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Süßer Tier-Nachwuchs erkundet im Tierpark Ströhen die Welt

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Von: Melanie Russ

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Kleine Kattas im Tierpark Ströhen
Fest an Mama festgekrallt, lassen sich die kleinen Kattas – die absoluten Besucherlieblinge im Tierpark Ströhen – durch das Gehege tragen. © Russ

Im Tierpark Ströhen wurden im Frühjahr wieder viele süßen Tierkinder geboren, die jetzt die Welt erkunden. Auch sonst tut sich viel im Tierpark. Inhaber Nils Ismer gestaltet den Eingangsbereich komplett um.

Ströhen – Der erst sechs Wochen alte kleine Wildesel weiß schon ganz genau, wo er etwas Leckeres abstauben kann. Dank seiner kurzen Beine passt er noch unter den Stangen seines Geheges hindurch und büxt darum einfach aus, wenn er Zweibeiner in der Nähe sieht, die womöglich ein Leckerli aus dem Futter-Automaten dabei haben. Tierpark-Chef Dr. Nils Ismer ist nachsichtig und lässt ihn gewähren, denn er weiß, dass sich das Jungtier nicht weit von seinen Eltern entfernt.

Jede Menge Tierkinder im Tierpark Ströhen geboren

Der kleine Wildesel ist eines von vielen Tierkindern, die in den vergangenen Wochen im Tierpark Ströhen geboren wurden und derzeit neugierig ihre Welt erkunden. Die Osterzeit ist in jedem Jahr die schönste Zeit in der weitläufigen Anlage. „Wir haben schon einen ganzen Reigen an Tierbabys“, berichtet Nils Ismer. Unter anderem bei den Kattas – den absoluten Besucherlieblingen. Die wenige Wochen alten Babys klammern sich an ihre Mütter, während diese munter durch ihr Gehege turnen.

Die Wildesel sind nicht so exotisch wie Tiger oder Pumas, aber trotzdem die Lieblinge der Besucher. Der sechs Wochen alte Nachwuchs weiß schon genau, wo es Leckerli gibt.
Die Wildesel sind nicht so exotisch wie Tiger oder Pumas, aber trotzdem die Lieblinge der Besucher. Der sechs Wochen alte Nachwuchs weiß schon genau, wo es Leckerli gibt. © Russ

Die junge Sitatunga-Antilope und das Bantengrind-Kälbchen genießen dagegen mit ihren Müttern etwas abseits der Besucher liegend die Sonne. Auch beim Federvieh ist der Nachwuchs zum Teil schon da. Weil bei den aus Australien stammenden Trauerschwänen die Uhren etwas anders gehen, schlüpften ihre Küken sogar schon im Winter. Bei den Arabern gab es ebenfalls schon reichlich Nachwuchs. Knapp 30 Fohlen sind bereits geboren, etwa zehn werden noch erwartet.

Shows im Tierpark Ströhen

Neben einem Rundgang durch den Tierpark können sich die Besucher jetzt auch wieder täglich zwei Shows anschauen. Vormittags präsentiert Falknerin Frauke ihre Wüstenbussarde Flint und Limes in Aktion und erzählt Interessantes über die Raubvögel, nachmittags zeigen Elvis Errani und seine drei Elefantendamen, was sie können. Auch hier erfahren die Besucher Wissenswertes über die Elefanten und ihr Training.

Am 1. Mai wird es nach zweijähriger Coronapause wieder eine Gestütschau mit zweistündigem Programm geben. Beginn ist um 14 Uhr. Neben der großen Hengstparade werden die Fohlen des Jahrgangs 2022 gezeigt. Kartenreservierungen sind möglich per E-Mail an info@tierpark-stroehen.de. Stehplätze kosten sechs Euro, Tribünenplätze acht Euro zuzüglich Tierparkeintritt.

Und weitere Tierkinder sind unterwegs. „Wir warten noch auf Nachwuchs bei den Emus. Der Vater brütet fleißig“, freut sich Ismer. Das Brutgeschäft ist bei den australischen Laufvögeln Männersache. Elf Eier liegen im Nest. Ob tatsächlich aus allen ein kleines Emu schlüpft, bleibt abzuwarten. Die Kinderstube ist jedenfalls schon bereitet. Ein neuer Zaun soll sicherstellen, dass die Kleinen nicht in den Teich ihres Geheges fallen. Nicht minder freut sich Ismer über das eine Ei eines Mandschurenkranich-Paares im Gehege ein paar Meter weiter. Sie brüten nach zwei Jahren erstmals wieder.

