Regel sorgt für Unverständnis

Ärger über Testpflicht: Tierpark Ströhen steuert mit Testzentrum gegen

Wer die süßen Kattas im Tierpark Ströhen besuchen möchte, braucht künftig einen negativen Corona-Test. Der Tierpark richtet darum ein eigenes Testzentrum ein.
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Wer die süßen Kattas im Tierpark Ströhen besuchen möchte, braucht künftig einen negativen Corona-Test. Der Tierpark richtet darum ein eigenes Testzentrum ein.

Ströhen – Ganz Niedersachsen hofft auf die vom Land in Aussicht gestellten Lockerungen, die ab kommendem Montag in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 greifen sollen. Ganz Niedersachsen? Die Verantwortlichen der Tierparks und Zoos bewerten die für sie vorgesehenen „Lockerungen“ äußerst kritisch, denn für sie bedeuten sie in der Praxis eher eine Verschlechterung.

So jedenfalls sehen es die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG) und auch Dr. Nils Ismer, Leiter des Tierparks Ströhen, der am Freitag ein eigenes Testzentrum öffnet, um den Tierparkbesuch so unkompliziert wie möglich zu machen.

DTG-Vizepräsident Dr. Nils Kramer appelliert in einem offenen Brief an die Landesregierung, die geplante grundsätzliche Testpflicht für Zoo-Besuche zu überdenken. „Die Einführung der Testpflicht bei einer Inzidenz über 100 stellt eine große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung für die Zoowelt dar“, so Kramer. Die Erfahrungen der letzten Tage zeigten sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit, dass nur noch 5 bis 35 Prozent der Besucher im Vergleich zu den circa sieben geöffneten Wochen nach Ende des letzten Lockdowns in die Zoos kämen.

Er betont, was auch Nils Ismer schon häufiger angesprochen hat: Tierparks und Zoos befinden sich gerade mitten in der Hauptsaison. Im Frühjahr mit den vielen Feiertagen erwirtschaften sie die Rücklagen für den einnahmenschwachen Winter.

Als „absolut unverständlich“ bezeichnet Kramer die künftige Testpflicht auch bei einer Inzidenz unter 100. „Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren wollen“, sagt auch Ismer mit Verweis darauf, dass die Ansteckungsgefahr im Freien sehr gering sei. Tierparks und Zoos hätten seit über einem Jahr bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionieren.

Obwohl Nils Ismer bei den Gästen des Ströher Tierparks in den vergangenen Wochen beobachtet hat, dass sie dankbar sind, endlich wieder etwas mit ihren Kindern unternehmen zu können, fürchtet auch er, dass eine Testpflicht viele Besucher abschrecken wird.

Er richtet darum im Tierparkrestaurant ein eigenes Testzentrum ein, das am Freitag in Betrieb gehen soll. Termine für einen kostenlosen Test können über die Homepage des Tierparks gebucht werden. Das Testzentrum selbst kostet den Tierpark laut Ismer etwa 3000 Euro. Am Wochenende würden drei entsprechend geschulte Mitarbeiter für Testungen abgestellt, unter der Woche mindestens einer. „Wir machen das gerne, wenn wir dadurch für Besucher attraktiv bleiben“, so Ismer. Da sich das Tierparkrestaurant auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang befindet, verlören die Besucher nur etwa zehn Minuten. 5000 Tests für einen Abstrich im Mund-Rachen-Raum sind schon gekauft. Kosten: rund 20000 Euro. Die bekomme der Tierpark aber von der Krankenkasse ersetzt, erläutert der Tierparkchef.

Das Testzentrum ist laut Ismer übrigens nicht nur für Tierparkbesucher geöffnet, sondern für alle Bürger.

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