„Duo Mélange“ begeistert Publikum in Wagenfeld mit Querflöte und Marimba

Starke Klänge in der Auburg

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Mit großer Leidenschaft in der Wagenfelder Auburg an den Instrumenten: Almut Unger und Thomas Laukel brachten unter anderem Bach, Bizet und Bernstein zu Gehör.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Vorbereitet wie am gut organisierten OP-Tisch liegt das musikalische Werkzeug auf Tabletts parat auf der Bühne der Auburg. Präzise wie eine Operation am „Offenen Ohr“ sollte das Konzert von Almut Unger (Querflöten) und Thomas Laukel (Marimbaphon und Schlagwerk) werden.

Musikalische Körperlichkeit in Harmonie, Synchronizität und Präzision zeichneten das Konzerterlebnis der außergewöhnlichen Kombination von Flöte und Marimba aus. Das Publikum mit Luftnot, da flaches Atmen während des konzentrierten Zuhörens angesagt war, die Musiker mit Luftnot, weil verausgabt.

Das Duo bot noch mehr als versprochen

Die Marimba, die wie das Xylophon und Vibraphon zu der Familie der Stabspiele gehört, gilt in Europa als junges Instrument, hat aber seine Vorgänger in Kulturen auf Bali, Mittel- und Südamerika und Afrika. Um den warmen, vollen Klang der Marimba zu verstehen, stelle man sich die handgebauten Vorläufer aus Guatemala mit Resonatoren aus Flaschenkürbissen und Klangplatten aus heimischen Hölzern vor. Die Marimba, wie sie Thomas Laukel in der Auburg aufbaute, ist erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt und wird immer weiterentwickelt.

Was als „Mélange“ des Musikerduos, also Mischung, versprochen war, war mehr als das. Mit der Wahl der Musikstücke verschmolzen entweder die Querflöten von Unger mit dem Marimbaphon zum Gesamtklang des zeitgenössischen Stückes des Dänen Kai Stensgaard „Pieces of Wood“, komponiert für die ungewöhnliche Kombination von Flöte und Marimba oder die Musiker spielten arbeitsteilig jeder sein Instrument.

Akribie mit vier Schlegeln

So geschehen bei Johann Sebastian Bachs Flötensonaten 1033 und 1013 nur Flöte und statt Cello Marimba solo in der Suite 1007. Ein neues und dennoch scheinbar bekanntes Klangerlebnis wie differenzierte Orgel, wenn beide zusammenspielten.

Die Marimba ist ein Tausendsassa und erfordert Tausendsassa-Hände. Zweihändig und mit vier Schlegeln gespielt, zauberte Thomas Laukel mit mathemaischer Akribie und Konzentration entweder ein Basso Continuo, Cembalo oder Begleitinstrument wie Gambe, Laute oder Gitarre. Im „Gran Duetto Concertante“, Opus 52 des Gitarristen und Komponisten Mauro Giuliani, wenn die Marimba die begleitende Rolle der Gitarre übernimmt, das klingt natürlich voller und dominanter als das Saiteninstrument.

Das Publikum wurde schwindelig gespielt

In Symbiose spielen der Nachfahre der Traversflöte und Stabspiel die Klänge, die sich Leonard Bernstein für großes Orchester erdachte im Werk „Divertimento“. Das komponierte er als Auftragsarbeit anlässlich des hundertsten Geburtstages des „Boston Symphony Orchestra“ 1980. Bernstein dachte an Tänze durch die Straßen, in denen die Menschen feiern: Den Sennets and Tuckets, den Waltz, die Samba, die Mazurka, den Turkey Trot und den March. Den Scherz, den Bernstein einbaute, erklärte Almut Unger: „Er baute das B für Boston und das C für die römische Ziffer für Hundert ein“. Als Töne gespielt hören sich C und B (beziehungsweise H) ein wenig dissonant an, so sollte es sein, nach Bernstein.

Schwindelig spielte das „Duo Mélange“ sein Publikum mit den bekanntesten Melodien aus Georges Bizets Oper „Carmen“. „Die Melodien mögen die meisten unter ihnen sehr gut kennen, in unserer Besetzung ist es aber sicher eine Uraufführung für Sie“, versprach Laukel. Der starke Klang der Resonatoren der Marimba mischte sich zu rasenden, virtuosen und starken Klängen der Querflöte, die sich zu überschlagen schien, aber immer präzise lieferte.

Synchronizität nicht zu überbieten

Die Synchronizität der Musiker war nicht zu überbieten, egal ob flirrendes oder moderates Spiel. Ob zur Arie „Habanera“, übersetzt als „Die Liebe ist ein wilder Vogel“, aus „Carmen“, auch das Spiel wild oder die Ouvertüre „Chor der Straßenjungen“, das wie Straßen-Dosenkicken lustig, listig die schönsten Flöten- und Marimba-Töne entlockt. Natürlich nur mit dem Support der Software der Spieler aus Leipzig und Kassel, die im Duo, kammermusikalisch und in großen namhaften Orchestern unterwegs sind und dessen „Duo Mélange“-Konzertkalender prall voll ist. Kein Wunder bei der Instrumenten-Kombination.

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