Ökologisch wertvoll und hübsch

Moorwelten-Mitarbeiter legen Beete für Bienen und andere Insekten an

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Die Mitarbeiter aus den Moorwelten haben eine frühere Rasenfläche in bienenfreundliche Beete verwandelt. 

Ströhen – Bei den Moorwelten gibt es leckeres Essen. Das könnte sich bald rumsprechen bei Wildbienen, Faltern und anderen Insekten, die ein speziell auf sie zugeschnittenes Nahrungsangebot zu schätzen wissen. Denn wo bislang karges Gras wächst, sollen nach und nach blühende Beete entstehen. Den ersten Abschnitt im Eingangsbereich haben Mitarbeiter der verschiedenen Institutionen, die im Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima (EFMK) beheimatet sind, am Donnerstag gemeinsam bepflanzt.

„Wir dachten uns, aus den Flächen kann man mehr machen“, erklärte Jean-Marc Kühn vom BUND Diepholzer Moorniederung, der die Umgestaltung der Außenanlage geplant hat. Im Februar wurden die ersten Ideen entwickelt und mit der Wagenfelder Gemeindeverwaltung abgestimmt. Nachdem die Finanzierung gesichert und Pflanzen und sonstiges Material besorgt waren, ging es nun gerade noch rechtzeitig vor dem Sommer los.

Bereits am Mittwoch hatte eine Handvoll Mitarbeiter mit schwerem Gerät im Eingangsbereich den Rasen abgeschält, die Beete mit Erde und Kompost aufgefüllt und ein paar große Findlinge gesetzt. Am Donnerstag rückte der große Arbeitstrupp an. Insgesamt etwa 15 Helfer vom BUND, dem Projekt Optimoor, dem Landschaftspflegeverband und dem Förderverein der Moorwelten setzten rund 1000 Pflanzen und legten kleine Kieswege an, damit die Besucher die Beete auch betreten können.

Etwa 50 verschiedene Arten wurden gepflanzt, die meisten davon heimische Wildstauden, die typisch sind für einen trockenen Standort wie die Moorwelten. Ein paar hübsch blühende Zuchtarten fürs Auge sind aber auch dabei, wie Luisa Stemmler erläuterte. Sie hatte die Pflanzen ausgesucht und dabei ein besonderes Augenmerk auf deren Bienenfreundlichkeit gelegt. „Es gibt Bienen, die ganz spezielle Pflanzenarten brauchen“, so Stemmler. Der stark behaarte Woll-Ziest beispielsweise locke die Gartenwollbiene an, die sich aus den Haaren ihr Nest baue. Glockenblumen seien ebenfalls sehr wichtig, weil Bienen gerne darin übernachteten. An Disteln erfreuten sich sowohl Bienen als auch Falter.

„Der Anspruch war, etwas ökologisch Wertvolles zu schaffen, was auch optisch anspricht“, erläuterte Luisa Stemmler. „Wir wollen zeigen, dass man einen Garten oder öffentliche Flächen auch anders bepflanzen kann, als mit den üblichen Zuchtarten.“

Allerdings sollen die neuen Beete nicht nur Tieren von Nutzen sein, sondern auch den Menschen. So könnten sie beispielsweise für den außerschulischen Standort als „Unterrichtsmaterial“ dienen. „Am Ende haben alle etwas davon“, ist Kühn sicher.

Im Vorfeld der Pflanzaktion hatten Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde bereits das noch aus alten Bundeswehrzeiten stammende Tor am Eingang entfernt. Der Eingangsbereich soll zu einem späteren Zeitpunkt neu und freundlich gestaltet werden. Außerdem sind die Einrichtung eines Aufenthaltsbereichs für Besucher und Mitarbeiter und ein Kräutergarten angedacht. Der Bahnhof der Moorbahn soll stärker in das Gelände der Moorwelten integriert werden.

Ganz günstig war der erste Abschnitt der Neugestaltung nicht. Etwa 3 500 Euro haben Pflanzen und sonstige Materialien laut Kühn gekostet. Umso glücklicher sind die Aktiven für die Unterstützung, die sie von vielen Seiten erhalten haben. Die Firmen Fangmeyer (Diepholz) und Wiechert (Hemsloh) halfen mit Sach- und Dienstleistungen. Michael Bruns, Landwirt aus Hemsloh stellte einen ganzen Berg Steine zur Verfügung, die er von seinen Feldern gesammelt hatte. Der Landfrauenverein Diepholz spendierte ein Kupfer-Felsenbirnenbäumchen, das eine Abordnung am Donnerstag selbst einpflanzte. „Wir wollen Zeichen setzen, dass wir auch mit vielen kleinen Schritten die Voraussetzungen für Bienen verbessern können“, so Ulrike Meyer, Vorsitzende des Landfrauenvereins Diepholz.

Finanziell beteiligten sich die Firma Allos (Bremen/Drebber), die Gesellschafter des EFMK, die auch die freiwilligen Gärtner stellten, und die Gemeinde Wagenfeld. Weil die Umgestaltung weitergehen soll, hofft Moorwelten-Leiterin Dr. Michaela Meyer, dass sich weitere Unterstützer finden.

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