Betrieb bald rund um die Uhr

Rettungswagen in Ströhen: Schneller helfen durch neuen Standort

Viele Themen haben (v.r.) Kreisrat Jens Hermann Kleine, Vorsitzende Ingrid Söfty, Fachdienstleiter Klaus Speckmann, Michael Metzger, Axel Vetter, Fachdienstleiterin Saskia Vullriede und Kreisbrandmeister Michael Wessels.
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Viele Themen haben (v.r.) Kreisrat Jens Hermann Kleine, Vorsitzende Ingrid Söfty, Fachdienstleiter Klaus Speckmann, Michael Metzger, Axel Vetter, Fachdienstleiterin Saskia Vullriede und Kreisbrandmeister Michael Wessels.

In Ströhen steht seit einigen Monaten ein Rettungswagen. Der Standortwechsel hat sich gelohnt. Nun soll das Fahrzeug 24 Stunden täglich einsatzbereit sein.

Im Notfall kann schnelle Hilfe Leben retten. Deshalb muss ein Rettungsfahrzeug in spätestens 15 Minuten am Einsatzort sein. Aber nicht immer gelingt das im Flächenlandkreis Diepholz. Für eine spürbare Verbesserung hat jedoch der Standortwechsel eines Rettungswagens gesorgt. Von Wehrbleck war er nach Ströhen verlegt worden – und soll dort künftig rund um die Uhr einsatzbereit sein.

Dafür votierten die Mitglieder des Fachausschusses für Bevölkerungsschutz, Verkehr und Sicherheit am Donnerstag in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Wehrbleck.

Rettungswagen fährt in einem Jahr 754 Einsätze

Die neue Vorsitzende ist die alte: Ingrid Söfty (CDU) leitet den Ausschuss auch in der neuen Wahlperiode. Schon in der vorigen hatte sich das Gremium mit der Verlegung des Rettungswagens befasst, und seit zwei Jahren steht er bei der Ortsfeuerwehr in Wagenfeld-Ströhen – weil für die Gemeinde Wagenfeld und benachbarte Orte die Krankenhäuser in Sulingen, Diepholz, Bassum, Minden, Damme und Rahden Zielkliniken sind.

Ein Wagen des DRK-Rettungsdiensts im Landkreis Diepholz fährt zu einem Einsatzort. In Ströhen soll er das bald 24 Stunden täglich tun können. (Archivfoto)

In einem Jahr (1. September 2020 bis 31. August 2021) waren mit diesem Rettungswagen 754 Einsätze geleistet worden, obwohl er nur von 7 bis 19 Uhr besetzt ist. Abdecken soll der RTW auch Teile der Samtgemeinde Kirchdorf und – soweit dringend erforderlich – Nachbarschaftshilfe in den Landkreisen Minden-Lübbecke und Nienburg leisten.

Wirksamkeit des Rettungswagens in Ströhen überprüft

Um die Wirksamkeit zu überprüfen, hatten Fachleute des Unternehmens Orgakom 11 116 Datensätze im genannten Jahreszeitraum ausgewertet. Wie Orgakom-Mitarbeiter Michael Metzger berichtete, hatte sich die Hilfsfrist-Einhaltung um zehn Prozent verbessert – ein guter Wert. Allerdings hatte es dennoch 78 Hilfsfrist-Überschreitungen gegeben. Davon lagen aber weit mehr als die Hälfte, exakt 46, außerhalb der regulären Einsatzzeit.

Ist der Rettungswagen in Ströhen nicht besetzt, rückt ein Fahrzeug aus Sulingen aus. Dort hat es laut Michael Metzger 73 Überschreitungsfälle gegeben, davon 30 in den Nachtstunden. „Das ist ein Spitzenwert!“, mahnte der Orgakom-Mitarbeiter. Ausdrücklich schlug er deshalb vor, den RTW in Ströhen 24 Stunden einsatzbereit zu halten.

Vorschlag für zweiten Rettungswagen am Standort Stuhr

Auf Nachfrage von Hannelore Roitsch-Schröder (Grüne) erklärte Klaus Speckmann als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Bevölkerungsschutz, dass Personal dafür gefunden werden könne. Dirk Wehrbein (SPD) sprach sich für die Ausweitung der Einsatzzeit auf 24 Stunden in Ströhen aus – genauso Heiner Lampe (CDU): „Ströhen ist nicht der Nabel der Welt, aber der Tierpark hat großen Publikumsverkehr.“

Unabhängig davon schlug Michael Metzger zur Optimierung der Hilfsfristen im Flächenlandkreis einen zweiten Rettungswagen für den Standort Stuhr und eine Verkürzung der Ausrückzeit auf maximal 1,5 Minuten vor. Auf Nachfrage von Marlies Plate (Grüne) erklärte Michael Metzger: „Ich halte das für eine realistische Zeit. Manche Bundesländer haben eine Minute als Vorgabe.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Für das Ausschuss-Votum, den Rettungswagen in Ströhen rund um die Uhr besetzen zu wollen, bedankte sich Ortsvorsteher Reinhard Heider: „Diese Einrichtung ist nicht nur wichtig, sondern in vielen Fällen lebenswichtig – nicht nur für Ströhen, sondern auch für die umliegenden Orte.“ Heider fügte hinzu: „Früher waren wir froh, wenn es ein Rettungswagen in 30 Minuten geschafft hat.“

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