ISEK an neue Förderrichtlinien angepasst / „Am Hundeort“ und Ortsdurchfahrt fallen raus

Ökologische Aufwertung stärker im Fokus

Begrünungen und weitere Querungshilfen waren an der Ortsdurchfahrt geplant. Sie können im Rahmen des ISEK aber nicht umgesetzt werden. Foto: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Es ist ein mächtiges „Handbuch“ für die Sanierung des Wagenfelder Ortskerns, das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das das Vechtaer Planungsbüro Kolhoff in Zusammenarbeit mit Verwaltung und Einwohnern im Frühjahr dieses Jahres erstellt hat. Ein bisschen zu umfassend für den Geschmack der Bewertungskommission, die sich Ende August bei einem Ortstermin ein Bild von den geplanten Maßnahmen machte. Sie unterbreitete einige Änderungsvorschläge, die die Aussichten auf einen positiven Bescheid erhöhen könnten – insbesondere vor dem Hintergrund der geänderten Förderrichtlinien.

Das angepasste ISEK stellte Planer Matthias Kolhoff in der Ratssitzung am Dienstagabend vor. Zum einen ist das Sanierungsgebiet von ursprünglich 40 auf etwa 30 Hektar geschrumpft, zum anderen liegt jetzt ein größerer Fokus auf dem Klima- und Umweltschutz. Die Änderungen erhielten die einhellige Zustimmung des Rates.

„Am Hundeort“ und B 239 fallen raus

Aus dem Plangebiet herausgenommen wurden der Bereich nördlich des Marktplatzes bis Meiersfeld / Maschweg, in dem nur kleinere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen geplant waren, und der südwestliche Bereich „Am Hundeort“ / Schulzentrum. Dort war unter dem Aspekt der Schulwegsicherung eine umfassende Sanierung vor allem der Nebenanlagen angedacht. „Weil es sich eigentlich um eine reine Straßenunterhaltungsmaßnahme handelt“, sei er gestrichen worden, so Kolhoff. Dadurch werden etwa 1,2 Millionen Euro eingespart.

Ebenfalls aus den Planungen herausfallen musste alles, was an der Ortsdurchfahrt an Begrünung und weiteren Querungshilfen geplant war. Denn die Straße ist im Besitz des Bundes, „und der darf sich nicht selber fördern“, erläuterte Kolhoff. Über Maßnahmen dort könne man nachdenken, wenn die Ortsumgehung komme und die Ortsdurchfahrt umgewidmet werde. Der Bau ist derzeit für 2030 vorgesehen, die konkreten Planungen dafür sollen laut Bürgermeister Matthias Kreye voraussichtlich ab 2025 laufen.

Um den Marktplatz dauerhaft als zentralen Veranstaltungsort zu sichern, soll auf Anraten der Bewertungskommission das Energieversorgungsnetz erweitert und modernisiert werden. Kabelnetz und Verteiler seien nicht ausreichend für moderne Fahrgeschäfte, heißt es im ISEK. Daher werden für den Marktplatz etwas höhere Kosten als bisher einkalkuliert.

Zusätzliche Kosten von jeweils 20 000 bis 25 000 Euro könnten auch für zwei weitere Ladestationen für E-Autos bei Betten-Scheland und auf dem DRK-Parkplatz hinzukommen. Bislang stehen auf dem Marktplatz und am Rathaus Ladesäulen für je zwei Fahrzeuge zur Verfügung.

Dieser Zusatz soll ebenso einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten wie eine ökologische Aufwertung von Grünflächen, insbesondere der Freiflächen der geplanten Grünen Zone.

Mehr ökologische Aufwertung

Vor allem der Park de Vibraye, der Schulhof und die Freifläche an der Schule haben eine geringe Strukturvielfalt. Das Planungsbüro schlägt unter anderem das Ausbringen einer Kräuter- und Saummischung in nicht zu betretenden Arealen vor. Die Vorteile: attraktives Blütenbild, geringer Pflegeaufwand und Nahrung für Insekten und Vögel. Die Senken im Park de Vibraye könnten zu Feuchtwiesen ausgebaut werden, am Rand dauerhaft Wasser führender Mulden könnten Sumpfbeete angelegt werden. So entstünde ein artenreiches Biotop.

Darüber hinaus könnten in spartanisch begrünten Bereichen wie Marktplatz, Schulhof oder Dorfplatz freiwachsende Hecken und Gehölze gepflanzt werden, die Kleintieren und Insekten Unterschlupf bieten.

Der Landschaftsplaner zeigte sich zum Abschluss seiner Ausführungen zuversichtlich, dass der Gemeinde im kommenden Jahr ein positiver Förderbescheid ins Haus flattern wird. Die Entscheidung soll bis Mai fallen. Danach können sich Verwaltung und Rat an die konkrete Planung der ersten Maßnahme machen. Los gehen soll es mit dem Schulhof der Grundschule. Dort sollen unter anderem neue Spielflächen angelegt und die Ausstattung erneuert werden sowie Anpflanzungen erfolgen.

Für diesen ersten Abschnitt sind Kosten in Höhe von rund 579 000 Euro kalkuliert. Nach dem alten Entwurf waren es 660 000 Euro, die auch im Haushaltsplan 2020 berücksichtigt sind. Sofern sie in das Förderprogramm aufgenommen wird, muss sie nur für ein Drittel der Kosten, etwa 193000 Euro, selbst zahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Viele tote Urlauber bei Vulkanausbruch in Neuseeland

Viele tote Urlauber bei Vulkanausbruch in Neuseeland

„Hello Abstiegskampf, my old friend“ - die Netzreaktionen zu #SVWSCP

„Hello Abstiegskampf, my old friend“ - die Netzreaktionen zu #SVWSCP

Gutachten: Berliner Mietendeckel nicht verfassungswidrig

Gutachten: Berliner Mietendeckel nicht verfassungswidrig

Hartes Ringen bei UN-Klimagipfel - Thunberg nutzt Medienhype

Hartes Ringen bei UN-Klimagipfel - Thunberg nutzt Medienhype

Meistgelesene Artikel

Neue Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt in Martfeld

Neue Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt in Martfeld

Trotz Regenwetters: Syker lassen sich Weihnachtliche Kulturtage nicht vermiesen

Trotz Regenwetters: Syker lassen sich Weihnachtliche Kulturtage nicht vermiesen

THW Bassum baut Löschwassertank

THW Bassum baut Löschwassertank

Plötzlich war der Schimmelpilz da: Ehepaar sucht verzweifelt nach neuer Wohnung

Plötzlich war der Schimmelpilz da: Ehepaar sucht verzweifelt nach neuer Wohnung

Kommentare