Nach Einschläferung von Akbar

Peta-Forderung: Kein neues Zuchttier für den Tierpark Ströhen

+
Tigerkater Akbar ist vor wenigen Tagen gestorben. Der Tierpark Ströhen sucht nun ein neues Tier für die Zucht.

Ströhen - Nach dem Tod des 20-jährigen Sibirischen Tigers Akbar sucht der Tierpark Ströhen einen neuen Kater zur Fortsetzung der Zucht mit Tigerdame Amudaja (wir berichteten). Die Tierrechtsorganisation Peta fordert nun in einem Schreiben an die Tierparkleitung, von einer weiteren Tigerzucht abzusehen. Stattdessen solle der Tierpark ausschließlich Großkatzen aus Zirkusbetrieben aufnehmen und ihnen damit ein neues Zuhause bieten.

„Zoos züchten ständig Großkatzen nach, die jedoch verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden können. Gleichzeitig warten Dutzende dieser majestätischen Tiere in Zirkusbetrieben auf ihre Rettung“, wird Dr. Yvonne Würz, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche, in der Mitteilung der Organisation zitiert. „Daher appelliert Peta an den Tierpark Ströhen, seine Tore für Not leidende Großkatzen aus dem Zirkus zu öffnen.“

Wenngleich bereits rund 90 Städte auf kommunaler Ebene ein Wildtierverbot für Zirkusse beschlossen hätten, fristeten noch immer etwa 150 Löwen und Tiger ihr Dasein in deutschen Wanderzirkussen, so Peta. Dort litten die Tiere unter der Haltung in engen Käfigwagen und der Dressur mit der Peitsche. „Veterinärbehörden vermeiden dringend erforderliche Beschlagnahmungen der Großkatzen, da es für sie kaum geeignete Auffangstationen gibt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Wäre ein Tigerkater aus einem Zirkus eine Option für den Ströher Tierpark? „Grundsätzlich ja“, sagt Leiter Dr. Nils Ismer. Allerdings müsste es sich um einen reinrassigen Sibirischen Tiger handeln. Nur dann wäre er für eine Zucht mit dem Ziel der Erhaltung dieser Tierart in Zoos geeignet.

Ismer: Zucht Beitrag zur Arterhaltung

Dieses weltweite Ansinnen, das über das internationale Zuchtbuch koordiniert wird, ist aus Sicht Ismers ein ganz wichtiger Beitrag zur Arterhaltung. Denn in freier Wildbahn leben nach Schätzungen derzeit nur noch etwa 500 Tiere dieser größten der sechs Tigerunterarten. Zwar hat sich diese Zahl zuletzt stabilisiert, aber „500 Tiere ist eine sehr sensible Population. Die kann schnell zusammenbrechen“, warnt Ismer. „Es wäre fatal, wenn es dann keine Tiger mehr in Zoos gäbe, die ausgewildert werden könnten.“

Die Möglichkeit der Auswilderung sieht Ismer im Gegensatz zu Peta durchaus. Allerdings bedürfte es eines wissenschaftlich geleiteten Programms, einer Landschaft, die den Bedürfnissen der Tiger entspricht, und es müsste gewährleistet sein, dass die Tiere geschützt sind, zählt Ismer Bedingungen auf. Es bringe nichts, Tiger auszuwildern, wenn sie dann von Wilderern erschossen würden.

In Sachen Nachfolge für den gestorbenen Akbar hat Nils Ismer inzwischen Kontakt mit einer Stiftung in Jordanien aufgenommen, die sich um die Vermittlung von Tigern aus jordanischen Zoos mit schlechten Haltungsbedingungen kümmert. 

mer

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren SS-Mann Palij nach Deutschland ab

USA schieben früheren SS-Mann Palij nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Reload-Team bereitet den Bands die passende Bühne

Reload-Team bereitet den Bands die passende Bühne

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Kommentare