„Neujahrskonzert auf dem Lande“ begeistert mehr als 150 Zuhörer in der Ströher Kirche

Musikgenuss von Plattdeutsch bis Michael Jackson

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Neujahrskonzert in Ströhen – auch „Zeitlos“ war wieder mit dabei.

Ströhen - Die Kirche in Ströhen war voll besetzt, mehr als 150 Zuhörer und Mitwirkende hatten sich versammelt und erwarteten gespannt, was die heimischen Musizierenden an lässlich des Neujahrskonzerts vortragen wollten. Nach der Begrüßung durch Linda Puppe, Vorsitzende des Vereins „Ströher Dorfleben“, rüttelte der Posaunenchor Ströhen unter der Leitung von Andreas Lorch das Publikum hellwach.

Das „Gebet in c-moll“ und das Trio aus „Pomp and Circumstance“ wurden mit Unterstützung eines jungen Schlagzeugers exzellent vorgetragen. Das Ensemble „Zeitlos“, inzwischen in Ströhen und umzu bestens bekannt, sang schwungvoll und forsch einen Hit aus den 30er-Jahren, „Ausgerechnet Bananen“, bevor Ulrike und Dr. Matthias Stephani (Streicher), Gudrun Kröger (Gesang) und Monika Zilke (Klavier) mit der Overture und einem Lied aus „Tabaluga“ von Peter Maffay den Melodienreigen fortsetzten.

Das E-Klavier spielte der Pianistin einen Streich indem es ohne äußere Einflussnahme die Tonart wechselte und daraufhin ausgewechselt wurde. So etwas kann nur in Live-Konzerten passieren und trägt natürlich zur allgemeinen Lockerheit bei. So schmunzelte das Publikum und es konnte einfach weitergehen. Kristin und Heide Harlaß sowie Janin Tiemann aus Ströhen sangen ein 90er-Jahre-Medley.

Mit dem „Earth Song“ wagte sich „Zeitlos“ an eine Komposition von Michael Jackson, in dem er die Zerstörung der Erde beklagt und immer wieder die Fragen stellt „Was wird aus uns, was wird aus unseren Kindern? „Zeitlos“ packte die in dem Lied steckenden musikalischen Hürden problemlos. Das Ensemble aus Wetschen begeisterte mit weiteren Vorträgen. Bei dem Lied „The music's always there with you“ erhielten sie Verstärkung von fünf Mädchen im Alter zwischen 5 und 14 Jahren, die gekonnt im Zusammenspiel mit der Sängerin agierten. Zum Abschied sang Gudrun Kröger „Guten Abend, gut Nacht“ von Johannes Brahms. Das Lied ging unter die Haut insbesondere durch die feine, pointierte Instrumentalbegleitung.

Ein total begeistertes Publikum wurde in die Pause geschickt, um mit Freunden und Bekannten auf das Jahr 2016 anzustoßen. Nachdem Andreas Lorch mit seiner Trompete auf das Ende der Pause hingewiesen hatte, ging es auch gleich mit dem Bläserchor weiter, der eine Filmmusik aus „Black Pearl“ und den bekannten Song der Sportfreunde Stiller, „Applaus, Applaus“, zu Gehör brachte. Erst in der zweiten Hälfte des Konzertes trat der Männergesangverein Wagenfeld/Barver auf, der gemäß der Titulierung „Neujahrskonzert auf dem Lande“ drei plattdeutsche Lieder zum Besten gab. Die Herren hatten gut geprobt, denn temperamentvoll, textverständlich, klangschön und mit schauspielerischen Einlagen sangen sie „Annemarie, kumm danz mit mir“, Lütt Anna, Susanna“ und „Hier deit et weh und dor deit et weh“. Sie stöhnten vor Schmerzen während der Atempausen, hatten die Lacher aber voll auf ihrer Seite.

Zum Lachen brachte auch „Zeitlos“ das Publikum, als das Stück von Ina Müller gesungen wurde: „Mr. Right“ – alles stimmt an diesem Mann“. Textzitat: „Einfach cool, aber leider schwul.“

Kristin und Heide Harlaß sowie Janin Tiemann forderten das Publikum zum Mitsingen auf, als sie den Gospel „You are holy“ anstimmten und dann das vertonte Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz bestimmt an jedem neuen Tag.“ Diese Zeilen hatte Dietrich Bonhoeffer kurz vor seinem Tod im KZ für seine Familie aufgeschrieben, berührend innig wurde das Gedicht gesungen.

Das Konzert fand mit „Zeitlos“ und dem Kanon „Gelungener Abend“ sein Ende. Dank ging an alle Mitwirkenden bevor zum Abschluss der traditionelle „Zottelmarsch“ geschmettert wurde.

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