Arbeitskreis für Flurbereinigung Ströhen-Süd gebildet

Neuordnung in Planung

Dezernatsteilleiter Olaf Stührmann von der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landentwicklung Leine-Weser erläuterte am Mittwochabend in Ströhen die Bedeutung von Flurbereinigungsverfahren für den ländlichen Raum. - Foto: Scheland
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Dezernatsteilleiter Olaf Stührmann von der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landentwicklung Leine-Weser erläuterte am Mittwochabend in Ströhen die Bedeutung von Flurbereinigungsverfahren für den ländlichen Raum.

Ströhen - Die Ortschaft Ströhen will ihren Strukturreform-Kurs fortsetzen – insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich, aber auch in Bezug auf den örtlichen Wirtschaftswegebau. Zudem ist Ströhen bestrebt, einen ökologischen Mehrwert zu erreichen. Realisiert werden sollen die ehrgeizigen Pläne durch ein weiteres Flurbereinigungsverfahren für den südlichen Teil der Ortschaft.

Folgerichtig erhält das vereinfachte Verfahren, das im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Tierpark-Restaurant auf den Weg gebracht wurde, die Bezeichnung Flurbereinigung Ströhen-Süd. Ein knapp 20-köpfiger Arbeitskreis wird in den nächsten Wochen und Monaten in enger Zusammenarbeit mit Experten der Geschäftsstelle Sulingen des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit das Verfahren schnellstmöglich beim Land Niedersachsen angemeldet und im Jahre 2018 eingeleitet werden kann.

Hindernisse sind kaum zu erwarten, zumal sich keiner der am Mittwochabend anwesenden Landwirte und weiteren interessierten Bürger gegen die geplante Maßnahme ausgesprochen hat. Ganz im Gegenteil: Schon während der Informationsveranstaltung mit Vertretern des ArL wurden erste Vorschläge unterbreitet, was im Verfahren unbedingt beachtet und mitrealisiert werden müsste: Die Weiterführung des Radweges entlang der Mindener Straße beispielsweise.

Das Verfahrensgebiet hat in etwa die Größe des bereits 2012 angeordneten Flurbereinigungsverfahrens Ströhen-Nord: Etwa 1 900 Hektar. Vorgesehen ist, innerhalb eines Zeitfensters von zehn bis zwölf Jahren alle Flächen südlich der Mindener Straße beziehungsweise der Tierparkstraße bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze und den angrenzenden Kreis Nienburg neu zu ordnen. Als Kostenvolumen wurde ein siebenstelliger Betrag genannt. 75 Prozent davon tragen das Land Niedersachsen, der Bund und die Europäische Union. Die restlichen 25 Prozent entfallen auf die Gemeinde Wagenfeld und (flächenbezogen) auf die Landwirte, die vom Verfahren profitieren. Personalkosten und der Sachaufwand für Planungsleistungen werden in voller Höhe vom Land Niedersachsen getragen.

Freude über großes Interesse

Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye freute sich seitens der Gemeinde über das große Interesse an der Informationsveranstaltung und betonte, dass sich der Rat bereits dafür ausgesprochen habe, auch für Ströhen-Süd ein Flurbereinigungsverfahren zu beantragen. „Es wäre schön, wenn es klappen würde“, wünschte sich Kreye. „Hier und heute haben wir die Möglichkeit, einen vergleichbaren Prozess wie beim Verfahren Ströhen-Nord in Gang zu setzen.“ Mit Blick auf die zu erwartenden Zuschüsse sprach der Verwaltungschef von einem „kleinen Weihnachtsgeschenk“.

Olaf Stührmann, Dezernatsteilleiter in der ArL-Geschäftsstelle Sulingen, erläuterte den Anwesenden die besondere Zielsetzung einer Zweckflurbereinigung. Mit den Verfahren könnten im ländlichen Raum schnell und wirksam Landnutzungskonflikte gelöst werden, sagte er. Die infrastrukturelle Verbesserung kleinerer Gemeinden sei Voraussetzung für die Entwicklung ländlicher Gebiete und erleichtere und stabilisiere die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig könne den Belangen des Naturschutzes Rechnung getragen werden. Früher seien neue Projekte vom Land angeordnet worden. Das habe sich geändert. „Heute muss eine Flurbereinigung von der Landwirtschaft gewollt sein.“

Eine Flurbereinigung, so Stührmann, beinhalte bodenverbessernde und bodenschützende Maßnahmen insbesondere im Zusammenhang mit der Gestaltung neuer Wirtschaftsflächen, der Aufhebung von Wegen sowie zur Reduzierung des Arbeitsaufwandes beziehungsweise zur Erleichterung der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen. Als beabsichtigte agrarische Wirkungen nannte der Experte insbesondere eine Verringerung der Entfernungen vom Hof zum Feld und von Feld zu Feld, ein leistungsfähiges Wirtschaftswegenetz sowie Kostenminderungen beispielsweise bei Maschineneinsätzen sowie beim Treibstoff und der Düngung.

Für die Besetzung des Arbeitskreises hatte Torsten Meier, Ratsmitglied und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Ströhen-Nord, schon im Vorfeld einige Gespräche geführt. Nicht zuletzt deswegen ging die Bildung des Vorbereitungsgremiums problemlos vonstatten. „Wir wollen schnell vorankommen“, informierte Olaf Stührmann den Arbeitskreis und stellte in den nächsten Monaten sechs bis sieben Sitzungen in Aussicht. „Im nächsten Jahr wartet eine Menge Arbeit auf uns, es kommt aber eine ganze Menge dabei heraus“, versprach Stührmann.

Zum weiteren Vorgehen sagte der Experte, dass bereits im Januar nächsten Jahres der Antrag auf Aufnahme ins Flurbereinigungsprogramm gestellt werden solle – als Projektempfehlung mit dem Ziel, Ströhen-Süd zu einem verbindlichen Projekt weiterzuentwickeln. Bis zum Herbst 2017 werde im Arbeitskreis ein Maßnahmenkonzept inklusive Kosten und Finanzierung erarbeitet, und Ende nächsten Jahres würden die Maßnahmen mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt und die Grundeigentümer informiert. 2018 könne die Flurbereinigung nach Freigabe durch das Ministerium dann angeordnet werden. 

ges

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