Junge Musiker begeistern in der Auburg mit Werken von Franz Liszt und ernten viel Applaus

Auf der Spur des „Tastenhexers“

Mit überragenden Leistungen beeindruckten die Klavierschüler von Caroline Häberle (2.v.l.) bei einem Konzert mit Werken von Franz Liszt in der Wagenfelder Auburg. Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Von Simone Brauns-bömermann. Egal wie alt, egal wie lange dabei: alle Klavierschüler von Caroline Häberle scheinen sich gerne auf der „Überholspur“ zu bewegen.

Mit ihrem Klavierabend in der Auburg präsentierten die jungen Pianisten im Alter von sieben bis 20 Jahren anspruchsvolle Werke von Franz Liszt, der als männliche Schönheit mit hoher Intelligenz und bekennender Europäer gilt. Lang anhaltender Applaus belohnte verdient –zwischendurch und natürlich auch am Schluss – die Darbietungen der jungen Musikerinnen und Musiker.

Lehrerin Häberle gab eine Einführung und weiterführende Erläuterungen zum Komponisten. Der junge Liszt habe nur sporadischen Klavierunterricht gehabt, bereits als Elfjähriger Wien verblüfft und im Alter von 13 Jahren sogar ganz Paris und London.

Den 1811 in Ungarn Geborenen zeichne in der Rückschau ein expressives Leben und Liebesleben, eine einzigartige Erfolgsstory als Komponist und Klaviervirtuose. Er stirbt in innerer Immigration im Kloster in Bayreuth.

Vor diesem Hintergrund war Caroline Häberle eines Nachts eingefallen, einen Klavierabend mit den Werken des als „Tastenhexer“ betitelten Virtuosen zu planen. „Welcher Schüler kann welche Etüde spielen lernen, war eine meine Grundüberlegungen. Nach dem verblüffenden Konzert ergänzt sie: „Ich muss oft Fingersätze selbst schreiben, denn die von Franz Liszt kann kein Mensch spielen.“ Wie schwierig Liszt zu spielen sei, hätten bereits Beethoven und Schubert gewusst.

Die Kompositionen waren auf Alter und Erfahrung der Schüler abgestimmt. Zum Lernprozess erläutert die Lehrerin: „Ich spiele den Schülern ausgewählte Stücke von verschiedenen Interpreten als Audio vor, lasse sie eintauchen und entscheiden, ob sie sich mit dem Stück anfreunden können, um es zu üben und zu spielen. Mit Zwang geht da gar nichts.“

Bei Liszt seien seine Jugendetüden schon schwer und viel mehr als anspruchsvolle Fingerübungen. „Der Komponist hörte mit 22 Jahren den als ,Teufelsgeiger’ bekannten Niccolò Paganini, er ist der Katalysator für ihn. Seit dieser Begegnung steht für ihn fest: Er will das Gegenstück an Tasten werden“, skizzierte Häberle. „Mit Liebe und Leid und allem was dazu gehörte,“

In der perfekten Zusammenstellung erlebten die Zuhörer staunend den „Liebestraum No. 3“, gespielt von Anna Stoppel, die „Grande Etüde de Paganini No. 5, es-Dur, „Jagd“ von Charlotte Radekop und mit einer ultra-fortgeschrittenen Pianistin Xenia Häberle die bekannte „Grande Etüde de Paganini No. 3, gis-Moll, „La Campanella“.

Wie man als 14-Jährige dazu kommt, die „Rigoletto Paraphrase“ über das Quartett aus der Oper „Rigoletto von Giuseppe Verdi“ und Liszts „Ungarische Rhapsodie No. 8, f-Moll“ zu spielen, erklärte Adelina Stel. „Ich esse nach der Schule und übe dann jeden Tag rund drei Stunden Klavier. Das kenne ich schon. Ich spiele, seit ich fünf bin.“ Und die jüngeren Schüler Joella Wegner, Lukas Meyer, Violetta Yefanow, Angelina Lorenz, Julia Freier, Milka Josephine Kosturi und Mariella Marten sind genau auf dem gleichen Pfad unterwegs. Thomas Dobler setzt als Ältester den Schlusspunkt: In Manier von Liszt mit symphonischer Dramaturgie und Schlagkraft der „Ungarischen Rhapsodie No.12, cis-Moll.“

„Ein Matrose liebt seine Fregatte, ein Araber sein Pferd, mein Leben ist Musik.“ Diesem Credo Liszts folgend sind die jungen Musiker auf dem besten Wege, ihr musikalisches Handwerk mit viel Einfühlungsvermögen zu erlernen und zu erfühlen.

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