Überwältigende Resonanz

Ströher sammeln 25.000 Euro für Hochwasseropfer in Gemünd ‒ Aktion „Unser Dorf hilft“ läuft weiter

Helke Diepholz vom DRK-Ortsverband und Ortsvorsteher Reinhard Heider freuen sich über die große Resonanz auf die Spendenaktion in Ströhen und den Nachbarkommunen.
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Helke Diepholz vom DRK-Ortsverband und Ortsvorsteher Reinhard Heider freuen sich über die große Resonanz auf die Spendenaktion in Ströhen und den Nachbarkommunen.

25.000 Euro sind in den ersten vier Wochen der Ströher Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ für die Hochwasseropfer in Gemünd zusammengekommen. Ein Teil des Geldes wurde bereits überwiesen, die Aktion läuft unterdessen weiter.

Ströhen – Dass auf die Ströher Dorfgemeinschaft Verlass ist, das wussten Helke Diepholz und Ortsvorsteher Reinhard Heider natürlich. Doch eine so große Resonanz auf ihre Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ für die von der Hochwasserkatastrophe besonders stark betroffene Ortschaft Gemünd in der Stadt Schleiden hätten sie nicht erwartet. Bis Ende vergangener Woche waren rund 20.000 Euro auf dem Spendenkonto des DRK-Ortsvereins Ströhen eingegangen. Die habe sie schon an die Stadt Schleiden überwiesen, berichtet Helke Diepholz. In den vergangenen Tagen sind bereits weitere 5.000 Euro eingegangen.

„Ich bin ein bisschen überwältigt“, gesteht Reinhard Heider. Und ein wenig stolz auf seine Ströher ist der Ortsvorsteher auch. Sie stellen aktuell die deutliche Mehrzahl der Spender. Allerdings, so betont Heider, hätten auch viele Menschen aus Wagenfeld und den umliegenden Gemeinden gespendet. Ihnen allen gebühre ein ganz großer Dank.

Helke Diepholz hatte die Aktion vor vier Wochen gemeinsam mit dem DRK-Ortsverein, in dessen Vorstand sie aktiv ist, und dem Ortsvorsteher ins Leben gerufen (wir berichteten). Sie nahmen Kontakt zu den Vorständen der örtlichen Vereine auf, die wiederum ihre Mitglieder auf die Aktion aufmerksam machten und zumeist auch selbst etwas aus der Vereinskasse dazugaben. Zu den Spendern gehören sowohl Firmen als auch Vereine und Einzelpersonen, Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene. Die Spenden reichen von fünf Euro bis zu größeren Beträgen.

„Das Wesentliche war für uns, dass es eine direkte Hilfe von Ort zu Ort ist und dass keine Verwaltungskosten von den Spenden abgehen“, erklärt Reinhard Heider. Vom städtischen Koordinator für die Verteilung der Spendengelder hat Helke Diepholz inzwischen auch schriftlich die Zusicherung erhalten, dass das Geld direkt und ohne Abzüge an diejenigen geht, die es besonders dringend brauchen, um die nötigsten Dinge für den Alltag anzuschaffen. Sie habe von vielen in Ströhen die Rückmeldung bekommen, dass sie genau aus diesem Grund für diese Aktion spenden, so Diepholz.

Die Kommunikation mit den Verantwortlichen der Stadt Schleiden war gerade am Anfang nicht ganz einfach. „Ich habe in den ersten Tagen versucht, den Bürgermeister telefonisch zu erreichen, aber es war nicht möglich“, berichtet Heider. Auch jetzt noch laufe vieles über E-Mails. Aber der Kontakt ist gut, und der Bürgermeister der Stadt Schleiden sei sehr dankbar für die Unterstützung, so Helke Diepholz.

Die Spendenaktion „Unser Dorf hilft“ ist nicht an einen festen Zeitraum gebunden. Sie läuft, solange Hilfe nötig ist und Spenden eingehen. Da die Spenden auf dem Konto des DRK-Ortsvereins gesammelt werden, kann er als gemeinnützige Organisation auch Spendenquittungen ausstellen. Helke Diepholz ist hier als Kassenwartin Ansprechpartnerin.

Nach Angaben der Stadt Schleiden wurden bisher insgesamt 1,25 Millionen Euro auf ihr Spendenkonto eingezahlt. Die Verteilung der Spenden an Hilfsbedürftige, die aktuell Anträge stellen können, soll im September beginnen.

Spendenkonto: DRK Ortsverein Ströhen IBAN: DE81 2565 1325 00342932 66, Kreissparkasse Diepholz, Verwendungszweck: Unser Dorf hilft

Schleidener Tal von Hochwasser-Katastrophe massiv getroffen

Das Schleidener Tal im Kreis Euskirchen, insbesondere die gut 3800 Einwohner zählende Ortschaft Gemünd, wurde in der Nacht zum 15. Juli massiv von der Hochwasser-Katastrophe getroffen. In der langgezogenen und dichtbebauten Tallage erreichten die Flüsse Urft und Olef, die im Stadtgebiet Schleiden aufeinandertreffen, ihre höchsten Pegelstände. Laut der Stadt Schleiden wurden dadurch in der Tallage zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe, Einzelhändler, Dienstleister, kommunale Einrichtungen und schätzungsweise 3000 Privathaushalte zwischen einem und vier Metern überflutet.

Die gesamte Infrastruktur im Schleidener Tal sei zerstört beziehungsweise massiv beschädigt worden, so die Stadt in einer Pressemitteilung, darunter vier Schulen, fünf Kindergärten, drei Feuerwehrgerätehäuser, der Städtische Bauhof, drei Turnhallen sowie zahlreiche Brücken, Straßen, Haltestellen, Gleisanlagen und Gewässerstrukturen. Hinzu kommen touristische Einrichtungen.

Allein die Schäden an der kommunalen Infrastruktur – ohne Gewerbebetriebe und Privathaushalte – schätzt die Stadt auf mehr als 200 Millionen Euro.

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