Letzte Vorstellung nach zweitem Akt abgebrochen

Regenguss zum Abschied von „Urlaub up’n Burnhoff“

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Nasser Gruß ans Publikum: Das Team der Freilichtbühne verabschiedet die Zuschauer. Mit dem Regen hatten die Darsteller einen unliebsamen Mitspieler auf der Bühne.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Mit schützendem Strohhut und Holzpantinen gegen Hochwasser verkündete Heimatvereinsvorsitzender Timo Friedhoff nach dem zweiten Akt des Finales auf der Freilichtbühne noch: „Wi zeiht dat düer. Nat sind wi sowieso alle. Fief Minuten Pause, dann speelt wi den letzten Akt.“

Es kam dann nach der zweiten Pause doch anders, denn es goss inzwischen wie aus Gießkannen und auch das schützende Dach der Eichen konnte den strömenden Regen nicht abhalten. Zwar waren die Gäste gewappnet mit Regencapes, Regenschirmen sowie Decken und retteten sich unter Dachüberstände, unter Bäume und verharrten im Dauerregen, manche hatten sich auch noch die zweite Bratwurst genehmigt – aber das Ensemble entschied sich dann doch für den Abbruch.

Alle Spieler standen auf der Bühne und Friedhoff verkündete: „Dat hat keen Zweck mehr. Wi dankt jou und blievt us treu. Bringt dei Korten neeste Joar wedder mit, sie behalten ihre Gültigkeit. Dann für ein anderes Stück.“ Es folgte der Abgang der Spieler zu Seifenblasenspiel und der Abgang der Besucher durch den Regen. „Wir hätten ausgehalten, das war bis jetzt so super“, brummelte es beim Weg vom Gelände nicht nur einmal. Zum Finale waren 331 Besucher gekommen, insgesamt hatten 3 808 Bühnenfreunde den Weg nach Wagenfeld gefunden.

Gute Laune auf allen Seiten

Gute Laune zum Finale auf allen Seiten. Marcel Eils, er spielt im Stück den Knecht Martin, machte seinen Gefühlen Luft: „Oh, is dat schade. Es woar grad so schön locker“, meinte damit das Spiel nach vierzehneinhalb Spielterminen der Saison. Andere Spieler snackten noch mit dem Publikum und stießen auf die, trotz der Wetterkapriolen, ansonsten erfolgreiche Saison an. 

Zwischen dem durchwachsenen Sommerwetter hatte die Bühne fast immer die Lücken entdeckt zum Spielen: Nur einmal musste aufgrund eines Unwetters vorher die Absage verkündet werden, einmal wurden unplanmäßige Pausen eingeschoben und zum Finale der dritte Akt gestrichen.

Die Darsteller hatten sich mit dem Thema „Urlaub up´n Burnhoff“ humoristisch auseinandergesetzt und viele Szenenapplause und Lacher aus dem Publikum gekitzelt. Für Spieler, Ensemble, Technik und den gesamten Stab der Freilichtbühne ging damit eine erfolgreiche Saison zu Ende und alle können aufatmen. Bleibt in den nächsten Tagen oder Wochen die Bühne „klar Schiff“ zu machen, damit sie in Ruhe in den Winterschlaf gehen kann.

Dritter Akt im Telegrammstil

Und für die Besucher der letzten Vorstellung hier der dritte Akt und die Auflösung im Telegrammstil: Moni und Vroni, die Stadtmädchen, bekommen ihre feschen Jungs und Punks – sind nämlich dieselben. „Jo, Papa, dat sünd die Beiden mit dem knatternden Motorrad“, lösen sie auf.

Magd Lene fordert am Schluss: „Nee, erst mot sei mie nu verspäken, dat dei Martin mie ein Seuten gäben draff“, ergo Knecht Martin bekommt seine Lene. Opa kann auf dem Hof bleiben und muss nicht ins Altersheim. Und auch Stadtfrau Lotte will nicht mehr um alles in der Welt weg vom Hof: „Sei het ehre Liebe tau dei Schwien entdeckt“, beschreibt es Martin. Lotte nimmt ihrem Mann Franz, dem Wurstfabrikanten, sogar das Versprechen ab, dass diese possierlichen Tierchen nicht in seiner Wurst landen. Fazit für alle: „Dat Schönste uppe Welt is…Urlaub up´n Burnhoff!“

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