Schon viele Tierkinder geboren

Im Tierpark Ströhen beginnt die schönste Zeit des Jahres

Das Tapir-Junge wird sofort munter, wenn Tierpflegerin Frauke Niehaus mit einem Leckerchen kommt. Ansonsten döst es mit seiner Mutter in der warmen Frühlingssonne. Seit seiner Geburt am 7. Januar hat es Größe und Gewicht schon verdreifacht.
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Das Tapir-Junge wird sofort munter, wenn Tierpflegerin Frauke Niehaus mit einem Leckerchen kommt. Ansonsten döst es mit seiner Mutter in der warmen Frühlingssonne. Seit seiner Geburt am 7. Januar hat es Größe und Gewicht schon verdreifacht.

Ströhen – Strahlende Kinderaugen verfolgen die jungen Zwergotter, die durch ihr Gehege flitzen, beobachten das erst vor wenigen Tagen geborene Sitatunga-Junge, das in der Sonne döst, kleine Hände füttern die Esel und streichen über ihr zotteliges Fell. Es ist fast so wie in jedem Jahr im beginnenden Frühjahr im Tierpark Ströhen. Fast, denn ganz können die Besucher die Corona-Pandemie auch auf dem weitläufigen Gelände nicht vergessen.

Schilder, die den Mindestabstand anmahnen, Desinfektionsspender und Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in bestimmten Bereichen gehören auch hier zum Alltag. Trotzdem ist ihnen anzusehen, dass sie die Möglichkeit, mit der Familie etwas zu unternehmen, genießen.

Es ist ein Anblick, der Dr. Nils Ismer in mehrfacher Hinsicht freut. „Es ist für uns wunderbar, gerade in dieser Jahreszeit“, sagt der Tierparkchef, der seine Anlage am 8. März wieder öffnen durfte. „Denn es sind schon wirtschaftlich wichtige Zeiten“, sagt er mit Blick auf die Feiertage von Ostern bis Pfingsten, die in der Regel die umsatzstärksten im Jahr sind. Da ist aber auch der emotionale Aspekt. „Wie wichtig Ausflüge in dieser Zeit für die Menschen und gerade für die Kinder sind, kann man hier jeden Tag sehen.“ Die Menschen seien dankbar.

Die Katta-Zwillinge wurden am 18. März geboren und hängen im wahrsten Sinne des Wortes an ihrer Mutter.

In die Freude mischt sich bei Nils Ismer aber auch große Anspannung. Denn ob Tierparks und Zoos angesichts steigender Infektionszahlen in den kommenden Wochen vielleicht doch wieder geschlossen werden, ist momentan völlig offen. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen vernünftig handeln. Ich habe aber den Eindruck, dass das ganz gut funktioniert“, so Ismer.

Gerade einmal eine Woche alt ist das Sitatunga-Junge. Der Sitatunga ist eine afrikanische Antilopenart, der oft auch als Wasserkudu bezeichnet wird.

„Was uns ein etwas ruhigeres Gefühl gibt ist, dass es mehrere Studien gibt, die zeigen, dass das Infektionsrisiko an der frischen Luft gegen Null geht.“ Voraussetzung dafür ist aber, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Um das sicherzustellen, wurde das Hygienekonzept, das sich vor dem Lockdown im vergangenen Jahr bereits bewährt hat, noch mal überarbeitet.

Tagestickets jetzt auch im Internet

„Ein Knackpunkt war der Eingangsbereich“, berichtet Ismer. Um Schlangen an der Kasse zu vermeiden, hat der Tierpark seinen neuen Online-Shop kurzfristig erweitert. Seit Kurzem können dort auch Tagestickets gebucht werden, die im Eingangsbereich neben der Kasse nur schnell eingescannt werden, und schon geht’s aufs Gelände. Die Kontaktdaten, die der Tierpark in jedem Fall erfassen muss, sind durch die Online-Buchung bereits hinterlegt. Und weil sich nur 2000 Besucher – die Hälfte der vollen Kapazität – im Tierpark aufhalten dürfen, ist mit einem Online-Tagesticket sichergestellt, dass man nicht vor einer geschlossenen Kasse steht. Denn das System schließt laut Ismer automatisch, wenn die maximale Anzahl erreicht ist. Das Angebot wird sehr gut angenommen, wie der Tierparkchef berichtet.

Ein gemütliches Sonnenbad – das wissen auch das zwei Wochen alte Trampeltier-Junge und seine Mutter zu schätzen.

Auf einige Attraktionen wie Vorführungen, Führungen oder das Ponyreiten müssen die Besucher aktuell verzichten, die Streichelwiese mit den Zwergziegen und der Spielplatz sind aber geöffnet. Und die größte Attraktion sind in diesen Tagen ohnehin die süßen Tierkinder, die zum Teil schon ein paar Monate, zum Teil erst wenige Tage alt sind und neugierig die Welt erkunden. Es ist für Besucher wie Mitarbeiter die schönste Zeit des Jahres.

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