Schwieriges und herausforderndes Jahr für Raiffeisen-Warengenossenschaft Groß Lessen-Diepholz / Generalversammlung

RWG schüttet vier Prozent Dividende aus

Geschäftsführer Carsten Leymann (r.) und Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Ohrdes (l.) mit den Gewählten (von links): Friedrich-Otto Lührs, Thomas Kamphake, Dieter Rempe, Friedhelm Weghöft und Frank Siemering (für das ganze Bild bitte klicken). - Foto: Benker

Wagenfeld - Das Geschäftsjahr 2015/2016 hat die Raiffeisen-Warengenossenschaft Groß Lessen-Diepholz eG (RWG) laut Geschäftsführer Carsten Leymann erfolgreich abgeschlossen: „Unsere Ertragslage wurde auf niedrigem Niveau gefestigt. Aus dem Bilanzgewinn sollen die Mitglieder eine Dividende in Höhe von vier Prozent auf das eingezahlte Geschäftsguthaben erhalten“, betonte Leymann auf der Generalversammlung am Mittwoch im Schusterkrug in Wagenfeld vor rund 140 Zuhörern. Geleitet wurde sie vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Bernd Ohrdes.

Mengenmäßig wurden 175 200 Tonnen (Vorjahr 174 400 Tonnen) umgeschlagen, das entspricht einem Zuwachs von etwa 0,5 Prozent. Niedrige Getreidepreise sowie hohe Volatilität bei Agrarrohstoffen beziehungsweise im Energie- und Düngemittelsektor führten zu einem wertmäßigen Umsatzrückgang. Das ländliche Geschäft mit den Segmenten Brenn-, Treib- und Schmierstoffen, den Umsätzen an den Tankstellen und im Raiffeisenmarkt sowie der Handel mit sonstigen Bedarfsartikeln verzeichnete mengenmäßig insgesamt betrachtet ein Umsatzplus von 6,7 Prozent.

Umsatzstärkste Säule bei den landwirtschaftlichen Artikeln ist der Handel mit Mischfuttermitteln aus fremder und eigener Herstellung. Von den 70 000 Tonnen Mischfuttermitteln entfielen 65 Prozent auf Schweinefutter, 28 Prozent auf Rinderfutter und sechs Prozent auf Geflügelfutter.

Im Handel mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Saaten und Sämereien konnte sich die RWG in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld gut behaupten und erreichte insgesamt gesehen einen Umsatzanteil von 10,5 Millionen (Vorjahr 10 Millionen Euro). „Beim Pflanzenschutzeinsatz war dieses Jahr wieder ein schwieriges Kartoffeljahr zu bewerkstelligen, während im Getreide die erste Fungizidspritzung aufgrund der Witterung ausgefallen war“, berichtete der Geschäftsführer.

„Mit unseren acht Tankstellen und den drei Dieselstationen sind wir in unserem Geschäftsbezirk gut aufgestellt. Mengenmäßig erhöhten sich unsere Umsätze an den Tankstellen um 8,6 Prozent auf 11,1 Millionen Liter. Wertmäßig verzeichneten wir preisbedingt ein Minus von 5 Prozent“, erklärte Leymann den Anwesenden. „Durch unseren Standort Barver mit Heizöl- und Dieseltank sowie den zwei Mineralöltankwagen sind wir in der Lage, die Belieferung mit Heizöl, Diesel und Bio-Diesel oft auch kurzfristig zu organisieren. Seit Neustem bieten wir auch Diesel ohne Bioanteil als Frei-Hauslieferung an“, erwähnte der Geschäftsführer.

„Im Berichtsjahr wurden in der Getreideernte 2015 einschließlich Körnermais 46 000 Tonnen mit einem Wert von 7,5 Millionen Euro gegenüber 37 500 Tonnen im Wert von 5,8 Millionen Euro im Vorjahr aufgenommen. Die Getreidepreise entwickelten sich bis zum Dezember noch positiv, um sich dann um zwei Euro pro Dezitonne abzuschwächen. „Im Getreidehandel und Mischfutterbereich mussten jedoch Rohertragseinbußen hingenommen werden, die sich negativ auf die Ertragslage auswirkten“, erklärte Leymann den Mitgliedern. Er erwähnte, dass im Berichtsjahr 12 000 Tonnen Raps angekauft wurden. Es wurden 4 100 Tonnen Rapsöl und 7 300 Tonnen Rapskuchen hergestellt und vermarktet. Die Rapspressen wurden im Oktober 2005 und April 2006 in Betrieb genommen. „Seitdem pressen wir erfolgreich Rapssaat“, so der Geschäftsführer.

