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Petra Immoor und ihr Hauskrankenpflegedienst kümmern sich seit 25 Jahren um Pflegebedürftige

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Von: Melanie Russ

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Petra Immoor (2.v.r.) feiert gestern gemeinsam mit ihrem Team das 25-jährige Bestehen ihres Hauskrankenpflegedienstes in Wagenfeld und Ströhen.
Petra Immoor (2.v.r.) feiert gemeinsam mit ihrem Team das 25-jährige Bestehen ihres Hauskrankenpflegedienstes in Wagenfeld und Ströhen. © Russ

Petra Immoor und Karin Wolfgramm starteten am 1. April 1997 ihren Hauskrankenpflegedienst in Wagenfeld und Ströhen. In den vergangenen 25 Jahren hat sich in der Pflegearbeit viel verändert.

Wagenfeld – Petra Immoor schlägt einen dicken Ordner auf, blättert weit zurück zu einem Artikel mit einem Foto, das sie und Karin Wolfgramm neben ihrem Dienstwagen zeigt. „Da waren wir noch jung“, scherzt sie. Lang ist’s her, dass die beiden den Hauskrankenpflegedienst in Wagenfeld und Ströhen gründeten. 25 Jahre, um genau zu sein. Zwei Mitstreiterinnen hatten sie damals, am 1. April 1997, als es losging. Seit sich Karin Wolfgramm 2013 in den Ruhestand verabschiedet hat, führt Petra Immoor den Pflegedienst alleine weiter. Inzwischen beschäftigt sie 26 Mitarbeiterinnen.

„Wir haben ein wirklich tolles Team“, schwärmt die Chefin. Einige Mitarbeiterinnen seien schon seit über 20 Jahren dabei. Ein Indiz dafür, dass die Arbeit Spaß macht. „Was mir ein bisschen Bauchschmerzen macht, ist der Nachwuchsmangel“, sagt Immoor. Aktuell beschäftigt sie eine Auszubildende, doch die Bewerberzahl ist nicht mehr so hoch, wie sie es mal war.

Die 56-Jährige erinnert sich noch gut an ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Sulingen. Das war 1984. Damals habe es viele Bewerber für einen Ausbildungsplatz gegeben. Heute haben die Auszubildenden fast schon die freie Wahl.

Petra Immoor: Pflegeberufe haben zu Unrecht ein Image-Problem

Denn Pflegeberufe haben ein Image-Problem. Zu Unrecht, meint Petra Immoor. Schlechte Bezahlung, viel Stress und unregelmäßige, familienunfreundliche Arbeitszeiten, das ist nach ihrer Erfahrung zumindest in der ambulanten Pflege nicht die Regel. „Ich finde, es ist ein schöner Beruf.“ Die Arbeit sei sehr vielfältig, und man erlebe viele Anekdoten. Viele Mitarbeiterinnen wüssten auch den langen persönlichen Kontakt zu den Kunden zu schätzen. „Viele begleitet man bis zum Lebensende. Da gehört man fast schon zur Familie“, weiß Immoor. Anders als im Krankenhaus, wo es häufige Ablenkungen gebe, habe man in der ambulanten Pflege auch Zeit für Kunden. Natürlich nicht unbegrenzt, aber in der Zeit, in der man da sei, sei man ganz für den Kunden da.

Seit den Anfängen des Hauskrankenpflegedienstes hat sich in der ambulanten Pflege einiges getan. Es gab mehrere Pflegereformen und technische Fortschritte. Früher hätten sie und Karin Wolfgramm die Tourenpläne für die Mitarbeiterinnen noch per Hand erstellt, erinnert sich Immoor. Heute macht das ein Computer-Programm. Bei etwa hundert Kunden wäre der Aufwand sonst enorm.

Petra Immoor: Die Menschen nehmen heute früher Hilfe an.

Was sich auch verändert hat: „Die Menschen nehmen heute früher Hilfe an“, hat Petra Immoor beobachtet. Früher sei das etwas verpönt gewesen. Außerdem hat das Thema Demenz an Bedeutung gewonnen. Während ihrer Ausbildung, erinnert sie sich, hätten Demenz-Erkrankungen kaum eine Rolle gespielt. „Aber gerade bei Demenz sind viele Angehörige auch oft am Limit.“

Zur „klassischen“ ambulanten Pflege ist beim Hauskrankenpflegedienst die Palliativversorgung hinzugekommen. „Das war mir immer eine Herzensangelegenheit“, sagt Petra Immoor. Vier Fachkräfte seien dafür entsprechend ausgebildet. Neben dem medizinischen Wissen gehören die Begleitung der Angehörigen und die psychosoziale Betreuung der Kunden zu ihrem Aufgabenfeld. „Das Gute dabei ist, dass sich die Mitarbeiterinnen die Zeit nehmen können, die sie brauchen“, so Immoor. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden bis zum Lebensende zu Hause bleiben können.“

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