Schlittenhunderennen: Dryland-Off-Snow startet im Tierpark Ströhen

Optimaler Einstieg in die neue Saison

Und auf geht’s zur wilden Jagd durch das Gelände. Die Vierbeiner sind vor dem Start kaum noch zu halten. - Foto: Brauns-Bömermann

Ströhen - Aus ganz Deutschland, den Beneluxländern und Skandinavien reiste das sogenannte „Mushervolk“ mit Hunden, Rädern, Rollern und Schlittenhundewagen nach Ströhen an. „Das Internet wird dann zweitrangig, die Facebookseite dann eben erst ab Montag aktualisiert“, meint Pressewart und Geschäftsstellenleiter des Schlittenhundesportvereins Südoldenburg (SSVS), Michael Inderwisch, aus Osnabrück.

Für das zweite Sportevent mit Hund in diesem Jahr am Ströher Tierpark hatten sich 256 Starter angemeldet. „Wir rechnen mit mehr als 220 Startern zum Saisonauftakt der Dryland-Off-Snow-Saison“, erklärte er.

Es ging so mit dem Wetter am Samstag. Es war mal trocken, mal gab es Nieselregen, aber der Matsch des letzten Jahres blieb aus. Der rund 3,5 Kilometer lange Parcours über ein abgeerntetes Maisstoppelfeld, entlang der Gehege der Rehe, Erdmännchen, Eulen, Waschbären und Ziegen durch Wald und über Stock und Stein wäre zwar eher kurz, aber als Einstieg für die Saison optimal zu Trainingszwecken, das unisono Fazit der Musher.

Das Rennen ist der erste Lauf der Norddeutschen Meisterschaft und lässt Schlittenhunde, die als reinrassig gelten wie Siberian Husky, Grönlandhund, Samojede und Malamute und nicht reinrassige Tiere wie den Skandinavischen Hound und Alaskan Husky zu.

Dem Besucher schlägt eine ganz besondere Aura auf dem Zelt- und Campingplatz mit Bewirtungszelt, Start- und Zielpunkt des Rennparcours entgegen. Es ist längst kein Treffen mehr nur für und von Hundesport-Begeisterten, sondern vielmehr ein Festival von Vier- und Zweibeinern inmitten ihrer Gehege, Wohnwagen, Campingmobile, Hundeboxenanhänger und eigenen Fütterungswagen.

Während der Mittagspause erzählen Jessica Kowalski aus Drage und Jessica Schön aus Lauenburg, beide aus der Elbmarsch, dass die Morgen besonders schön sind: „Wenn man früh aufwacht und die ersten Heuler zu hören sind, dann wissen wir: „Mögen die Spiele beginnen.“ Alles wirkt wie eine eingeschworene Gemeinschaft im Einklang mit Hund und Hunden, teils ganzen Herden, denn wenn Gespanne bis zu zehn Vierbeinern und Beifahrer, der ab acht Tieren vorgeschrieben ist laut Reglement, starten, wollen die Tiere von ihren Mushern „wohnungsnah“ versorgt sein. Jessica Schön freute sich auf den Sonntag: „Ich starte dann mit meinem Boxer und Husky im Scooter.“ Während ihre Bekannte Jessica Kowalski mit einem Roller (Scooter) und einem Hund an den Start geht.

Die Wagen, die neben den Verkaufswagen mit Vierbeiner-Zubehör, Futter, Ergänzungsfutter und Outdoor-Bekleidung der Musher stehen, sehen futuristisch aus. Gummibereift aus Edelstahl, mit Bremsanlage und stoßgefedert, übersäht mit dem Staub des letzten Trail. Manche großen Gespanne werden durch ein hinter den Wagen gespanntes Quad gebremst, das kurz vor dem Start ausgeklinkt wird, da die Hundeführer die aufgeregten und zum Rennen bereiten Hunde sonst nicht bis zum Startgong halten könnten.

Während Gebell und Gejaule am Start enorm sind, kehrt nach den ersten hundert Metern absolute Ruhe ein. Die Tiere rennen was das Zeug hält und kennen anscheinend den Parcours. „Wir hatten es schon, dass Hunde durchs Flatterband rannten, nur, weil wir den Trail unwesentlich geändert hatten“, erzählt Inderwisch. Und so bleibt in Ströhen der Parcours wie er immer ist.

Auf dem Programm standen am Samstag neben den Disziplinen Läufer, Fahrrad und Roller mit ein oder zwei Hunden, Wagen für zwei, vier, sechs, acht und mehr Hunde und das Kinderrennen. „Das ist der Einstieg in diese verantwortungsvolle Sportart“, sagt Jessica Schön, deren Tochter auch startet.

Das besondere Highlight am Sonntag war der geplante Jagdstart, wo je drei Fahrer mit den Zeiten vom Vortag starten.

Die Ergebnisse aus Ströhen sind auf der Facebookseite des Schlittenhundesportvereins einzusehen.

sbb

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