Stelzen-Häuser unter Bäumen

Auf dem Tierpark-Gelände in Ströhen soll ein Feriendorf entstehen

Planung des Feriendorfs im Tierpark Ströhen. Die gestreifte Fläche stellt das auszuweisende Sondergebiet Tierpark dar, die grünen Punkte symbolisieren die zu erhaltenden Bäume.
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Auf dem Tierparkgelände westlich des Tierpark-Restaurants möchte Eigentümer Nils Ismer ein Feriendorf entwickeln. Der Bauausschuss unterstützt das Konzept und stimmte für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans. Die gestreifte Fläche stellt das auszuweisende Sondergebiet Tierpark dar, die grünen Punkte symbolisieren die zu erhaltenden Bäume.

Auf dem Gelände des Tierparks in Ströhen soll ein naturnahes Feriendorf mit Stelzen-Häusern entstehen. Das Genehmigungsverfahren läuft.

Wagenfeld – Ein Feriendorf inmitten eines Waldes im Einklang mit der Natur – ein solches Projekt würde Dr. Nils Ismer, Betreiber des Tierparks Ströhen, gerne auf seinem weitläufigen Gelände umsetzen. Weil das Areal als Landschaftsschutzgebiet und Sondergebiet für Erholung ausgewiesen ist, ist es nun an Verwaltung und Gemeinderat, mit der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

Es dürfte eine lösbare Aufgabe sein, denn wie Planer Michael Schwarz in der Sitzung des Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschusses am Dienstagabend erläuterte und auch Nils Ismer selbst betonte, ist der Eingriff in die Natur vergleichsweise gering. Der Clou: Die in einem Waldstück südlich des großen Parkplatzes geplanten etwa 30 Ferienhäuser sollen auf Stelzen gebaut werden, der Boden darunter bleibt nahezu unangetastet. Laut Schwarz werden die Stelzen mit entsprechendem Fundament in den Boden eingegraben. Das Haus wird anschließend mithilfe eines Krans daraufgesetzt. Neben den Ferienhäusern ist in dem Bereich ein zusätzliches gastronomisches Angebot zugelassen, falls es benötigt wird.

Die textlichen Festsetzungen des Bebaungsplan-Entwurfs sehen unter anderem vor, dass die Gesamtkapazität im nördlichen und südlichen Teil des Sondergebiets je 60 Betten nicht überschreiten darf. Insgesamt dürfen Ferienhäuser und gastronomische Einrichtungen (höchstens 20 Sitzplätze) eine Grundfläche von maximal 1500 Quadratmeter haben, sofern die Gebäude das Gelände überkragen. Die Dächer aller Gebäude werden begrünt.

Als einzige Zuwegung soll ein 4,60 Meter breiter Weg mit wassergebundener Decke das Areal vom Tierparkrestaurant auf der einen Seite bis zum Parkplatz auf der anderen Seite durchziehen. Er dient als Rettungsweg und als Zufahrt zu den Ferienhäusern, wobei die Gäste optimalerweise bei der Ankunft direkt auf dem Parkplatz parken und zu Fuß den kurzen Weg zu den Häusern gehen.

Bäume stehen dem Projekt nicht im Wege. Für die freien Flächen in dem Wäldchen haben die Borkenkäfer gesorgt, die dort laut Schwarz im vergangenen Jahr gewütet haben. Viele Bäume seien abgestorben.

Die verbliebenen, zu erhaltenden Bäume werden im Bebauungsplan festgehalten und müssen, sollten sie entfernt werden müssen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, durch neue Bäume in unmittelbarer Nähe ersetzt werden.

„Wir sehen diese Stelle als absolut geeignet an für dieses Projekt, das für den lokalen und regionalen Tourismus ein Schritt nach vorne sein könnte“, warb Nils Ismer für die Unterstützung des Fachausschusses. Mit dem Entwurf sei es gut gelungen, unter möglichst großer Schonung der landschaftlichen Gegebenheit trotzdem ein attraktives Angebot zu schaffen. Das Feriendorf-Konzept fand die einhellige Zustimmung des Fachausschusses. „Das ist ein tolles Projekt für Ströhen“, sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Sven Wietelmann. „Respekt vor Unternehmern, die so etwas in Angriff nehmen.“

Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete sind durch Verordnung des Landkreises Diepholz festgesetzte Gebiete. Das Landschaftsbild und der Schutz der Naturgüter stehen dabei im Vordergrund. Es soll der Charakter des Gebietes erhalten werden. Dies kann laut Landkreis eine strukturreiche Kulturlandschaft mit Hecken und Teichen, eine Pufferzone für ein Naturschutzgebiet oder ein Waldgebiet sein. Um dies sicherzustellen, werden großflächige Gebiete unter Schutz gestellt. Vielfach sind es vom Menschen geprägte Gebiete, weshalb ihre Nutzung auch weniger eingeschränkt wird.Es können aber Nutzungen verboten werden, wenn sie dem Schutzzweck zuwiderlaufen. Laut Homepage der Behörde sind im Landkreis Diepholz 71 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von rund 30057 Hektar ausgewiesen. Das entspricht etwa 15 Prozent der Landkreisfläche.

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