Renate Blauth „vertellt“ das Leben in Vers und mit Maß zum Kulturfrühstück

„Klön kannst all tied und överall“

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Renate Blauth (rechts) las vor einer großen Zuhörerschaft in der Auburg in Wagenfeld ihre plattdeutschen Geschichten und Gedichte.

Wagenfeld - „Klön kannst all tied und överall“, das Fazit der Lesung zum gemütlichen Kulturfrühstück in der Auburg zur Matinee-Zeit am Sonntag. Eingeladen dazu – und das ganz sicher nicht bereut – hatte der Vorstand des Kulturkreises Auburg Wagenfeld mit Vorsitzender Marita Kleemeyer die aus Höne bei Dinklage stammende Autorin Renate Blauth. Die ehemalige Lehrerin hat ihrer Heimat den Rücken gekehrt und lebt seit langem in Wildeshausen. Sie fand erst vor einigen Jahren zurück zur plattdeutschen Sprache.

In Wagenfeld will sie dann erst mal „checken“, wer sie versteht und ob das volle Haus errät am Plattdeutsch, woher sie stammt. Die abgegebenen Tipps waren jedoch alle falsch: Nicht aus Papenburg, nein auch nicht aus Nordrhein-Westfalen. „Ik häfft leevt an de Grenze to Deefholt, fängt ok mit D an“, verrät die Autorin. Dinklage und das nicht mal in der City, sondern in dem ganz verschlafenen Örtchen Höne.

Beim NDR-Wettbewerb „Vertell doch mal – op de Straat“ rangierte sie mit ihren Geschichten unter 1600 Einsendungen unter den 25 Finalisten. Humorvolle und nachdenkliche Geschichten und Gedichte liest und „vertellt“ Renate Blauth aus ihrem 2014 entstandenen Buch „Tauflaogen“ und dem neuesten Werk: „Glück häff väle Gesichter“, beide im Geest-Verlag, Langförden, erschienen.

Die Wagenfelder und „umzu“ hatte sie schnell im Herzen erreicht, denn ihre Geschichten sind die, die das Leben erzählt, die man übern Zaun beobachtet, die mit Intuition beäugt sind. Es sind auch die, die dem Zuhörer den Spiegel vorhalten und letztlich über sich selbst lachen lassen. Dabei arbeitet die Autorin ihre Kindheit gemeinsam mit den Zuhörern in den frühen Nachkriegsjahren auf. Und einige Geschichten sind ihr tatsächlich einfach so „tauflaogen“. Eigentlich sind es weise Weisheiten aus Beobachtungen zwischenmenschlichen Seins, verpackt in die blumige Sprache Plattdeutsch, mal ernst, mal fröhlich, mal Prosa, mal Gedicht.

In ihrer „Kindessprache“ trifft sie die Dinge, die Menschen nicht nur auf dem Land berühren. Renate Blauth scheint viel vom Leben zu verstehen und es anderen gut vermitteln zu können, im gemütlichen Klön bei manchmal auch ernster Themenlage.

sbb

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