Almuth Ismer Ersatzmutter für Tigerbaby

„Taimura“ macht sich prächtig

Viel Zuwendung erfährt das kleine Tigerbaby von Almuth Ismer und genießt sichtlich sein Fläschchen. - Foto: Susanne Ismer

Ströhen - Am Anfang war die Freude groß, als Jürgen Grimberg, Cheftierpfleger im Tierpark Ströhen, verkündete, dass ein Tigerbaby geboren wurde. Am Anfang sah es auch so aus, als ob Tigermama „Amudaja“ das Neugeborene annehmen würde, wie sie es mittlerweile ja schon einige Male gemacht hat.

„Akbar“ und „Amudaja“ haben mittlerweile schon 15 Jungtiere gemeinsam aufgezogen, diesmal jedoch wurde am zweiten Tag klar, dass die Tigermutter sich nicht um das Jungtier kümmerte.

„Wenn wir hier nicht eingeschritten wären, wäre das Jungtier sicher nach wenigen Stunden gestorben“, sagt Dr. Nils Ismer, Leiter des Tierparks in Ströhen. „Zum Glück hat meine Mutter Almuth bereits Erfahrung mit der Aufzucht junger Raubkatzen“, so Ismer weiter. Und so dauerte es nur wenige Stunden, bis die kleine Tigerdame bei seiner Ersatzmutter getrunken hat.

„Wir haben keine Erklärung, warum die erfahrene ,Amudaja‘ ihr Junges nicht angenommen hat. Dies ist bei ihr das zweite Mal der Fall. Und damals hatte sie ebenfalls nur ein Junges geboren, die ,Taiga‘, die auch per Flasche aufgezogen wurde“, sagt Nils Ismer. Vielleicht liege das Verhalten der Tigerin daran, dass es sich nur um ein Junges handele. „Das muss nicht in einem Zusammenhang stehen, aber ihre zwei oder drei Jungen hat sie immer problemlos aufgezogen“, erläutert der Tierarzt.

Mittlerweile fühlt sich das kleine Katzenjunge pudelwohl und fordert mehrmals täglich seine Milch. „Das ist ein gutes Zeichen“ erzählt Almuth Ismer, die dem kleinen Tigermädchen auch schon einen Namen gegeben hat: „Taimura“ heisst der neueste Nachwuchs im Tierpark.

Die Taimura ist ein linker Nebenfluss der Unteren Tunguska in der Region Krasnojarsk im asiatischen Teil von Russland. Die Taimura entsteht am Zusammenfluss ihrer beiden Quellflüsse, der Südlichen und Nördlichen Taimura.

Zu sehen ist „Taimura“ zur Zeit noch nicht. Dies würde im Moment noch zu viel Stress für den kleinen Tiger bedeuten. Zwei bis drei Wochen wird es laut Dr. Ismer noch dauern, bis der neue Liebling des Tierparks den Besuchern gezeigt werden kann. Bis dahin ist zunächst einmal viel Arbeit und Fürsorge von Almuth Ismer notwendig, so dass „Taimura“ sich weiter prächtig entwickelt.

„Im Moment sieht es sehr gut aus, das Kleine ist gut beieinander. Meine Mutter hat Zeit und ist aufgrund ihrer Erfahrung mit der Aufzucht von Tigerbabys ideal für diese Aufgabe“, ist sich Nils Ismer sicher, dass auch „Taimura“ überleben wird.

Sibirische Tiger sind laut Ismer stark vom Aussterben bedroht und sind auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Experten vermuten, dass ihr Bestand in freier Wildbahn auf wenige hundert Tiere dezimiert ist. Der Grund hierfür liegt vor allem an der Wilderei. Auf dem Schwarzmarkt werden verschiedene Produkte, wie Zähne, Fell, aber auch der Penis für horende Summen angeboten. So gelten einige Körperteile von Tigern in Ostasien als Potenzmittel.

Der Tierpark Ströhen züchtet seit vielen Jahren erfolgreich Sibirische Tiger. Auch Tigervater „Akbar“ war schon eine Handaufzucht. Die Tiere sind dem Europäischen Arterhaltungsprogramm (EEP) angeschlossen.

nis/hwb

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