Einschränkungen kein Problem

Larp-Dorf-Betreiber in Ströhen „wollen eine Bereicherung sein“

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Dirk Kemper und Lena Weichselbaumer betreiben das Dorf Bogenwald - eine von zwei Larp-Standorte in Ströhen.

Ströhen - Nur maximal acht Veranstaltungen mit höchstens 90 Gästen und zwei Großveranstaltungen pro Jahr und Dorf, Maßnahmen in Sachen Lärmschutz und einiges mehr: Die Auflagen, die den Betreibern der beiden Larp-Dörfer in Ströhen im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans „Larp-Dorf am Tierpark“ und der entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans gemacht werden, sind umfangreich.

Haben die Betreiber unter diesen Umständen überhaupt noch Spaß an ihren Projekten? Sowohl das Bogenwald- als auch das Larporga-Team beantworten die Frage mit einem klaren „Ja“. Denn die Einschränkungen sind aus ihrer Sicht zum einen nicht so massiv, wie es die behördlichen Unterlagen vermuten lassen. Zum anderen seien sie in deren Erstellung einbezogen gewesen.

„Wir haben von vornherein gesagt, dass wir nur wenige Veranstaltungen im Jahr machen und nie mehr als hundert Teilnehmer wollen, damit sich die Nachbarn nicht gestört fühlen“, betont Lena Weichselbaumer vom Bogenwald auf Nachfrage. „Wir wollen gar nicht so groß werden.“ Sie spricht von vier bis fünf Larp-Veranstaltungen pro Jahr. Hinzu kommen Events externer Gruppen. So war am Donnerstagabend die Kirchengemeinde Ströhen zu Gast, die derzeit das Kirchenkreis-Projekt Churchville ausrichtet, im Sommer ist eine Ferienspielaktion angedacht. Auch Großveranstaltungen sind geplant, das Wort gefällt Weichselbaumer allerdings nicht so richtig. Darunter stelle man sich Events mit tausend oder mehr Besuchern vor. Im Bogenwald bedeute Großveranstaltung dagegen 150 bis 200 Besucher.

Das Larporga-Team plant in ähnlichen Größenordnungen in ihrer Wikinger-Siedlung Nordgaard. Zwei Groß- und acht kleinere Veranstaltungen, „das ist mehr, als wir wahrscheinlich machen wollen“, sagte Andreas Schröter. Wie viele Events konkret geplant sind, weiß er noch nicht. Das könne sich von Jahr zu Jahr ändern. Auch er kann sich Veranstaltungen jenseits des üblichen Rollenspiels vorstellen, zum Beispiel ein Sommerfest oder einen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Konkrete Planungen hierzu gibt es aber noch nicht.

Anlieger sorgen sich über mögliche Belästigungen

Beide betonen, dass ihnen ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn wichtig ist. „Wir wollen eine Bereicherung für den Ort sein“, sagen sie. Einige Anlieger hatten wie berichtet während der Planauslegung in Stellungnahmen ihre Sorgen über mögliche Belästigungen unter anderem durch Lärm und alkoholisierte Teilnehmer geäußert. Beide Betreiber versichern auf Nachfrage, dass diese Sorgen unbegründet sind. Lena Weichselbaumer kann die Bedenken durchaus verstehen. „Viele haben keinen Bezug zu dem, was wir hier tun, und haben darum falsche Vorstellungen.“ Deswegen sei ihr der Dialog mit den Menschen vor Ort sehr wichtig. Auch Schröter betont, dass er immer ein offenes Ohr für Bedenken der Nachbarn hat.

Bogenwald - das Larpdorf in Ströhen

 © Moritz Jendral
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 © Marvin Köhnken
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 © Katharina Schmidt
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 © Moritz Jendral
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Die Gefahr, dass stark alkoholisierte Larp-Teilnehmer durch die Nachbarschaft laufen, wie es einige Anwohner in ihren Stellungnahmen befürchteten, sehen beide Veranstalter nicht. „Das kommt in diesem Hobby kaum vor“, sagt Schröter auch mit Blick auf andere, größere Larp-Veranstaltungen. „Bei uns gibt es gar nicht die Möglichkeit, Alkohol zu kaufen“, stellt er klar. Da auch Familien mit Kindern kommen, legt er großen Wert auf eine friedliche Atmosphäre. Organisatoren und Sicherheitskräfte achteten darauf, dass alle Regeln eingehalten würden, so Schröter. 

Keine Toleranz für Störenfriede

Auch im Bogenwald gibt es keine Toleranz für Störenfriede. Wer sich daneben benimmt oder sich nicht an die Regeln hält, fliegt raus und darf an künftigen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen. „Das ist bisher erst einmal passiert“, so Weichselbaumer. Da niemand unangemeldet an den Events teilnehmen könne, könne man das gut kontrollieren.

Mittelalterliches Larpdorf Bogenwald entsteht in Ströhen

Larp-Dorf Bogenwald in Ströhen

Ebenfalls in beiden Dörfern verboten sind Waffen. Echte jedenfalls. Die, die bei „Schlachten“ verwendet werden, bestehen laut Weichselbaum aus Latex oder festem Schaumstoff: täuschend echt, aber harmlos.

mer

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