Eingangsbereich und Hofanlage werden neu gestaltet

Auch sonst verändert sich derzeit einiges im Tierpark Ströhen. „Wir haben über den Winter viel Aufwand in den Gastronomiebereich gesteckt“, berichtet der Tierpark-Chef. Der in die Jahre gekommene Imbiss im Eingangsbereich wurde erneuert und die Arbeitsabläufe wurden effizienter gestaltet. „Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage im To-Go-Bereich deutlich gestiegen ist“, begründet Ismer den Schritt.

Das Hofcafé ein paar Meter weiter wurde innen komplett modernisiert. „Dort bieten wir jetzt auch warme Speisen an“, so Ismer. Pizza, Würstchen und Ähnliches stehen jetzt neben Kaffee und Kuchen auf der Speisekarte. Hintergrund: An besucherschwachen Tagen soll das Hofcafé statt des Tierparkrestaurants als Hauptgastronomie genutzt werden. Die dortigen WC-Anlagen wurden ebenfalls barrierefrei saniert und mit einem Wickelraum ausgestattet.

So lässt es sich aushalten: Das Bantengrind-Kälbchen döst etwas abseits der Besucher mit Mama und Papa in der warmen Frühlingssonne.
So lässt es sich aushalten: Das Bantengrind-Kälbchen döst etwas abseits der Besucher mit Mama und Papa in der warmen Frühlingssonne. © Russ

Aktuell wird das nicht mehr so ganz standfeste Dach des benachbarten großen Laufstalls erneuert. „Der ist ein wichtiger Bestandteil des Hofes. Darum wollen wir ihn unbedingt erhalten“, erläutert Ismer. Ebenfalls zum Ensemble gehört ein Pferdestall, auf dessen Dachboden der Tierpark-Leiter einen Indoor-Spielplatz einrichten möchte.

Als Nächstes steht die Umgestaltung des Eingangsareals an. Der bisher enge Kassenbereich wurde schon provisorisch ein Stückchen nach hinten neben das Büro verlegt. „Wir wollten den Druckpunkt vor der Kasse entzerren“, erläutert Ismer. Das war seit Beginn der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Abstandsgebot ein Anliegen, das jetzt in dauerhafte Form gegossen wird.

Tierpark-Chef Nils Ismer vor der Hofanlage mit dem Laufstall (links) und dem Pferdestall, der einen Indoor-Spielplatz auf dem Dachboden bekommen soll.
Tierpark-Chef Nils Ismer modernisiert gerade die Hofanlage mit dem Laufstall (links) und dem Pferdestall, der einen Indoor-Spielplatz auf dem Dachboden bekommen soll. © Russ, Melanie

Auch in diesem Bereich soll die Effizienz erhöht werden. Neben der Kasse steht ein neuer Ticketautomat, Online-Buchungen sollen mit einem eigenen Portal forciert werden. „Das hilft uns zum einen in der Buchung weiter“, so Ismer. Außerdem könne die Kasse künftig an besucherschwachen Tagen geschlossen bleiben. „Das Büro nebenan ist natürlich immer besetzt“, betont er, dass die Besucher jederzeit einen Ansprechpartner haben und dort bei Bedarf auch ein Ticket auf herkömmliche Weise bekommen.

Darüber hinaus sollen Info-Tafeln im Eingangsbereich über die Arbeit des Tierparks informieren, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit, die Nils Ismer nach eigener Aussage besonders wichtig ist. So produziere der Tierpark selbst Strom, das Fleisch für die Tiere stamme von Fallwild und Hühnern, die während des Transports starben, das Obst zu 90 Prozent aus „Abfällen“ der Lebensmittelindustrie, das Heu sei extensiv gewachsen, nennt er einige Beispiele.

Die Erdmännchen wuseln normalerweise durch die Gegend, doch wenn die Sonne auf den Pelz scheint, kann man es auch mal ruhig angehen lassen.
Die Erdmännchen wuseln normalerweise durch die Gegend, doch wenn die Sonne auf den Pelz scheint, kann man es auch mal ruhig angehen lassen. © Russ

Durch die Kassen-Verlegung entsteht im vorderen Bereich ein frei zugänglicher Platz – die Plaza. Mit Imbiss, Tischen und Bänken sowie einem kleinen Spielplatz, der im alten Kassenbereich gleich neben der Pferdekoppel entstehen soll, wird ein Bereich geschaffen, in dem die Gäste nach zum Teil langer Anfahrt durchschnaufen können. Bislang mussten die Besucher erst mal an der Kasse direkt an der Tierparkstraße anstehen, bevor es auf das weitläufige Gelände ging.

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