Anzeigen gegen „Unbekannt“ laufen ins Leere

Paintball-Überfall auf Wohnhaus

Nächtliche Attacke: Bereits zum fünften Mal haben unbekannte Täter das Haus des Ehepaares Niedringhaus am Sudetenweg 2 in Wagenfeld mit Paintball-Geschossen verschmiert.
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Nächtliche Attacke: Bereits zum fünften Mal haben unbekannte Täter das Haus des Ehepaares Niedringhaus am Sudetenweg 2 in Wagenfeld mit Paintball-Geschossen verschmiert.

Wagenfeld – Die 60-jährige Beate Niedringhaus und ihr drei Jahre älterer Ehemann Eckhard sitzen am Frühstückstisch. Kaffee und frische Brötchen duften. So richtig schmecken will es dem Ehepaar aber nicht. Beide sind sauer, richtig böse. Aus gutem Grund: In der Nacht haben unbekannte Täter den Westgiebel ihres Hauses wieder für Paintball-Schmierereien genutzt. Mehr als hundert bunte Farbkleckse verunstalten die erst kürzlich frisch gestrichene Außenmauer ihres Hauses am Sudetenweg 2 direkt am Fuße des Bockeler Berges in Wagenfeld. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr.

Das Wagenfelder Ehepaar hat zum wiederholten Male bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Beide wissen allerdings, dass die Ermittlungen vermutlich wohl wieder im Sande verlaufen werden. In den vorherigen Fällen hatten sie nach etwa sechs Wochen jeweils die Nachricht erhalten, dass die Suche nach dem oder den Tätern eingestellt worden sei. Bei den vorangegangenen Anzeigen hatten die Ordnungshüter jeweils nach Zeugen gefragt und darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Paintball-Waffen in der Öffentlichkeit einen Verstoß gegen das Waffengesetz darstelle. Bis heute sei aber niemand zur Rechenschaft gezogen worden.

„Auf den Kosten für die Beseitigung der Schmierereien bleiben wir vermutlich hängen“, befürchtet Eckhard Niedringhaus, „durch unsere Versicherung ist der durch den Vandalismus entstandene Sachschaden nicht abgedeckt.“ Der 63-Jährige rechnet für die Reinigungsarbeiten mit Gerüstbau und die notwendige Auswechslung von zwei Fensterbänken mit Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro. „Wir werden die Zeche wohl selbst zahlen müssen“, ist sich der 63-Jährige sicher. Zudem befürchten er und seine Frau, dass Reste von den Farbflecken auf dem Rauputz des Hauses zurückbleiben würden.

Bereits zum fünften Mal haben unbekannte Täter das Haus des Ehepaares Niedringhaus am Sudetenweg 2 in Wagenfeld mit Paintball-Geschossen verschmiert.

Einen Verdacht, wer für die nächtlichen Paintball-Attentate auf ihr Haus verantwortlich sein könnte, hat das Ehepaar nicht. Dass die Schmierereien von den Nachbarn im Bereich der Bockeler Schweiz ausgehen, schließen die beiden Wahl-Wagenfelder aus. Und auch aus anderen Richtungen der näheren Umgebung würden die nächtlichen Attacken mit Farbgeschossen nicht kommen, betonen Eckhard und Beate Niedringhaus unisono.

„Das Maß ist voll“, machen die Hausbesitzer unmissverständlich deutlich. Sie hätten sich vorgenommen, in Zukunft ähnliche Überfälle mit Paintball-Waffen auf ihr Heim zu erschweren. „Schon in Kürze werden wir rund um unser Haus Kameras installieren“, kündigen die Geschädigten an. Und eher sarkastisch ergänzen sie, zeitnah im Vorgarten eine Spendenbox aufzustellen, „damit die Täter einen Obolus für ihre künstlerischen Missetaten bekommen.“

Das aus dem westfälischen Nettelstedt stammende Ehepaar Niedringhaus wohnt seit 15 Jahren in Wagenfeld. In der ersten Zeit zusammen mit seinen beiden Töchtern. „Unsere Wohnung in Nettelstedt war zu groß, wir haben damals etwas Kleineres gesucht“, berichtet Beate Niedringhaus. Auf den Immobilienseiten im Internet seien sie damals fündig geworden. „In Wagenfeld wurde von einer Erbengemeinschaft am Sudetenweg ein Einfamilienhaus zum Kauf angeboten“, ergänzt Ehemann Eckhard. „Nicht zu teuer, damals genau das Richtige für uns.“

Während in der Anfangszeit die Welt für die Familie Niedringhaus noch in Ordnung war, stellt das Ehepaar inzwischen die Richtigkeit ihrer damaligen Entscheidung infrage. Insbesondere auch deswegen, weil es nach der vierten Farbbeutel-Attacke Anfang des Monats gerade den fünften Paintball-Anschlag auf ihr Haus gegeben hat. Von Mittwochabend bis Freitagmorgen gegen acht Uhr sind zu den vorhandenen Farbflecken am Westgiebel annähernd 20 neue ausschließlich gelbe Schmierereien hinzugekommen. Zudem wurde mehrfach die Holzterrasse getroffen. „Unser Ärger wird immer größer“, reagiert Eckhard Niedringhaus auf den neuerlichen Anschlag, „und unser Misstrauen gegen jedermann wächst.“

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