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25 000 Euro aus Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ für Flutopfer überwiesen

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Von: Melanie Russ

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Die Flut hat in Gemünd eine Trümmerlandschaft hinterlassen. Das Foto zeigt einen Straßenzug im Juli 2021.
Die Flut hat in Gemünd eine Trümmerlandschaft hinterlassen. Das Foto zeigt einen Straßenzug im Juli 2021. © Stadt Schleiden

25.000 Euro aus der Ströher Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ wurden inzwischen an die Flutopfer in der besonders stark betroffen Ortschaft Gemünd überwiesen. Jetzt dankt der Bürgermeister für die Unterstützung und erklärt, wie die Spenden verteilt werden.

Ströhen – Angesichts der in die Millionen Euro gehenden Schäden scheinen 25.000 Euro auf den ersten Blick nicht viel. Doch für diejenigen, die während der Flutkatastrophe in der Eifel im vergangenen Sommer fast alles verloren haben, können ein paar Tausend Euro für den Neustart eine große Hilfe sein. Rund 25.000 Euro – so viel ist bei der Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ für die Menschen in der besonders stark betroffenen Ortschaft Gemünd in der Kleinstadt Schleiden inzwischen zusammengekommen und überwiesen worden. Die Ströherin Helke Diepholz hat die Aktion im Juli gemeinsam mit dem DRK-Ortsverein initiiert.

Ortsvorsteher Reinhard Heider, der die Spendenaktion tatkräftig unterstützte, und Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings nutzen den Jahreswechsel nun, um allen Unterstützern zu danken und zu erklären, wie das Geld verwendet wurde.

Der überwiegende Teil der Spenden von Ströher Bürgerinnen und Bürgern und Spendern aus den Nachbargemeinden waren schon bis Mitte August eingegangen. Die große Hilfsbereitschaft hatte Diepholz und Heider ein bisschen sprachlos gemacht, obwohl sie durchaus wussten, dass auf die dörfliche Gemeinschaft auch und insbesondere in der Krise Verlass ist. „Ein tolles Ergebnis und sicher ein kleiner Beitrag zur Linderung der ersten Not“, schreibt der Ortsvorsteher in seinem Neujahrsgruß an die örtlichen Vereine. Die Spendenaktion zeige, dass man gemeinschaftlich viel erreichen könne.

Laut Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings ist die Spende mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Bei rund 3 000 Haushalten und circa 5 000 Bürgerinnen und Bürgern, die vom Hochwasser betroffen sind, hilft in der Tat jeder Euro. Mit rund 25 000 Euro haben Sie also einen sehr wichtigen Beitrag dabei geleistet, die Not der am schlimmsten Betroffenen etwas zu lindern“, schreibt er in einem Brief an die Ströher, verbunden mit einem herzlichen Dank für das „tolle Engagement“.

Die große Spendengeldausschüttung sei in der Stadt Schleiden mittels eines Stichtages erfolgt, berichtet Pfennings. Bis zum 15. September konnten von dem Hochwasser betroffene Bürgerinnen und Bürger bei der Verwaltung einen Antrag auf Spendengelder stellen.

Insgesamt seien 807 Anträge eingereicht worden, von denen 101 Gewerbebetriebe und 354 Haushalte eine Zuwendung aus dem Spendentopf erhalten hätten, so der Bürgermeister. Im Durchschnitt seien das 4.950 Euro je Gewerbebetrieb und 3.290 Euro je Haushalt. So habe in vielen Fällen eine Grundliquidität sichergestellt werden können.

Die Kriterien zur Verteilung der Spendengelder hatte der Stadtrat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung festgelegt. Die Höhe der Zuwendung richtete sich dabei laut Pfennings nach der Schadenshöhe und dem Maß der Betroffenheit. Im Antrag wurden Angaben zur Schadenshöhe, zur Versicherungssituation, zum Einkommen und Vermögen, zur Familiengröße und zur monatlichen finanziellen Belastung abgefragt. Aus diesen Angaben wurde ein Punktwert ermittelt, aus dem sich der Grad der Betroffenheit ergibt.

Der Stadtrat hat daraufhin entschieden, allen Betroffenen, die einen Mindestschaden von 10.000 Euro erlitten und aufgrund der Angaben im Antragsformular mindestens zehn Punkte erreicht haben, einen Anteil aus dem Spendentopf auszuzahlen. „Ein wie ich finde sehr faires und transparentes Vorgehen. Derzeit eingehende Spenden werden vor allem für Härtefälle und Sonderprojekte eingesetzt“, so der Bürgermeister weiter.

Pfennings besonderer Dank galt Helke Diepholz und Reinhard Heider für die Organisation der Spendenaktion. „Schön, dass die Menschen in der Hochwasserregion in dieser großen Not nicht alleine gelassen wurden.“

Von Melanie Russ

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