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Pflegedienst kündigt, Senioren-WG muss improvisieren

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Von: Melanie Russ

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Das Haus Wiesengrund an der Schulstraße in Wagenfeld ist vorübergehend geschlossen. Zum August soll es aber mit neuem ambulanten Pflegedienst weitergehen.
Das Haus Wiesengrund an der Schulstraße in Wagenfeld ist vorübergehend geschlossen. Zum August soll es aber mit neuem ambulanten Pflegedienst weitergehen. © Russ

Die Bewohnerinnen und Bewohner sind umquartiert, das Haus Wiesengrund in Wagenfeld ist geschlossen - allerdings nur vorübergehend. Weil der Pflegedienst gekündigt hat, muss die Senioren-Wohngemeinschaft improvisieren. Im August soll es aber weitergehen.

Wagenfeld – Vorübergehend geschlossen, heißt es im Haus Wiesengrund an der Schulstraße in Wagenfeld. „Es geht aber auf jeden Fall weiter“, betont Geschäftsführerin Anke Wiegmann auf Nachfrage. Das frühere Seniorenheim war Ende 2019 in eine Senioren-Wohngemeinschaft für bis zu 17 Bewohner insbesondere mit Demenz oder psychischen Erkrankungen umgewandelt worden. Für die Betreuung hatten die Bewohner einen Vertrag mit einem von der Einrichtungsleitung bestellten ambulanten Pflegedienst abgeschlossen. Der habe die Verträge nun fristgerecht gekündigt, berichtet Anke Wiegmann.

Allerdings betrug die Kündigungsfrist nur zwei Monate. „Es ist mir nicht gelungen, in dieser kurzen Zeit einen neuen Pflegedienst zu finden“, erläutert die Geschäftsführerin. Inzwischen gibt es zwar einen Nachfolger, der kann aber erst zum 1. August übernehmen. Dann soll das Haus Wiesengrund wieder öffnen. „Es ist mir ganz wichtig, dass es weitergeht. Das Haus gibt es seit 40 Jahren, ich selbst bin seit 28 Jahren hier“, beschreibt sie die lange Geschichte der Einrichtung. „Das ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

Man hilft sich: Einrichtungen aus Wagenfeld, Pr. Ströhen, Wehdem und Rahden springen ein

Die Bewohner wurden laut Anke Wiegmann in Absprache mit den Angehörigen zwischenzeitlich in anderen Einrichtungen ganz in der Nähe untergebracht – unter anderem in der Wagenfelder Senioreneinrichtung Dorea, in Pr. Ströhen, Wehdem und Rahden. Alle Einrichtungen hätten sie bei der Unterbringung der Senioren sehr unterstützt. „Das war echt toll“, freut sie sich. Und auch die Heimaufsicht sei natürlich involviert gewesen und habe Unterstützung geleistet.

Ob alle früheren Einwohner zurückkommen, wenn Haus Wiesengrund wieder öffnet, wird sich zeigen. „Einige haben schon gesagt, sie wollen zurückkommen“, so Wiegmann. Wer sich in der neuen Einrichtung gut eingelebt habe, könne aber auch dort bleiben. Man müsse im Einzelfall schauen, was für die Senioren am besten sei.

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