„Naturbilder schaffen auch Naturverständnis“

Willi Rolfes stellt Bilder in den Ströher „Moorwelten“ aus

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Willi Rolfes, hier vor einem Bild eines Blaukehlchens, präsentiert seine Bilder noch bis zum 14. Juli in Ströhen.

Ströhen - Willi Rolfes definiert seine Aufgabe als Naturfotograf verständlich, sinnstiftend und bodenständig: „Für mich ist die Fotografie des Moores und seiner Bewohner eine Herausforderung und ich sehe das als Naturerbe, das ich angetreten habe“. Er ist fest davon überzeugt: „Naturbilder schaffen auch Naturverständnis“.

Seine Ausstellung mit Fotografien von seltenen Augenblicken weit vor Sonnenaufgang oder zur blauen Stunde kurz vor Sonnenuntergang im Moor geschossen, den zahlreichen Bewohnern und wunderbaren Momenten wurde am 7. April vor kleinem Publikum in den Moorwelten eröffnet und läuft bis zum 14. Juli.

„Das Moor ist nicht das Alpenpanorama“

Was aber tatsächlich hinter den brillanten Fotografien der farbenfrohen Bewohner und der Flora steckt, das erläutert Rolfes den Besuchern vor dem Rundgang durch den großen Seminarraum und die Gänge in den Moorwelten. „Warum tut man das, warum gehe ich oft schon um drei oder vier Uhr ins Moor? Ich möchte die sperrige Optik des Moores entschlüsseln, im Kleinen und im Besonderen.“ Nähere man sich als Laie einem Moor, sei oft die Enttäuschung vor dem großen offensichtlichen Nichts zu stehen, den Betrachtern anzusehen. „Das Moor ist nicht das Alpenpanorama oder die spektakuläre Stadtsilhouette.“ Das Moor sei bescheiden, ruhig, beherberge im Stillen und Geheimen Fauna und Flora, die erobert werden will. Und das tut der Naturfotograf mit seiner Kamera und siehe da, das Moor offeriert seine Farbenpracht in allen Facetten.

Fotografie - Zeichnen mit Licht

Nur Makro sollte es sein, damit die Pracht des Sonnentaus, des blauen Frosches, des Wollgrases, der Libellen, Schmetterlinge, zahlreicher Vogelarten und die Farben zwischen Himmel und Erde zur Geltung kommen. „Willi Rolfes versteht sein Handwerk als Lichtzeichner“, nennt es Reiner Kowarik, Leiter der Moorwelten in seiner Einführung zur Ausstellung. Fotografie als Kunstform sei Zeichnen mit Licht.

Unter dem „Klick“ von Rolfes, der mit viel Geduld in der Natur ausharrt, gibt sich die Natur ihm preis. Was da entstand, ist gleichzeitig auch die Hochachtung vor dem Natur-Erbe. „Wie ist das mit dem Erben? Gibt man das Zugefallene einfach so aus oder weg?“, fragt er in die Runde und hat das schon oft gefragt und fast immer die Antwort „Nein, natürlich nicht“ erhalten. „So verstehe ich unsere uns umgebenden Moore als Naturerbe, als Verantwortung, als Ansporn dieses Erbe vermehrt oder wenigstens erhalten an unsere Kinder weiterzugeben.“ Er geht noch einen Schritt weiter: „Es ist uns aufgetragen, so zu handeln.“

Führung des Fotografen am 14. Juli

Neben seinen zahlreichen Bildern, hat er in dem Kontext zahlreiche Bücher herausgebracht. Darunter „Hommage an das Moor“ und „Das Naturerbe“. „Hommage an das Moor“ heißt auch die aktuelle Ausstellung in Ströhen. Warum dieser Titel, dazu hatte sich Kowarik Gedanken gemacht und kam zu dem Schluss: „Hommage von lateinisch homagium gleich Huldigung, das muss es sein.“

Wer zum Abschluss der Ausstellung, die durch die spektakulären Aufnahmen selbstständig zu den Betrachtern spricht, sich fachlich bereichern möchte, geht in den Vortrag am 14. Juli in die Moorwelten. Dann erläutert Willi Rolfes noch einmal seine Sicht durch den Sucher und dem was sich ihm so wunderbar präsentiert und ihm so wichtig ist, festzuhalten, um aufzuklären.

sbb

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