Männliche Kita-Leitung einmalig im Kreis

Thomas Gickel ist seit August Leiter der „Pusteblume“ in Wagenfeld

+
Thomas Gickel ist seit dem 1. August Leiter der Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Wagenfeld. Er ist der einzige Mann in einer solchen Funktion kreisweit. Die Kinder haben keine Probleme mit ihrem neuen „Chef“.

Wagenfeld - Von Horst Benker. Die Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Wagenfeld hat seit dem 1. August einen Leiter. Er heißt Thomas Gickel, ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat einen 18-jährigen Sohn. Der gebürtige Twistringer wohnt in Bassum und war zuvor Kindergartenleiter in der Samtgemeinde Thedinghausen.

Er ist eigener Aussage zufolge der einzige Mann in leitender Funktion in einem Kindergarten im Landkreis Diepholz. Wir unterhielten uns mit ihm über seine neue Aufgabe.

Herr Gickel, was sind Ihre ersten Eindrücke von der Kita „Pusteblume“ in Wagenfeld?
Thomas Gickel: Meine ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Ich freue mich, in solch einer schönen und modernen Kita die Kinder, Eltern und Mitarbeiter begleiten zu dürfen. Es ist eine helle und freundliche Atmosphäre im Haus und das strahlen die Kollegen und Kinder auch aus. Dazu kommt der für Kinder gut durchdachte Spielplatz. Auch die entspannte Parkplatzsituation für die Eltern ist Klasse. Solch eine hervorragende Möglichkeit zum Parken habe ich noch an keiner Kita gesehen.

Was hat Sie bewogen, sich auf die Stelle in Wagenfeld zu bewerben?
Gickel: Ich habe vorher als Kindergartenleiter in einem fünfgruppigen Kindergarten gearbeitet, leider ohne Integration. Es war mir ein wichtiges Anliegen, mich wieder aktiv in die Inklusionsarbeit als Heilpädagoge einbringen zu können. Das wird mir hier in der Kita „Pusteblume“ ermöglicht. Ferner finde ich den konzeptionellen Gedanken der „Offenen Arbeit“ gut, weil dadurch die Kinder von klein auf Demokratie und Verantwortung für sich und andere lernen.

Was ist Ihnen in der Arbeit besonders wichtig?
Gickel: Ich versuche immer, das Positive in jedem Menschen zu sehen, denn jeder hat seine Geschichte. Niemand ist perfekt, doch perfekt wäre es, wenn jeder so akzeptiert wird, wie er ist.

Worüber können Sie sich ärgern?
Gickel: „Ärgere dich nicht“ ist leichter gesagt als getan. Sich über etwas ärgern geht manchmal schneller als sich über etwas zu freuen oder auch für etwas dankbar zu sein. Daher ist meine Devise: Vertrauen und Gutes tun, das heißt, ich lasse den Ärger nicht weiter Platz in meinem Leben einnehmen, sondern ich setze etwas anderes an die Stelle des Ärgerns. Damit meine ich nicht, dass nicht auch Dinge geklärt oder ausgesprochen werden müssen.

Wie sind Sie aufgenommen worden – von Kindern, Kollegen und Eltern?
Gickel: Alle, ob Kinder oder Erwachsene, sind mit einer großen Portion Neugierde, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit auf mich zugegangen. Ich habe mich schon vom ersten Tag an in der Kita „Pusteblume“ wohlgefühlt.

Übernehmen Sie auch Gruppenarbeit, oder beschränken Sie sich ausschließlich auf die Leitungsfunktion?
Gickel: Neben meiner administrativen Tätigkeit, gehe ich regelmäßig durch die Gruppen, um als Ansprechpartner für Kinder und Kollegen da zu sein. Zudem unterstütze ich im Krankheitsfall von Mitarbeitern die jeweiligen Gruppen beziehungsweise Funktionsbereiche.

Haben Kinder und Kolleginnen ein Problem damit, dass sie jetzt einen Leiter haben?
Gickel: Männer sind in Kindertagesstätten leider noch nicht die Regel, obwohl gerade Mädchen auch Männer brauchen. Sie werden selbstbewusster, wenn sie von ihren Vätern und anderen Männern ernst genommen und unterstützt werden. Schließlich – einen partnerschaftlichen Umgang, in dem Männer und Frauen einander mit Wertschätzung und Respekt begegnen, können Jungen und Mädchen nur dann erleben, wenn es in ihrem Alltag auch Männer und Frauen gibt. Das ist für alle eine Win-win-Situation.

Wie reden Kinder und Kolleginnen Sie an?
Gickel: Mein Vorname ist ein wichtiger Bestandteil meiner Identität, für Kinder ist der Name sogar die erste Identität. Daher dürfen mich alle Kinder mit meinem Vornamen ansprechen. Die Kollegen sprechen mich mit einem professionellen Du beziehungsweise mit meinem Vornamen an. Hier können wir uns ruhig etwas Lockerheit aus Amerika abschauen.

Gibt es lustige Begebenheiten mit Kindern, die Sie zum Schmunzeln gebracht haben?
Gickel: Da es leider noch nicht selbstverständlich ist, dass Männer im Kindergarten arbeiten, werde ich doch schon mal gefragt: „Wann und wo gehst Du arbeiten?“ Ich bin für die Kinder zwar der „Chef“ vom Kindergarten, aber arbeiten tue ich woanders.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

RB Leipzig feiert ersten Champions-League-Sieg

RB Leipzig feiert ersten Champions-League-Sieg

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Meistgelesene Artikel

Kein Engagement gegen Atomwaffen: „Bund nimmt totale Zerstörung in Kauf“

Kein Engagement gegen Atomwaffen: „Bund nimmt totale Zerstörung in Kauf“

Brockumer Großmarkt: „Einzäunung und Entsorgung werden verbessert“

Brockumer Großmarkt: „Einzäunung und Entsorgung werden verbessert“

Beratung für Gründerinnen im geschützten Rahmen

Beratung für Gründerinnen im geschützten Rahmen

Kreislandwirt befragt Landtagswahl-Kandidaten in Rehden

Kreislandwirt befragt Landtagswahl-Kandidaten in Rehden

Kommentare