„Tag der Regionen“: Moderator stellt den Protagonisten viele Fragen

Willms will‘s wissen

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Bianca Strieker, Friedhelm Niemeyer, Karin Beckmann, Theo Runge und Eberhard Prunzel-Ulrich (v.l.) beantworteten gestern Mittag während der Podiumsdiskussion im Rahmen des „Tages der Regionen“ bei den „Moorwelten“ in Ströhen den Fragen von Moderator Hans Willms (2.v.r.).

Ströhen - Von Gerhard Scheland. Zum Schluss der mehr als einstündigen Diskussion gab Moderator Hans Willms gestern beim „Tag der Regionen“ auf dem Gelände des Europäischen Fachzentrums für Moor und Klima (EFMK) den fünf Experten auf dem Podium kurze Sätze vor, die sie spontan vervollständigten: „Tourismus und Landwirtschaft in der Diepholzer Moorniederung kann der BUND nicht verhindern, aber…“, gab der Chefredakteur der Mediengruppe Kreiszeitung dem Naturschutzkenner Friedhelm Niemeyer vor, „…aber die Zusammenarbeit mit beiden Interessengruppen konstruktiv weiter fördern“, vollendete der Leiter des BUND Diepholzer Moorniederung.

„Für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Diepholzer Moorniederung wäre es ein Riesenschritt, wenn…“, war die Vorgabe für Bianca Strieker, seit Mitte des Jahres Geschäftsführerin der DümmerWeserLand-Touristik. „…Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus weiterhin gut zusammenarbeiten“, betonte die 39-Jährige. „Wenn es um die Diepholzer Moorniederung geht, dann ist das Amt für regionale Landesentwicklung… der ideale Partner, um Förderungsmöglichkeiten auszuschöpfen“, beendete Karin Beckmann, Landesbeauftragte der regionalen Landesentwicklung Leine/Weser, die Vorgabe des Moderators.

Theo Runge, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Grafschaft Diepholz, stellte heraus, dass für die Landwirtschaft die Flächen der Diepholzer Moorniederung auch in den nächsten Jahren unverzichtbar seien, „weil wir darauf angewiesen sind“. Eberhard Prunzel-Ulrich von der Vereinigung Niedersächsischer Direktvermarkter machte deutlich, dass Direktvermarktung mehr als eine Nischenvermarktung sein könne, „wenn es gelingt, einen Dialog zwischen Produzenten und Verbrauchern herzustellen, um voneinander zu lernen.“

Punktgenau zum Start der Podiumsdiskussion überquerten mehrere Kraniche auf dem morgendlichen Flug von ihrem Rastplatz im Moor zu den Futterstellen auf den abgeernteten Maisfeldern die „Moorwelten“, während Hans Willms den Protagonisten viele Fragen stellte: Zur Landwirtschaft in der Region, zu touristischen Perspektiven, zur Bedeutung des EFMK für den Moor- und Klimaschutz, zu Möglichkeiten der Direktvermarktung für die Landwirtschaft und zu den Aufgaben des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Er stellte das Experten-Quintett vor und wies auf die Themeninseln „Landwirtschaft“ und „Naturschutz“ im Erdgeschoss der „Moorwelten“ hin, „an denen später gern weiterdiskutiert werden darf“. Ganz offensichtlich waren die interessierten Zuhörer mit den Fragen und Antworten zufrieden, denn eine Diskussion mit dem Publikum kam nicht zustande.

"Tag der Regionen" in den Ströher Moorwelten

Der Podiumsdiskussion war im Gastronomiebereich der „Moorwelten“ bereits ein „klangvoller“ Gottesdienst vorausgegangen. Der Ströher Seelsorger Pastor Dirk Brandt orientierte sich in seiner Predigt am Motto des Tages. Er stellte am Beispiel von Landwirtschaft und Naturschutz „fruchtbare Begegnungen“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Musikalisch unterstützt wurde er vom Chor „Zeitlos“.

Für EFMK-Geschäftsführer Jan Grabowsky war die landesweite Auftaktveranstaltung des „Tages der Regionen“ gestern nicht gerade stressfrei. Er wurde in allen Bereichen des Feier-Areals gebraucht. Sein Einsatz hat sich aber gelohnt. Wegen des vielfältigen Angebots in und am Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima sowie wegen des frühherbstlichen „goldenen Sonntags“ bummelten insbesondere in den Nachmittagsstunden mehr als 1000 Besucher durch die Themeninseln in den „Moorwelten“ und das bis auf den letzten Platz bebaute Gelände beim EFMK. „Der Besuch war gut, besser hätte der heutige Tag nicht laufen können“, zeigte sich Grabowsky am frühen Abend sehr zufrieden mit dem Verlauf. „Ohne die gute Unterstützung vieler freiwilliger Helfer und der annähernd 50 Aussteller wäre der Erfolg nicht erreicht worden“, bedankte er sich bei allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.

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