ausflug machen zu können. Eng war’s trotzdem nicht, sodass Abstandhalten kein Problem darstellte. Immerhin ist der Tierpark 250.000 Quadratmeter groß. 20.000 davon sind für Besucher begehbar.

Tierpark Ströhen nach Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder geöffnet

Natürlich gelten die allgemeinen Regeln, die zum Beispiel in Geschäften eingehalten werden müssen, auch im Tierpark. Gemessen an der Gesamtfläche darf sich nur eine bestimmte Anzahl an Gästen im Park aufhalten. Nils Ismer hält es angesichts der Größe des Geländes aber für äußerst unwahrscheinlich, dass der Tierpark Besucher vor der Eingangspforte abweisen muss. „Wir haben hier nicht auf einmal 2.000 Leute.“ Eine Reservierungspflicht gibt es nicht.

Mit relativ vielen Besuchern rechnet Ismer für kommenden Sonntag. Um auch an solchen Tagen die Sicherheit der Gäste gewährleisten zu können, hat sich der Tierpark dem Inhaber zufolge schon früh Gedanken darüber gemacht, wo kritische Punkte sind und ob man diese entschärfen kann. Bei der Showhalle geht das zum Beispiel schlecht. Daher bleibt diese zunächst geschlossen. Auch das Ponyreiten fällt erst einmal flach.

Direkt am Eingang sowie auf dem gesamten Tierparkgelände sind Hinweisschilder angebracht, die die Wegführung sowie die Hygiene- und Abstandsregeln erläutern. Vielerorts sind nun Desinfektionsspender zu finden. Das Hofcafé hat zwar geöffnet, bietet aber nur noch Essen und Trinken zum Mitnehmen an. In dem Café gibt es eine Begrenzung der Personenanzahl und das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung ist Pflicht. Im Rest des Parks wird das Tragen einer Maske lediglich empfohlen.

Im Tierpark Ströhen können Besucher nun wieder Papageien beobachten.

Coronavirus sorgte für Schließung von Tierpark Ströhen: Für die Tiere kein Problem

Auf dem gesamten Areal gibt es rund 700 Tiere. Es handelt sich um 132 verschiedene Arten. Langweilig war ihnen laut Nils Ismer in den vergangenen Wochen nicht. Den meisten sei es ziemlich egal, ob da nun ein paar fremde Menschen rumlaufen oder nicht. Hauptsache, die Tierpfleger sorgen für Futter und Unterhaltung! „Die Elefanten haben sich manchmal beschwert, weil sie von den Besuchern keine Möhren mehr bekommen haben“, erzählt Ismer. „Und auch die Pferde standen manchmal etwas fragend in der Box und haben sich gewundert, warum denn kein Besucher mit Futter kommt.“

Am meisten schienen sich am Mittwoch aber die Besucher über die Wiedereröffnung zu freuen. „Es ist schön!“, sagte zum Beispiel Besucherin Ulrike Thielking. „Die Kinder haben sich schon sehr darauf gefreut, mal wieder etwas anderes zu sehen, als den eigenen Garten.“ Auch Saskia Hofbüker-Stolze aus Lübbecke genoss die Auszeit vom Alltag. Sie bestätigte: „Die Kinder freuen sich, dass sie wieder einen Ausflug machen können, nach acht Wochen ohne Schule und Spielplatz.“

Auch die Elefanten freuen sich sichtlich über die Besucher (bitte vergrößern).

Tierpark Ströhen: Inhaber Nils Ismer hätte Corona-Maßnahmen eher gelockert

So etwas wie die Zwangsschließung hat es in rund 60 Jahren Tierparkgeschichte noch nicht gegeben. „Für die ersten vier Wochen hatte ich absolutes Verständnis“, sagt Nils Ismer. Es sei eine Notsituation gewesen, und die Regierung habe schnell handeln müssen. „Dass da keine Differenzierung möglich war, ist verständlich.“ Kritisch sieht er allerdings, dass der Tierpark nicht bereits am 20. April öffnen durfte, zeitgleich etwa mit kleineren Geschäften. „Das hat uns traurig gemacht und ehrlich gesagt auch viel Geld gekostet.“ Die Tiere müssten gefüttert werden, ob nun Besucher da sind oder nicht.

Ismer bedankt sich bei allen, die dem Tierpark durch die Krise geholfen haben, sei es mit dem Kauf eines Gutscheins, einer Jahreskarte, der Übernahme einer Tierpatenschaft oder einer Schenkung. „Es hat uns alle sehr berührt zu sehen, wie groß der Zuspruch von Seiten der Bevölkerung ist und wie sehr der Tierpark den Besuchern am Herzen liegt!“

Rubriklistenbild: © Katharina Schmidt

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