„Düvel uk, Herr Pastor“ auf der Freilichtbühne Wagenfeld

Regenwolken übernehmen Premieren-Regie

Der neue Pastor ist da! Oder doch nicht? Die Premiere von „Düvel uk, Herr Pastor“ auf der Freilichtbühne Wagenfeld gab zumindest einen kurzen Einblick in das heitere Verwechslungsspiel. Dann kam der Regen... J Foto: Jendrusch

Wagenfeld - Von Marcel Jendrusch. Dicke Regentropfen bereiteten der Premiere von „Düvel uk, Herr Pastor“ am Samstagabend ein schnelles Ende. Nach und nach öffneten sich nicht nur die Wolken, sondern auch die Schirme im Zuschauerraum der Freilichtbühne Wagenfeld. Das Stück kam nicht über die ersten Szenen hinaus.

Ohnehin hatte sich nur eine überschaubare Anzahl von Besuchern zur Premiere eingefunden. Die Gründe liegen auf der Hand: Der unberechenbare Sonne-Regen-Mix der vergangenen Tage und das Europameisterschafts-Viertelfinale der Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien. Umso lobenswerter die Entscheidung von Darstellern und Verantwortlichen, die Premiere nicht abzusagen, sondern auch für ein kleines Publikum da zu sein. Vom Regen verschont blieben glücklicherweise die Auftritte der „Brooklüe“ und der „Plattsnacker“. Sie durften sich den verdienten Applaus abholen.

Ist es möglich, eine Besuchs-Empfehlung auf Basis eines Premieren-Bruchteils zu geben? Definitiv! Wie bei vielen Dingen im Leben zählt auch hier der erste Eindruck. Der war gut und macht Lust auf mehr.

„Düvel uk, Herr Pastor“ verzichtet dankenswerterweise auf eine langatmige Einleitung – der Zuschauer ist direkt mitten im Geschehen. Kein überzogener Spannungsbogen, kein Herantasten an die Handlung, direktes Spiel – so gehört es sich für eine Komödie, so wird es auch umgesetzt.

Kurz nachdem Landstreicher Freddie Schwarz, gespielt von Hermann Spreen, ein leer stehendes Pfarrhaus in Beschlag nimmt, um dort seine Wäsche zu waschen und ein Bad zu nehmen, diskutieren die Haushälterin des Pfarrhauses, Mathilde Faust (Bianka Mackenstedt), und Küster Harald Kopp (Wilhelm Schröder) wort- und gestenreich über den verstorbenen Pfarrer und seinen möglichen Nachfolger. Ein rasanter Start ins Stück, das noch mehr an Fahrt gewinnt, als Pauline Maack (Christa Rogge), Vorsitzende des örtlichen Hausfrauenvereins, mal wieder im Pfarrhaus vorstellig wird, um sich nach der Besetzung des vakanten Pastorenpostens zu erkundigen.

Für eben diese Neubesetzung wird Freddie Schwarz gehalten, nachdem er sich den Talar des verstorbenen Pfarrers übergeworfen hat. Bis auf seinen Kumpel Adsche (Marcel Eils) weiß niemand, dass Schwarz eigentlich nicht der ist, für den er gehalten wird.

Genau an dieser Stelle war am Samstag Schluss. Wer wissen möchte, wie das heitere Verwechslungsspiel mit Ausflügen in die örtliche Finanz- und Politikwelt weitergeht, hat noch bis Mittwoch, 3. August, die Möglichkeit, eine der zahlreichen Vorstellungen zu besuchen. Die Termine: Mittwoch, 6. Juli, 20 Uhr; Samstag, 9. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 10. Juli, 16 Uhr; Mittwoch, 13. Juli, 20 Uhr; Samstag, 16. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 17. Juli, 20 Uhr; Mittwoch, 20. Juli, 20 Uhr; Samstag, 23. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 24. Juli, 20 Uhr; Mittwoch, 27. Juli, 20 Uhr; Samstag, 29. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 30. Juli, 20 Uhr und Mittwoch, 3. August, 20 Uhr. Weitere Informationen und Ticketservice im Internet.

www.heimatverein-wagenfeld.de

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