Am 30. Juni 2016 waren 54 Mitarbeiter bei der RWG beschäftigt, darunter 18 Kraftfahrer und sieben Teilzeitbeschäftigte. Ferner gehörenzwei Auszubildende zum Personalbestand. Am 30. Juni 2016 gehörten der Genossenschaft 547 Mitglieder mit 815 Geschäftsanteilen an.

Im Jahresabschluss der RWG wird das Anlagevermögen zum 30. Juni mit einem Bilanzwert in Höhe von 2,8 Millionen Euro ausgewiesen. Im Berichtsjahr investierte die RWG 500 000 Euro. Einige der wichtigsten Investitionsprojekte waren die Ersatzanschaffung einer Zugmaschine mit einem Drei-Achs-Welgro-Siloauflieger und eines Mineralöltankwagens mit Aufbau.

Abgeschrieben wurden 614 000 Euro. Der Bilanzwert der Warenvorräte kam am 30. Juni 2016 auf 3,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital beläuft sich auf 2,2 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss beträgt 108 974,03 Euro.

Die Generalversammlung folgte einstimmig dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Jahresüberschusses. Die Mitglieder erhalten eine Dividende in Höhe von vier Prozent auf das eingezahlte Geschäftsguthaben.

Carsten Leymann berichtete, dass sich der mengenmäßige Warenumsatz im laufenden Geschäftsjahr 2016/2017 leicht um ein Prozent erhöhte, aber wertmäßig preisbedingt um 4,2 Prozent rückläufig ist. „Aus der Ernte 2016 wurden im Gesamtbetrieb etwa 44 200 Tonnen Getreide und Raps aufgenommen. Während bei den meisten Getreidearten nur ein kleines Minus bei den Mengen stand, brachen die Triticale-Anlieferungen buchstäblich ein. „Dieses verbinden wir mit den schlechten Witterungsbedingungen im Frühjahr“, so der Geschäftsführer. Ferner erwähnt er, dass die Genossenschaft zum 1. Juli 2016 die Lagerstelle Rehden von der Agrifirm Plant Deutschland GmbH erworben hat, in der diesjährig Getreide angenommen wurde. „Wir werden Rehden zurzeit nur als Saisonlager für Düngemittel und in der Ernte als Getreideannahmestelle nutzen. Es stehen eine moderne Düngermischanlage und ein AHL-Lager (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) zur Verfügung. Die Mitarbeiter wurden übernommen, sodass die Anlage mit dem bewährten Personal weitergeführt wird,“ berichtete der Geschäftsführer.

Der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes, Theo Runge, richtete ein Grußwort an die Versammlung und ging auf aktuelle Themen in der Landwirtschaft ein. Er bezeichnete die RWG als starken Handelspartner für die Landwirtschaft im hiesigen Raum. „Und ich hoffe, dass die Geschäftsstelle in Drebber erhalten bleibt“, sagte Runge.

Die Agrarpolitik werde geprägt von vorschnellen Meinungen, die sich negativ auf die Landwirtschaft auswirkten. Hier müsse gegengesteuert werden. Dafür gebe es bereits gute Beispiele wie das „Grüne Klassenzimmer“. „Wir müssen erklären, wie Landwirtschaft funktioniert und damit bei den Kleinsten anfangen“, betonte Runge.

In der Tierschutz-Debatte gehe es darum, die Haltungsformen auch zu erklären. Was die Betriebsgröße anbetreffe gehe es nicht nur mehr um wachsen oder weichen. „Vielfach muss effektiver gewirtschaftet werden. Es macht Sinn zu wachsen, aber nicht jedes Wachstum ist sinnvoll. Die Familie muss immer im Blick bleiben“, riet der Vorsitzende. In Zeiten, in denen es Probleme gebe sei es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, zum Bespiel bei der Kammer.

„Die Landwirtschaft ist der Motor des ländlichen Raumes, auch wenn die Gesellschaft das zu vergessen scheint“, sagte Theo Runge abschließend.  rwg/hwb

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