Tierpark Ströhen: Familien begeistert/Eingeladene Flüchtlinge voll integriert

Wundervolle Zirkuswelt

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Gekonnte Pferdedressur von Miguel Frank.

Ströhen - Auf dem Rücken von Kamelen und beim Ponyreiten schien das Wort Integration einfach nur noch eine Worthülse. Zwischen den zwei Höckern der Kamele teilten sich wie selbstverständlich Flüchtlingskind und einheimisches den Platz, beide hatten einen riesigen Spaß auf dem großen flauschigen Wüstenschiff.

Genauso der gemeinsame Genuss zur Premiere der neuen Weihnachtsshow des Weihnachtszirkus der Zirkusfamilie Frank, die bis zum 10. Januar im Tierpark Ströhen ihr Zuhause hat mit Familie und Tieren. Zur Premiere begrüßte Dr. Nils Ismer neben den Premierengästen etwa 40 Flüchtlinge und Besucher der Tafel Wagenfeld-Ströhen plus Begleitpersonen. Den gemeinsamen Besuch und dessen Finanzierung hatten die Tafel, die Gemeinde Wagenfeld, Familie Ismer und Firma Lahrmann ermöglicht. Das Resultat nach 90 Minuten wunderbarster Zirkuswelt: Große Augen, die Kinder hielt nichts mehr auf den Bänken und ein begeistertes Publikum.

Zum ersten Mal stand vor der großen Zirkushalle des Tierparks ein weihnachtlich geschmücktes Zelt zum Entré, für die Pause und eine Minieselstute mit ihrem drei Wochen alten Fohlen zum Streicheln.

Bürgermeister Matthias Kreye und Fachbereichsleiter Sven Schröder begleiteten die Eingeladenen zur Show, ebenso freiwillige Mitarbeiter der Tafel.

Bereits vor drei Wochen war die Zirkusfamilie Frank nach Ströhen gereist, um ihr Programm zu trainieren. Entstanden ist eine Show mit sehr viel Musikalität, Live-Musik von Mitgliedern der Familie, Artistik, Clownerie und freie Tierdressur-Nummern. Und ein Blick ins Publikum verriet: Vertreter der halben Welt waren dort, denn neben den Flüchtlingen aus Syrien und dem Balkan, waren chinesische Unternehmenspartner von Nils Ismer sehr an der Tierdressur vor allem mit Araberhengsten interessiert. Die hatte die Familie Frank als eineinhalb-jährige Hengste vom Arabergestüt gekauft und seit dem trainiert.

Insgesamt umfasst das Unternehmen der Familie Frank etwa 70 Tiere, einschließlich einer Giraffe. „Die konnten wir aber nicht mitbringen, ihr Hals ist einfach zu lang für die Örtlichkeit“, verrät Harry Frank, der auch für die Hammondorgel zuständig ist. Die Zirkusnummern waren klassisch und ausgefallen: Ein Hauch Afrika mit den schwer zu dressierenden Zebras, Antilopen und Lamas. Gepunktet wie „Kleiner Onkel“ von Pippi Langstrumpf aber mit echten Flecken die Mini-Shetland-Ponys und das Kaltblut zur Akrobatik-Sprungnummer. Die Freiheitsdressur mit Kamelen, Dromedar, Arabern und Kaltblütern oder die spanische Dressur mit Tanz und majestätischem Ritt.

Beeindruckend die Musikalität der Familie Frank: Jeder sprang quasi für jeden mal eben am Schlagzeug ein, wenn der andere in der Manege an der Reihe war.

In der Pause gab es Ponyreiten und nach dem großen Finale mit auf zwei Beinen laufenden Arabern das Angebot eines Ritts auf den Kamelen. Wie gebannt die Augen und der Atem gestockt, als der Messerwerfer die Beile und Todessterne schmetterte. Die Clowns eine willkommene Unterbrechung der Tierdressuren, natürlich mit den schönsten und lautesten Lachern aus Schadenfreude aus dem Publikum, wenn Marcello als Biene Maja Kinder und Erwachsene zum herzhaften Lachen bewegt. „Unsere Tiere machen was sie wollen“, erläutert Tiertrainer Miguel Frank. Was nicht heißt, dass Gefahr droht, sondern dass die Dressur ausschließlich auf dem Prinzip Ansprache und Belohnung basiere.

Das sah man auch: Denn er sprach nach jeder Nummer mit den Tieren wie mit Familienmitgliedern. Der Weihnachtsmann spielte Trompete, war Clown oder Schlagzeuger. In einem Familienzirkus funktioniert eben alles wie in einem großen Räderwerk. Der Weihnachtszirkus öffnet außer am 24. und 31. Dezember bis zum 10. Januar täglich um 15 Uhr für die zauberhafte Zirkusshow.

sbb

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