Muskelkater vom Melone-Schneiden

Redakteurin testet Aroha-Fitness

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Beim Selbstversuch kommt unsere Redakteurin ganz schön ins Schwitzen. Hier macht sie die Übung „Schild“.

Ströhen - Von Katharina Schmidt. In der neuen Turnhalle in Ströhen wird bereits ordentlich gespielt, geprobt und geschwitzt. Das geht aus dem Belegungsplan hervor, den die Gemeinde auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Für montags sind unter anderem Tanzen und Yoga aufgelistet, dienstags folgt Gesundheitssport, Aroha und ... – Moment mal. Was zum Teufel ist Aroha? Um das herauszufinden, schnüre ich meine Turnschuhe und probiere das Angebot des TSV Jahn Ströhen aus.

An der Halle angekommen erfahre ich, dass ich mir die Mühe mit dem Schnüren (oder überhaupt mit dem Finden) meiner Turnschuhe hätte sparen können. Kurz vor Beginn meiner ersten Aroha-Stunde erklärt mir Kursleiterin Tina Gutthardt, dass man bei diesem Training weder Schuhe noch Socken braucht. Aroha ist ihr zufolge eine Mischung aus Kung-Fu, Tai-Chi und maorischem Kriegstanz. „Anstrengende und entspannende Elemente wechseln sich dabei ab.“

Uff – Kung-Fu und Kriegstanz? Ich bin skeptisch, aber neugierig. So stehe ich wenig später zusammen mit zehn weiteren Frauen barfuß inmitten der schicken Halle. Aus Lautsprechern ertönt Musik im Dreivierteltakt. Ich höre Trommeln heraus. Die Melodie ist ruhig. Sie erinnert mich ein wenig an Filmszenen, in denen asiatische Krieger in epische Schlachten ziehen. Vielleicht hat sich aber auch einfach das Bild mit dem Kriegstanz zu sehr in meinen Kopf eingebrannt. Insgesamt spornt die Musik an – und das zählt.

„Schild“ als Lieblingsübung

Gutthardt beginnt, ihre Arme nach oben zu strecken. Wir tun es ihr gleich. In den nächsten 60 Minuten folgen mehrere kraftvolle Übungen. Sie gehen fließend ineinander über, wiederholen sich, sind unkompliziert und bringen die Muskeln ordentlich auf Spannung. Liegestütze und Sit-ups kommen zu meiner Erleichterung nicht vor.

Eine Übung, die mir besonders gefällt, nennt sich „Schild“. Dabei spannen wir unsere Arme – links und rechts im Wechsel – vor unserem Körper an, als ob sie in der Schlaufe eines Schildes stecken würden (falls die Vorstellungskraft fehlt: siehe Bild unten). „Stellt euch vor, ihr müsstet jemanden beschützen – eure Kinder, euren Mann oder euer Haustier“, sagt Gutthardt. Okay, mein Hund würde mit mir als Beschützerin wohl jämmerlich verrecken. Spaß machen die Bewegungen trotzdem.

Abschalten und entspannen

Bei anderen Übungen sollen wir uns vorstellen, einen Gegner abzublocken oder eine Wassermelone mit der Handfläche zu zerschneiden. Die Umschreibungen klingen erst einmal komisch, helfen aber, die Übungen zu visualisieren und die richtigen Muskeln im richtigen Moment anzuspannen. Bei all dem kann ich wunderbar vom Alltag abschalten.

Tina Gutthardt leitet den Aroha-Kurs. - Foto: Schmidt

Abschalten und entspannen – das sind laut Gutthardt neben den Trainingsaspekten wesentliche Ziele von Aroha. Ihre Begeisterung für diese in der Region noch recht unbekannte Fitnessart ist vor nicht allzu langer Zeit auf einer Fortbildung des Deutschen Turner-Bundes entfacht. Beim TSV Jahn Ströhen mischt sie seit 1999 mit.

Schnuppertraining am 6. Februar

Insgesamt ist Aroha schwer zu beschreiben. Es lässt sich besser selbst ausprobieren. Wer Lust dazu hat, kann am Dienstag, 6. Februar, bei einem kostenlosen Schnuppertraining in der Ströher Halle mitmachen. Von 18 bis 19 Uhr bietet Gutthardt eine Stunde für jedermann beziehungsweise jedefrau an. Anschließend folgt von 19 bis 20 Uhr eine Einheit nur für Männer. Wer auf den Geschmack kommt, kann sich anschließend eine Zehnerkarte kaufen (25 Euro für TSV-Mitglieder, ansonsten 50 Euro). Wer Fragen hat, kann Gutthardt unter der Nummer 0151 59087709 erreichen.

Mein Fazit: Reinschnuppern lohnt sich. Eigentlich hat mir nur eines nicht gefallen: der Muskelkater am Tag danach.

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