Respektvoll im Straßenverkehr

Landwirtschaftliche Fahrzeuge: Polizei und Verkehrswacht informieren über Bestimmungen

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Ein Kind auf einem Kettcar kann schnell übersehen werden. Bei einer Übung zum Thema toter Winkel wurde das den Teilnehmern des Seminars auf dem Gelände des Lohnunternehmers Henke in Ströhen demonstriert.

Ströhen - „Jeder Unfall ist einer zu viel.“ Mit diesem Statement stieg Polizeihauptkommissar Wolfgang Rehling, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Diepholz, direkt in die Thematik „Sicher fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen“ ein.

„Wie breit, lang und schwer darf ein landwirtschaftliches Gespann auf der Straße sein?“, „Bei welchen Fahrten wird ein Begleitfahrzeug benötigt?“ und „Wie setze ich die Rundumleuchte sinnvoll ein?“ waren laut Mitteilung des Landvolks Diepholz nur drei der vielen Fragen, die während eines Seminars auf dem Gelände des Lohnunternehmers Henke in Ströhen beantwortet wurden. Organisiert hatte es bereits zum fünften Mal das Landvolk Diepholz in Kooperation mit der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz und der Polizeiinspektion Diepholz. Angesprochen waren Fahrer und Halter von Landmaschinen sowie landwirtschaftliche Auszubildende im dritten Lehrjahr des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup in Sulingen.

Höchstens vier Meter hoch darf ein Fahrzeug im Straßenverkehr sein.

Auch Ausnahmegenehmigungen für überbreite Fahrzeuge und Sondermaschinen, die zum Teil von Landkreis zu Landkreis stark variieren, wurden thematisiert. Die Moderatoren Michael Pagel und Fritz Landwehr von der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz informierten an drei Tagen insgesamt etwa 60 Teilnehmer nicht nur über Verkehrsvorschriften, Genehmigungen und mögliche Gefahrensituationen, sondern sensibilisierten sie auch für ein sicheres und respektvolles Verhalten im Straßenverkehr. „Unser Ziel ist mehr Sicherheit im Straßenverkehr“, betonte Pagel. „Macht kein Geheimnis daraus, wo ihr hinfahren wollt, und nehmt Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.“

Zugleich bittet das Landvolk auch Autofahrer, sich rücksichtsvoll zu verhalten, insbesondere zu ihrer eigenen Sicherheit. „Jeder kennt die Situation, dass man auf dem Weg zu einem wichtigen Termin ist, und dann fährt ein langsamer Trecker vor einem“, erläuterte Sophie Mühlberger vom Landvolk. „Will der Traktor nun links abbiegen, und der Autofahrer setzt gleichzeitig zum Überholen an, wird es gefährlich.“

Die Experten demonstrierten an Landmaschinen die richtige Kenntlichmachung und das Sichern von beweglicher Ladung und deckten mögliche tote Winkel auf. Anhand von Bremsversuchen aus 25 und 40 km/h wurden zudem der geringe Bremsweg eines Traktors verdeutlicht und das Thema Wahrnehmung von Geschwindigkeit diskutiert. „Vielen ist nicht bewusst, dass ein Trecker einen kürzeren Bremsweg als ein Auto hat“, erklärte Michael Pagel. „Für dicht auffahrende Autos kann das gefährlich werden“, warnte der Fachlehrer.

Die Moderatoren empfahlen, „stets mit gesundem Menschenverstand unterwegs zu sein“. Man solle Polizei und Behörden nicht gleich Schikane vorwerfen, sondern deren Maßnahmen mitunter als Vorkehrungen und Hinweise werten.

Moderatoren und Landvolk lobten laut Mitteilung das große Interesse an der Thematik. „Das zeigt uns, dass viele Landwirte sich mit dem Thema beschäftigen.“

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