Pastorin Kerstin Wackerbarth im Interview

Im Pfarrhaus brennt wieder Licht

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Seit drei Wochen ist Kerstin Wackerbarth Pastorin in der Kirchengemeinde Ströhen.

Ströhen - Vor rund drei Wochen wurde Pastorin Kerstin Wackerbarth mit einem festlichen Ordinationsgottesdienst in der Kirchengemeinde Ströhen eingeführt. Nachdem die gebürtige Einbeckerin sich ein wenig eingelebt und in ihrer Gemeinde – der ersten Station nach ihrer Ausbildung – eingelebt hat, spricht die 29-Jährige im Interview darüber, wie sie in der Ortschaft aufgenommen wurde und welche Ziele sie hat. Die Fragen stellte Melanie Russ.

Während Ihrer Ordination haben Sie die Frage nach Ihrem ersten Eindruck von Ströhen mit „Wo ist eigentlich das Dorf, hier sind ja nur Straßen?“ beantwortet. Haben Sie das Dorf inzwischen gefunden?

Kerstin Wackerbarth: Ich bin ein bisschen unterwegs gewesen. Die Grundschule und die Turnhalle sind entdeckt, auch der Kindergarten ist nicht weit. Aber ich habe natürlich längst noch nicht alles gesehen.

Ist das Leben in einem Dorf ungewohnt für sie?

Wackerbarth: Nein eigentlich nicht. Mein Vikariat habe ich in Wunstorf-Kolenfeld (Anm. d. Red.: circa 2 800 Einwohner) verbracht. Aber dort gab es einen Ortskern. Hier sind die Häuser weit verstreut. Wenn man hier zum Beispiel zum Friedhof fährt, dann kommt ein ganzes Stück erst mal gar nichts. Aber das macht auch neugierig darauf, was vielleicht noch kommt.

Wie wurden Sie vom Kirchenvorstand und den Gemeindegliedern aufgenommen?

Wackerbarth: Sehr herzlich. Ich habe oft gehört: „Wie schön, dass im Pfarrhaus wieder Licht brennt.“ oder „Wie schön, dass Sie da sind.“ Ich habe den Eindruck, dass das hier eine sehr lebendige Gemeinschaft ist.

Ihr Vorgänger Dirk Brandt war in der Gemeinde sehr beliebt. Haben Sie das Gefühl, dass Sie an ihm gemessen werden?

Wackerbarth: Bisher habe ich nicht das Gefühl. Ich weiß aber auch, dass ich ihn nicht ersetzen kann, und versuche das auch gar nicht. Auch durch sein Wirken ist die Kirche im Ort etabliert und wird wahrgenommen. Das tut gut.

Bei Ihrer Ordination wurde darauf hingewiesen, dass Sie in Ströhen die erste Frau im Pastorenamt sind. Ist das im Ort oder für Sie selbst ein Thema?

Wackerbarth: Nein, das ist kein Thema. In der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gibt es ja auch schon seit mehr als 50 Jahren weibliche Pastoren. Meine Mutter war übrigens ebenfalls die erste Pastorin in ihrer Gemeinde.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in den nächsten Monaten setzen? Wie möchten Sie die Gemeinde weiterentwickeln?

Wackerbarth: Die erste Zeit wird ganz viel mit Wahrnehmen und Gucken zu tun haben. Ich wünsche mir, dass die Kirche mitten im Ort ist, dass klar ist, dass sie kein abgeschlossener Verein und nichts Weltfremdes ist, sondern weltoffen. Kirche darf ganz selbstverständlich überall dabei sein wie zum Beispiel bei der Einweihung der neuen Turnhalle am 10. März. Auch der Kontakt zur Grundschule ist mir wichtig. Ich möchte Verbindungen stärken und ganz aktuell zum Beispiel Werbung für die Kirchenvorstandswahlen machen.

Sie und Ihr Mann wohnen seit Januar in Ströhen. Wie gut haben Sie sich privat eingelebt?

Wackerbarth: Ganz gut. Am Anfang war alles etwas sporadisch und wir mussten mit einer Camping-Küche kochen, aber inzwischen ist die neue Küche da und alles eingeräumt.

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