Powerpaket der Extraklasse begeistert Zuhörer

„Wagenfeld singt“ in unterschiedlichen Farben und Klangnuancen

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Motivation sprang jede Sekunde vom Dirigat von Leta Henderson (links) auf den Projektchor über. Die Summe der Musiker und Sänger ergab ein tolles Konzert.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Der weise Spruch „Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen kennen keine Lieder“ drängte sich unweigerlich zum Benefizkonzert in Wagenfeld auf. Dazu und zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke hatte der eigens gegründete Projektchor eingeladen. Gekommen waren mehr als 230 Gäste, die die Lieder zur guten Zweckbestimmung in der Aula der Grundschule am Freitag nicht verpassen wollten.

Natürlich „fliegt“ so ein Projekt immer nur, wenn es Zugpferde gibt und professionelle Unterstützer. Aber auch die Motivation derer, die einfach gemeinsam singen wollten, war von immenser Wichtigkeit. Alles kam in Wagenfeld zusammen: Mit Chorleiterin verschiedener Chöre und Pianistin Leta Henderson, Pianist und Komponist Michael Mikolascheck, Perkussionist Heinz Brinkmann, Moderator Timo Friedhoff und nicht zuletzt mit 24 engagierten Sängern aus und um Wagenfeld traf sich ein Powerpaket der Extraklasse. 

Auffallend das völlig durchmischte Publikum, mit vielen jungen Menschen, Bürgermeister und offiziellen Vertretern von Rat und Kirchengemeinde. Das Konzert war spendenbasiert, „der gesamte Erlös geht an Löwenherz“, betonte Leta Henderson sichtlich zufrieden schon in der Pause. Aber das konnte die musikalische Leiterin auch sein. Auf ihr Kommando hörten nicht nur die Instrumentalisten und Chor, sondern auch das Publikum, mit dem sie gemeinsam sang.

Die Liedauswahl und Einstudierung mit den bunt zusammen gewürfelten sangesfreudigen Wagenfeldern oblag Henderson, das Resultat wie die Aufschrift auf den T-Shirts der Sänger: „Wagenfeld singt!“ in unterschiedlichen Farben und Klangnuancen.

Es gehört schon viel Fantasie dazu als Eingangslied „Ich bin ein Dorfkind“ der Dorfrocker mit dem Marsch von Edgar Elgar „Pomp and circumstance“, der inoffiziellen Nationalhymne der Briten zu mischen. Oder den Call und Response, „das ist ein Ruf und Antwort Lied“, übersetzte Friedhoff mit einem heißen brasilianischen Fußballer-Schlachtenruf, dem „Hot, hot, hot“ zu kombinieren. Aber Leta ist Britin, da ist Mustermix kein Problem.

„Beim nächsten Stück schließt mal die Augen“, empfiehlt Chefmoderator, Heimatvereinsvorsitzender und Archivar aus Leidenschaft, Friedhoff, zum Instrumentalstück von Mikolaschek und Brinkmann „Oriental Basar“. Bauchtanz-Drang, Kardamom- und Wasserpfeifenduft inklusive. Dem nicht genug: Der Chor wollte mehr. Vom hebräischen Reim, dem Cover „So viele Sommer“ des Liedermachers Reinhard Mey, bis zu den „Zoohandlungs-Jungs“, die mit dem Song „Go West!“ als Cover groß herauskamen. „Das sind die Pet Shop Boys, aber eigentlich ist das Lied von den Village People, den Dorfbewohnern“, übersetzte Timo Friedhoff. Der war wie immer brillant und detailtreu informiert.

In der Pause informierten Franziska Engel aus Diepholz und Ulrich True aus Nienburg, zwei der 160 Ehrenamtlichen von Löwenherz, am Stand des Kinderhospizes über ihre Arbeit, verkauften den beliebten Löwen mit Herz als Stofftier. Einer sollte von Gaby Schmedecker aus Dörrieloh an ihre Enkelin Louisa gehen.

Trotz ernstem Benefit ging das Konzert lustig weiter. Einen Gruseltango hatte Leta ausgegraben, ein schönes A-Cappella-Stück von Gerhard Rabe „Der Sommer ist ein kurzer Traum“, um dann den Strohhut, Südwester und Chapeau claque zu zücken zur 300 Jahre alten Melodie „Mein Hut, der hat drei Ecken“.

„Ihr lieben Wagenfelder, Ihr seid doch hoffentlich alle in einem Chor?“, traf es das gesamte Publikum mit der Spontanität von Henderson. Und dann sang die ganze Grundschulaula und hatte riesigen Spaß. „Circle of Life“ (der ewige Kreis) aus „König der Löwen“ bildete den emotionalen Abschluss des Konzertes, das antrat, zu helfen. 

Für das Projekt Ruheraum namens „Oase“ im Kinder- und Jugendhospiz, das unbedingt neue Relaxmöbel benötigt. Die Sänger sangen gern und hofften auf viel Spendenbereitschaft, soviel, wie sie hereingaben in den grandiosen Reigen der vielfältigen Musikstücke. Und das vor dem Hintergrund der Hilfe bei nicht ausgeschlossenen tödlich verlaufenden Krankheiten. Die Spendensumme wird nach Auswertung mitgeteilt.

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