Vorstellung im EFMK in Ströhen

Neue Projektmitarbeiter für das Fachzentrum

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Auf der vierteljährlich stattfindenden Gremiensitzung im EFMK stellten sich die neuen Projektmitarbeiter Dr. Jens Uwe Holthuis (vorne links) und Luise Reiher (vorne rechts) vor. Anna Bartel (hinter Luise Reiher) hatte sich im August schon vorgestellt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates Axel Ebeler, Friedhelm Hagedorn, Otto Schilling, Jörg Speckmann und Stephan Kawemeyer, die Gesellschafter Bürgermeister Matthias Kreye, Friedhelm Niemeyer und Detlef Tänzer sowie die Leiterin des Hauses Dr. Michaela Meyer und der ehrenamtliche Geschäftsführer Reinald Schröder freuen sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit.

Ströhen - Wissenschaft und Forschung: Das ist neben der Umweltbildung eines der Ziele des Europäischen Fachzentrums Moor und Klima (EFMK) in Ströhen. Mit dem Fachzentrum wurde vor drei Jahren ein Raum zum wissenschaftlichen Diskurs, zur angewandten Umweltforschung und zum praktischen Moor- und Klimaschutz geschaffen.

Seit dieser Zeit hat sich viel getan, mittlerweile sind dort mehrere wissenschaftliche Projekte angesiedelt, heißt es in einer Pressemitteilung des EFMK. Auf der vierteljährlich stattfindenden Gremiensitzung des EFMK stellten sich nun die neuen Projektmitarbeiter vor.

Moore sind lebende Ökosysteme, in denen organische Substanz angereichert und zu Torf umgewandelt wird. Schon vor mehr als 1 000 Jahren diente in Mitteleuropa Torf als Rohstoff und auch in der heutigen Zeit wird er noch in großen Mengen verwendet. Allerdings ist Torf weit mehr als ein Rohstoff, den der Mensch für seine Zwecke nutzen kann, er ist Lebensgrundlage für viele zum Teil gefährdete Pflanzen und Tiere und hat einen unschätzbaren Wert für unser Klima und letztendlich für uns Menschen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Von den in Deutschland etwa 18 000 Quadratkilometer großen Moorflächen befindet sich etwas mehr als ein Drittel in Niedersachsen. Für den Schutz der Moore spielt Niedersachsen daher eine herausragende Bedeutung. Moore zu schützen, heißt Kulturarchive und Artenvielfalt zu erhalten, und wichtiger denn je, das Klima zu schützen. Im EFMK hat man sich den Moor- und Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben und möchte eine nachhaltige Moornutzung vorantreiben.

Fünfjähriges Projekt seit 2016

Bereits seit dem Jahr 2016 wird im Projekt „OptiMoor“ die Optimierung von Hochmoorsanierung auf landwirtschaftlich vorgenutzten Standorten zur Erhöhung von Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung entwickelt und erprobt. Die EFMK GmbH führt das fünfjährige Projekt als Hauptvorhabenträger in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock durch. Im Rahmen des Projektes werden auf Versuchsflächen im Landkreis Ammerland verschiedene Varianten bezüglich Wassermanagement, Oberbodenabtrag und Torfmoosbeimpfung zur Renaturierung von Hochmoorgrünland erprobt und wissenschaftlich durch die Universität Rostock begleitet. Das Hauptvorhaben läuft bis September 2019, die wissenschaftliche Begleitung noch zwei Jahre länger. Projektmitarbeiterin ist Anna Bartel.

Im Herbst dieses Jahres haben sich zwei weitere Projekte im EFMK angesiedelt. Seit dem 1. Oktober .2017 wird das Projekt „Nachhaltige Erden aus der Region – Grundlagen für Produktentwicklung und Zusammenarbeit in der Metropolregion Nordwest“ durchgeführt. Mit dem zweijährigen Projekt, dessen Bearbeitung die Mitarbeiterin Luise Reiher übernommen hat, verfolgt der Landkreis Diepholz zusammen mit Kooperationspartnern aus Abfallwirtschaft, Umweltschutz, Wirtschaft und Wissenschaft das Ziel, Moore zu schonen und den Torfabbau zu reduzieren. Hierfür werden gemeinsam Grundlagen für eine nachhaltige, torffreie Erdenherstellung und Entwicklung zu einer Produktlinie aus der Region für die Region erarbeitet. Gefördert wird das Projekt von der Metropolregion Nordwest.

Neues Projekt gestartet

Ebenfalls seit dem 1. Oktober 2017 gibt es das Projekt „CANAPE – Creating a new approach to peatland ecosystems“. Mit einem Projektbudget von gut 5,5 Millionen Euro fördert dieses EU-Projekt die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch innerhalb der Nordsee-Region, um das Moormanagement zu verbessern. Im Projektfokus stehen alternative Bewirtschaftungsmethoden zur Erhaltung und Wiederherstellung wichtiger Ökosystemleistungen. So testet CANAPE in Diepholz eine Paludikultur („Sphagnum-Farming“) als klima- und umweltschonende Bewirtschaftungsalternative wiedervernässter Moore und zur Torfsubstitution im Gartenbau.

Ein weiteres Teilprojekt ist die Schaffung widerstandsfähigerer Moorökosysteme: die Einrichtung extensivierter Pufferzonen (und eine mögliche Schilf-Paludikultur) zum Nährstoffentzug soll die Situation eines stark eutrophierten Moorsees im Einzugsgebiet intensiver Landnutzung verbessern. Der Biologe Dr. Jens-Uwe Holthuis wird mit seinem Know-how das Projekt vorantragen.

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