Nachwuchsmelker stellen ihre Fähigkeiten in Wagenfeld unter Beweis/Auszubildende ebenfalls zufrieden/Ergebnisverkündigung am 3. Dezember

„Ihr verlasst euch nicht allein auf die Technik, sondern handelt bewusst“

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Geschäftiges Treiben im Melkstand: Wo normalerweise zwei Personen arbeiten, waren es beim Melkwettbewerb auf dem Betrieb Cording in Wagenfeld bis zu 20.

Wagenfeld - „Das sind aber viele Knöpfe!“ Mancher Teilnehmer beim diesjährigen Melkwettbewerb der landwirtschaftlichen Auszubildenden war überrascht von der Technik im Melkstand der Familie Cording in Wagenfeld. Kein Wunder, denn die Bauformen der Melkstände können sehr unterschiedlich sein. Und längst nicht jeder Nachwuchslandwirt absolviert die Ausbildung schwerpunktmäßig auf einem Milchviehbetrieb.

Aber Ausreden hatten keine Chance. Auf dem Programm stand der Melkwettbewerb. Veranstaltet wird er alle zwei Jahre von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mit dem Ziel, den besten Nachwuchsmelker zu küren. Im Landkreis Diepholz stellte der Betrieb Cording seinen Melkstand bereits zum zweiten Mal zur Verfügung. „Wir wollen etwas für den Nachwuchs tun“, so Juniorchef und Landvolk-Mitglied Dirk Cording, „und unser Doppel-16er-Melkstand bietet sich für den Melkwettbewerb geradezu an.“

Insgesamt 18 Auszubildende aus den Landkreisen Diepholz und Nienburg traten an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Aufregung war spürbar, bei den Menschen ebenso wie bei den Kühen. Die von Natur aus sehr neugierigen Tiere konnten sich gar nicht sattsehen an den zahlreichen Menschen im Melkstand. Die dadurch entstandenen Verzögerungen beim Ein- und Austrieb konnten aber alle verschmerzen.

Nach einer Einweisung in den Melkstand ging es für die zukünftigen Landwirte zur Sache: Beim Melken zählten sowohl die technisch korrekte Handhabung des Melkzeugs als auch Aspekte des Tierschutzes und der Melkhygiene. Jeder Handgriff musste sitzen – und auch die Reihenfolge stimmen. Gar nicht so einfach. Vor allem, wenn man das Melken gewohnt ist und die eigene Routine vom vorgegeben Ablauf abweicht.

Bewertet wurden die Leistungen von verschiedenen Richtern: Milchviehexperten von der LWK, von den Beratungsringen und dem Milchkontrollverein sowie einige Landwirte und Berufsschullehrerin Karen Backhaus schauten den Azubis über die Schulter.

Trotz Nervosität seien die Ergebnisse „gut bis sehr gut“ gewesen, fasste Richter Erwin Wohlking vom Milchkontrollverein die Resultate zusammen und lobte: „Ihr verlasst euch nicht allein auf die Technik, sondern handelt bewusst, das ist gut so.“

Die Auszubildenden zeigten sich ebenfalls zufrieden. „Das war viel besser, als ich erwartet habe“, so Pia Kutsch, die gerade ihr zweites Lehrjahr in direkter Nachbarschaft zu Cordings auf dem Betrieb Nackenhorst absolviert. Ausbilder Henrik Nackenhorst, der in seiner Lehrzeit selbst am Melkwettbewerb teilgenommen hat und es bis zum Bundesentscheid schaffte, durfte selbst richten. „Das hat Spaß gemacht“, meinte er und erinnerte sich: „Wenn du etwas kannst und dann so weit kommst, das motiviert ungemein.“

Nun warten alle gespannt auf die offiziellen Ergebnisse. Diese werden am 3. Dezember beim Tierbeurteilungswettbewerb bekannt gegeben. Für die Teilnehmer heißt es dann „Dranbleiben an der Kuh“, denn die Sieger dürfen sich am 7. Dezember beim Bezirksentscheid mit den Siegern aus anderen Bezirken messen.

Familie Cording hofft derweil auf bessere Erzeugerpreise für die Milch. 300 Kühe hält der Betrieb. Eine Anzahl, die noch vor wenigen Jahren locker zum Leben gereicht hätte. Erst vor sechs Jahren wurde aufgestockt und der neue Melkstand gebaut. Doch beim Gedanken an die aktuellen Milchpreise muss Dirk Cording schlucken. „Wir haben investiert“, sagt er, „jetzt müssen wir auch weitermachen.“

tzi

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