Ganz Ströhen feiert Erntefest 

Tänze und Tränen, Zwiebeln und Sellerie

Fachwissen gefragt: Vivian Fiedler und Tim Ahrens lösten die ihnen gestellten Aufgaben am Samstag mit Bravour.

Ströhen - „Sie leben hoch“: Das neue Erntekönigspaar in Ströhen heißt Vivian Fiedler und Tim Ahrens. Und den unzähligen Gästen auf dem Milchviehhof Fiedler in Ströhen verschlug der Anblick der Erntekönigin am Samstag die Sprache. „Ooooooh“ und ein nicht enden wollender Applaus erhallte zur Begrüßung der Erntekönigin. Die schaffte es bis zum letzten Satz ohne Tränen in ihrer Begrüßung auf dem elterlichen Hof, bis die Tränen der Rührung sie übermannten.

Dann sprang ihr König ein. Tim Ahrens beendete die Rede: „Vielen Dank, dass Ihr so zahlreich gekommen seid, danke für die Hilfe und uns allen ein schönes Fest.“

Solch Fest muss man in der Region suchen, denn ein ganzes Dorf feiert wie selbstverständlich, jeder fasst an, jeder hilft, alle Vereine, Kirche, Kommune, Familie, Freunde und Gäste feiern ein zweitägiges Erntefest. „Die letzten Blumen sind heute Morgen gesteckt worden“, hatte Vivian verraten und das lieferte Aufschluss über die vielen Arbeitsstunden zum 56. Erntefest in Ströhen, das von der Landjugend Ströhen ausgerichtet wird.

Der große Innenhof des Milchviehhalters Fiedler war mit Gaben der Ernte liebevoll geschmückt, die Erntewagen professionell und mit Anwartschaft auf den nächsten Karnevalsumzug großer Metropolen die wahre Hinguck-Wonne. Für Vivian ein Springpferd aus Buchsbaum mit Sattel und Motto-Titel: „Vivi springt mit dem Pferd hoch hinaus“. Für König Tim: „Fährt Tim den Mischwagen“.

Zum Zeremoniell des traditionellen Erntefestes gehören der Spruch des Bauern, das Gedicht der Erntekönigin und Gedanken zum Erntefest von Pastor Dirk Brandt. Tänze der „Dey danzenden Wünnewöppe“, in diesem Jahr der Tanzgruppe „Teens 2.0“ und der „Fierobend Danzer“. Die punkteten mit den Klassikern: „Danz up de Deeln“, einem Holzken-Plattler und „Sing man tau“.

Eine nicht im Protokoll geplante Überraschung lieferten der Bruder der Erntekönigin, Ryan, und sein Freund Luis mit dem Auftritt zweier Kälber. Sie hatten sich überlegt, einfach mal das Fachwissen der großen Schwester und des Königs am lebenden Objekt zu testen: „Vivi, wo ist das Knie beim Kalb, wo der Umdreher und wie führt man es exakt?“ Das Königspaar bestand die Fachprüfung..

Die Grundschüler der zweiten Klasse hatten sich einen „DSDS“ der Gemüsesorten ausgedacht. „Wer ist das wichtigste Gemüse?“, hieß es beim Schaulauf der Gemüsesorten von Frau Lauch bis Herr Kartoffel, Frau Zwiebel bis Mrs. Sellerie. Fazit: „Wir sind alle wertvoll, jeder für sich und auch alle zusammen, im Eintopf.“

Pastor Brandt strahlte stolz über seine Gemeinde: „Ihr alle schafft immer eine grandiose Gemeinschaftsaktion. Die lassen wir uns nicht kaputt machen, nicht durch Terror oder Nazis“, sein Statement. Für Bürgermeister Matthias Kreye stand fest: „Das Ströher Erntefest hat Kultstatus. Ganz Ströhen ist auf den Beinen, ob Alt oder Jung oder gerade Alt und Jung.“ Er fand es einmalig, dass die Tradition so reibungslos fortgeführt wird. Sein Dank ging an die Landwirte, Bäcker, Schlachter für die frischen Lebensmittel, die in der Region erzeugt werden und den Grund des Festes liefern.

56. Erntefest in Ströhen

Ein besonderes Jubiläum feierten die „Dey danzenden Wünnewöppe“. Die jüngste und sechste Gruppe der Ströher Tanzgruppen wurde 25 Jahre. Heidrun Hilgemeyer, eine der Gründerinnen und späteren Betreuerinnen von 1991, erinnerte sich: „Es fanden sich spontan 30 Kinder im Grundschulalter nach dem Aufruf, eine Kindertanzgruppe zu bilden.“ Es folgten Spielwochenenden mit Miniplayback-Shows, Zirkusprojekt und dem „SpiBauZe“, einer Kombination von Spielen, Bauen und Zelten. Daraus erklärt sich das Gemeinschaftsgefühl von selbst, denn selbst die Jüngsten singen, tanzen und feiern in Ströhen mit den „Großen“. „Die insgesamt sechs Tanzgruppen in Ströhen sind auch ein Resultat unserer Bemühungen“, konstatiert Hilgemeyer. Derzeit heißen diese: „Dey danzende Wünnewöppe“, „Boom“, „Teens 2.0“, „Seven Up“, „Steffis Mädels“ und Fierabend Danzer“.

Nach dem Hofprogramm zog der Ernte-Staat mit Gefährt und zu Fuß zum Landgasthaus Kastens, wo das Fest am Sonntag in Runde zwei ging. 

sbb

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