„Wir müssen uns Gedanken machen“

Corona-Krise trifft Tierpark Ströhen hart: Hoffen auf finanzielle Hilfe

Tierparkleiter Dr. Nils Ismer mit der asiatischen Elefantenkuh Baby. Foto: Tierpark
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Tierparkleiter Dr. Nils Ismer mit der asiatischen Elefantenkuh Baby.

Ströhen - Dr. Nils Ismer macht sich große Sorgen. Für seinen Tierpark in Ströhen beginnt jetzt eigentlich die Zeit im Jahr, in der er das Geld verdient, von dem er in den Wintermonaten zehrt. Eigentlich. Denn auch der Tierpark musste seine Tore aufgrund der Corona-Pandemie schließen. Im Internet schlägt der Einrichtung eine Welle der Sympathie entgegen. Viele folgten bereits der Bitte des Tierparks um finanzielle Unterstützung auf Facebook.

Das alleine wird den Tierpark zwar nicht retten, aber eine wertvolle Unterstützung ist es allemal. „Wir sind sehr begeistert. Es ist toll, dass das so angenommen wird. Das zeigt, dass sich die Menschen in der Region mit dem Tierpark verbunden fühlen“, sagt Ismer. Er geht von finanziellen Einbußen „im gehobenen sechsstelligen Bereich“ aus, denn während auf der einen Seite die Einnahmen aus Eintritt, Restaurant und Merchandising ausbleiben, geht der Betrieb in vollem Umfang weiter. Schließlich wollen die Tiere auch in Corona-Zeiten gefüttert und umsorgt werden.

Ismer betont, dass die Eindämmung des Coronavirus und dessen Folgen zurzeit über fast allem anderen stehe und er die Schließung darum natürlich auch akzeptiere. Aber sie käme zur Unzeit. „Allein die Monate März bis Mai machen bei uns circa 50 Prozent des Jahresumsatzes aus“, erklärt der Tierparkleiter. Denn zum einen ziehe es die Menschen nach den grauen Monaten an die frische Luft, zum anderen fallen in diese Zeit viele Feiertage.

Tierpark Ströhen und Corona: „Haben noch genug Futtervorräte“

„Wir haben noch genug Futtervorräte“, betont Ismer. Auch die Liquidität sei für die nächsten sechs bis acht Wochen gesichert. Zwar gilt die Schließungsanweisung vorerst bis zum 18. April, der Tierparkinhaber geht angesichts der Entwicklung der vergangenen Tage aber nicht davon aus, dass er die Tore dann wieder öffnen kann. „Darum müssen wir uns schon jetzt Gedanken machen, wie es weitergeht“, so Ismer.

„Wir hoffen natürlich auf die Unterstützung der Bundesregierung und des Landes, so wie es in den letzten Tagen angekündigt wurde, allerdings wissen wir auch, dass bürokratische Vorgänge eine gewisse Zeit brauchen und bezweifeln, dass diese Hilfe auch nur annähernd den entstehenden Schaden abfangen kann“, erklärt Ismer.

Buchungen und Spenden für Tierpark Ströhen möglich

Um Einnahmen für den Erhalt des Betriebes zu generieren, bietet der Tierpark die Möglichkeit, bereits jetzt Angebote zu buchen, die erst nach der Öffnung in Anspruch genommen werden, beispielsweise ein Picknick mit Elefanten. Auch Jahreskarten können jetzt schon online gekauft werden. Sie sind dann ab der Öffnung zwölf Monate gültig.

Wer diese Angebote nicht nutzen, aber trotzdem helfen möchte, kann das ebenfalls tun. Eine Spendenbescheinigung kann allerdings nicht ausgestellt werden.

Als kleine Gegenleistung für die Schenkungen will der Tierpark möglichst täglich ein kleines Video auf seiner Facebook-Seite online stellen, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, „die besondere Schönheit und friedvolle Atmosphäre des Tierparks zu erleben. Gerade in diesen Tagen glauben wir, dass dieses von vielen Menschen sehnlichst herbeigewünscht wird“, so Ismer. „Wir sind überwältigt von der Vielzahl der Spenden, vor allem aber von der unglaublichen Solidarität und Freundschaft so vieler Menschen zum Tierpark Ströhen.“

Kontodaten

www.paypal.me/tierparkstroehen IBAN: DE32 2802 0050 458 365 9000 Stichwort: Schenkung

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