Tagespflegeeinrichtung von Maren Bergen erhält 200 000 Euro Förderung für Erweiterung

„Die Senioren können sich hier fallen lassen“

Übergabe des Förderbescheids (v.l.): Stefan Schwerter, Christian Schönfelder (ArL-Regionaldirektion Sulingen), Matthias Kreye, Heike Fliess, Andre Bergen, Maren Bergen, Karsten Heineking (CDU-Landtagsabgeordneter) und Dagmar König (ArL-Regionaldirektion Sulingen). Foto: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Der große Tisch ist gedeckt, die meisten Gäste haben schon Platz genommen und warten darauf, dass Kaffee und Kuchen serviert werden, unterhalten sich unterdessen oder genießen den weiten Blick durch die großen Fenster auf Garten und Pferdekoppel. Doch an diesem Nachmittag müssen die Senioren der Wagenfelder Tagespflegeeinrichtung „to hus bi Maren“ etwas länger warten, denn es hat sich hoher Besuch angekündigt.

Heike Fliess, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL), war aus Hildesheim angereist, um Einrichtungsleiterin Maren Bergen ein wertvolles Stück Papier zu überreichen: einen Förderbescheid über 200 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Programm Zuwendungen zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) und ist für die Erweiterung der Tagespflegeeinrichtung im Ortsteil Bockel gedacht.

Maren Bergen hatte sie erst 2017 gegründet und kümmert sich derzeit gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen um 13 Senioren – seit Februar dieses Jahres auch samstags. Die Gäste kommen aus Wagenfeld, aber auch aus Stemwede, Varl und Hemsloh. Weil die Nachfrage nach Betreuungsplätzen das Angebot bei Weitem übersteigt, möchte Bergen nun ein weiteres Gebäude für eine Gruppe mit 15 Plätzen errichten. Auch in dem neuen Gebäude soll es mehrere kleine, gemütlich eingerichtete Räume geben, in denen sich die Senioren – anders als in einem großen Saal – zu Hause fühlen können. „Der Gedanke des Hauses soll sich in der Architektur wiederfinden“, fasste es Planer Stefan Schwerter bei der Vorstellung des Entwurfs zusammen. Fertig sein soll das Gebäude spätestens Anfang nächsten Jahres.

„Durch die Umsetzung dieses Projektes wird die Grundversorgung in der Gemeinde Wagenfeld für die aufgrund des demografischen Wandels zunehmend älteren und pflegebedürftigen Personen gestärkt“, begründete Heike Fliess die Gewährung der höchstmöglichen Fördersumme. Auch Bürgermeister Matthias Kreye hob die Bedeutung der Einrichtung mit ihrer warmen und herzlichen Atmosphäre hervor. „Das sind genau die Einrichtungen, die wir brauchen. Denn sie steigern die Lebensqualität in Wagenfeld.“ Kreye und Fachdienstleiter Sven Schröder hatten Bergen bei der Antragstellung tatkräftig unterstützt.

Bevor sie die Besucher durch die Räume führte, erläuterte die Einrichtungsleiterin die Philosophie ihres Hauses. Im Mittelpunkt stehen laut Maren Bergen die individuellen Bedürfnisse der Senioren, von denen etwa die Hälfte schwer oder schwerst dement sind, und ein familiäres Miteinander. „Wir geben den Menschen die Möglichkeit, ihren Alltag zu leben – mit ganz viel Freiheiten“, berichtet Bergen. „Die Senioren können sich hier fallen lassen, weil wir sie nehmen, wie sie sind.“

Sie können sich in verschiedenen gemütlich eingerichteten Räumen oder im Garten aufhalten und bei der Gartenarbeit oder dem Füttern der Pferde helfen. Und sie können am gesellschaftlichen Leben teilhaben. „Ausflüge sind unsere Spezialität“, so Bergen.

Der Tag in der Einrichtung beginnt gegen 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Das Mittagessen bereiten die Senioren zusammen mit den Mitarbeitern in der kleinen barrierefreien Küche selbst zu. Viele Zutaten stammen aus dem eigenen Garten oder von Höfen aus der Region wie Fiedler, Aumann oder Reuter, so Bergen. Gegen 16 Uhr geht es zurück in die eigenen vier Wände.

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