Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Ströhen-Süd wählt

Matthias Schubert führt Vorstand

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Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye (l.) mit den Mitgliedern des Vorstandes und deren Stellvertreter (v.l.): Torsten Meier, Cord Sander, Matthias Schubert (Vorsitzender des Vorstandes) Heinfried Immoor, Reinhard Heider, Heino Horstmann, Margarete Summann, Henning Fiedler, Wilhelm Niemeier, und Gerald Hilgemeier. 

Ströhen - „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, staunte Olaf Stührmann vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Geschäftsstelle Sulingen, am Donnerstagabend in Ströhen nicht schlecht und freute sich zugleich. Die Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Ströhen-Süd hatte innerhalb weniger Minuten einen Vorstand gewählt – absolut problemlos.

Die Wahl war von den Ströhern gut vorbereitet. Es gab zwei Listen mit jeweils fünf Namen für den Vorstand beziehungsweise für die Stellvertreter. Die Listen wurden per Handzeichen einstimmig abgesegnet, nachdem Stührmann die Modalitäten der Wahl erläutert hatte.

Dem Vorstand gehören an Matthias Schubert, Henning Fiedler, Cord Sander, Reinhard Heider und Gerald Hilgemeier. Zu Stellvertretern gewählt wurden Wilhelm Niemeier, Margarete Summann, Heinfried Immoor, Heino Horstmann und Torsten Meier.

Der Vorstand wählte Matthias Schubert zu seinem Vorsitzenden und Reinhard Heider zu dessen Stellvertreter.

Die Sitzungen des Vorstandes sind nicht öffentlich. Der Vorstand führt die Geschäfte der Teilnehmergemeinschaft. „Er macht aber keine Neuzuteilungen, das ist Aufgabe des Amtes“, erklärte Stührmann, der die Wahl geleitet hatte.

Vor den Wahlen hatte Thomas Bahlmann von der Geschäftsstelle kurz den Ablauf des Flurbereinigungsverfahrens erläutert. Danach soll im kommenden Jahr der Wege- und Gewässerplan aufgestellt und in 2020 mit dem Ausbau begonnen werden. Gleichzeitig soll die Wertermittlung erfolgen. 2021 soll die Vermessung folgen, 2022 sollen erste Teilnehmergespräche geführt werden. Besitzwechsel und Flächentausch sollen 2023 folgen. Mit dem Abschluss des Verfahrens wird für 2029 gerechnet, nach zehn Jahren also.

Der Termin am Donnerstagabend war der zweite offizielle Termin nach der Bürgerinformation am 10. Oktober.

Allgemeines Ziel der Flurbereinigung ist die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum. Im Fokus steht dabei die Landwirtschaft. Das Verfahren berücksichtigt aber auch andere Aspekte wie gemeindliche Planung, Naherholung oder Naturschutz, hatte Stührmann in der Informationsveranstaltung am 10. Oktober erläutert.

In dem 1 905 Hektar großen Areal südlich der Mindener Straße und der Tierparkstraße betroffen sind 275 Grundstückseigentümer, die nach derzeitigem Stand 330 Euro pro Hektar zur Flurbereinigung beitragen müssen. Das Land Niedersachsen trägt ebenfalls seinen Teil zum Verfahren bei. Der Gemeinde Wagenfeld liegt ein verbindlicher Förderbescheid in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro vor.

Die aktuelle Planung hatte ein Arbeitskreis, an dem Ströher Bürger beteiligt waren, in den vergangenen eineinhalb Jahren ausgearbeitet.

Ein Ziel des Verfahrens ist laut Amt die Zusammenlegung landwirtschaftlicher Flächen, ein weitaus wichtigeres die Reduzierung des Wegenetzes und der Ausbau der verbleibenden Wege. Das Ziel der Reduzierung bleibt in Ströhen allerdings auf der Strecke. Aus Sicht des Amtes ist das sehr bedauerlich. Jeder Weg führe zu einem Haus, Hof oder Acker und müsse erhalten bleiben.

Vorgesehen ist außerdem die Erneuerung der Brücke über den Langen Graben am Darlatener Weg. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde ohne Beteiligung der Bürger.

Das Landschaftskonzept des Verfahrens umfasst unter anderem Naturschutzmaßnahmen im Randbereich des Naturschutzgebiets „Ströhener und Steinbrinker Masch“ sowie im Hespeloher und Löher Moor und die Anlage von Baumreihen, Gehölz- und Blühstreifen sowie Feuchtbiotopen.

Das aufwendigste und kostspieligste Projekt aber ist die ökologische Aufwertung der Großen Aue. Sie tue zwar, was sie soll – Wasser abtransportieren –, doch als Lebensraum habe sie erhebliche Defizite, hatte Rainer Ausborn, Geschäftsführer des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands Große Aue, im Oktober erklärt. Das solle sich im Rahmen der Flurbereinigung ändern. In welchem Umfang sei noch offen und hänge zum einen von der Flächenverfügbarkeit ab, ganz wesentlich aber davon, ob sich jemand finde, der das Ganze finanziert. Denn Bürger und Gemeinde werden dafür ebenso wenig zur Kasse gebeten wie für andere Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung. Diese müssen von Dritten, beispielsweise Verbänden, getragen werden.

„Wir versuchen, ohne Ihnen wehzutun, etwas für die Natur zu tun“, brachte es Stührmann während der Bürgerinformation im Oktober auf den Punkt. Die Teilnehmergemeinschaft müsse nur für die Landschaftspflege zahlen, die dem Ausgleich von Baumaßnahmen diene.

Für die ökologische Aufwertung der Großen Aue hatte Heinrich Dammeier vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Leine seinerzeit drei Varianten vorgestellt. Zwei sehen im jetzigen Flussverlauf eine Gewässerbreite von neun bis zwölf Metern mit kleinen Inseln beispielsweise aus Totholz und den Einbau von Strukturelementen vor. In der dritten Variante soll der Flusslauf im Bereich Mindener Straße/Wünkers Weg nach Westen verlegt werden, um dort ein Habitat für Tiere und zugleich einen Erholungsraum für Menschen zu schaffen.

Das alte Flussbett soll erhalten bleiben, um die Entwässerung der anliegenden Flächen insbesondere im Frühjahr sicherzustellen. Voraussetzung für die Umsetzung ist laut Dammeier neben der Finanzierung, dass die Aue im Bereich der bereits laufenden Flurbereinigung Ströhen-Nord „ins Fließen gebracht“ wird.

Alle Planungsunterlagen und die Niederschriften der Arbeitskreissitzungen sind auf der Homepage der Gemeinde Wagenfeld unter dem Punkt „Standort“ zu finden. 

hwb

www.wagenfeld.de

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