Wagenfelderin Franziska Hake ist Kammersiegerin / Zweiter Platz bei Landeswettbewerb

Aus Notnagel wird Traumberuf

Franziska Hake empfiehlt ihren Kunden gern das „Vitalbrot“. Foto: Ripking

Wagenfeld - Von Jannick Ripking. „Die haben mir erst gar nicht erzählt, worum es geht“, erinnert sich Franziska Hake aus Wagenfeld an das Telefonat, bei dem ihr mitgeteilt werden sollte, dass sie als Notenbeste Kammersiegerin des Bezirks Oldenburg geworden ist. Mit der Note Eins im praktischen Teil ihrer Ausbildungsabschlussprüfung und einer Zwei im theoretischen Teil ist sie Jahrgangsbeste als Fachverkäuferin für Lebensmittel mit dem Schwerpunkt Bäckerei. „Ich habe erst gefragt, ob meine Prüfungen falsch sind“, sagt die 22-Jährige lachend. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, Kammersiegerin zu werden.“

Sichtlich stolz ist die junge Wagenfelderin auf diese Auszeichnung in einem Berufsfeld, in dem sie sich eigentlich nie langfristig gesehen hat: „Ich wollte eigentlich etwas anderes nach der Schule machen. Das hat aber nicht geklappt. Und dann dachte ich mir: ,Bevor ich gar nichts mache, mache ich eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin.‘“ Und so wurde die Overmeyer Bäckerei und Konditorei mit Hauptsitz in Steinfeld zu ihrem Ausbildungsbetrieb.

Jeder Kunde soll einmal lächeln

Am Standort in Wagenfeld, wo sie schon vorher neben der Schule gejobbt hatte, hat sie die meiste Zeit ihrer Ausbildung verbracht und sich schnell eingelebt. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mir das hier so viel Spaß macht“, freut sich Hake über ihre Entscheidung, eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin zu machen, und es war schnell klar: Aus einem Notnagel ist ein Traumberuf für die fröhliche Wagenfelderin geworden.

Zu ihren Aufgaben als Bäckereifachverkäuferin zählt das Säubern und Dekorieren des Verkaufstresens, die Kundenbetreuung und -beratung und auch das Schmieren und Belegen der Brote und Brötchen, damit alles möglichst frisch ist. Letzteres zählt nicht zu ihren Lieblingsaufgaben, gibt die Gesellin offen zu: „Brötchen schmieren dauert mir oft zu lange. Es ist zwar schön, den Tresen mit den eigenen Dingen zu dekorieren, aber ich verkaufe lieber.“

Gerade das Verkaufen und der Umgang mit den Kunden sei das, was die Liebe zu ihrem Job ausmacht. „Mir würde wirklich etwas fehlen, wenn ich zum Beispiel acht Stunden nur im Büro arbeiten würden. Einfach nur telefonieren? Nein, danke“, ist sich Hake sicher. Sie weiß auch, dass nur ein zufriedener Kunde gern wiederkommt und zum Stammkunden werden kann, „deswegen ist mir wichtig, dass jeder Kunde immer mindestens einmal gelächelt hat, bevor er nach Hause fährt.“

Bei der Bäckerei Overmeyer fühlt sich Franziska Hake pudelwohl und gut aufgenommen. Sie kann sich auch sehr gut vorstellen, lange bei der Bäckerei aus Steinfeld zu bleiben. Momentan arbeitet sie in einer Filiale in Diepholz.

Viel von Kollegin abgeschaut

Während ihrer Ausbildungszeit in Wagenfeld nahmen im Besonderen Sabrina Siebels aus Wagenfeld und Melanie Lundkowski aus Sulingen die junge Fachverkäuferin unter ihre Fittiche. Ihre direkte Vorgesetzte war Sandra Abeling aus Wetschen. Hake habe in dieser Zeit viel gelernt „und vor allem von Sabrina habe ich mir viel abgeguckt“, meint sie. „Meine Schwester hat gesagt, dass wir beide uns beim Arbeiten sehr ähnlich sind, manchmal etwas pingelig.“

Vielleicht haben gerade diese Pingeligkeit und das Auge fürs Detail dafür gesorgt, dass Hake Jahrgangsbeste wurde und sich dadurch auch für den Landeswettbewerb von Hannover in Rostrup qualifizierte. Dort setzte sie sich gegen drei von vier Konkurrentinnen durch und belegte den zweiten Platz. In Rostrup musste sie Brötchen belegen, einen Gugelhupf machen und auch ein Schaufenster zum Thema „Welt der Comics“ her- und einrichten. „Ich habe ja eigentlich gar keine Ahnung von Comics und durch Google habe ich dann herausrausgefunden, dass die Comicreihe ,Sailor Moon‘ 25 Jahre alt geworden ist.“ Am Ende sah ihr Schaufenster dann wie die Comicfigur „Sailor Moon“ aus. Ihr Dank gilt dabei der Bäckerei Overmeyer. „Alle standen immer hinter mir. Ich wurde immer unterstützt und auch beim Wettbewerb begleitet“, freut sich Hake.

Um Haaresbreite hätte sie sich sogar den ersten Platz ergattert. Ein Blackout bei einem simulierten Verkaufsgespräch verhinderte aber die Qualifikation zum Wettbewerb auf Bundesebene: „Ich wusste die einfachsten Dinge nicht mehr.“ Aber auch mit dem zweiten Platz ist die Wagenfelderin zufrieden: „Ich setze mich selbst schnell unter Druck. Da wäre ich dann wieder so nervös gewesen. Das spare ich mir jetzt durch den zweiten Platz.“

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