Vielfalt beim „Tag der Regionen“ in Ströhen

Von „Moordern art“ bis Herdenschutz

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Im Strandkorb konnten ganz entspannt die Beine hochgelegt werden, um Kraft für die nächsten Stationen zu tanken. 

Ströhen - Von Sabine Brauns-Bömermann. Wer sich die Mühe machte, stehenzubleiben und mit den Ausstellern, Verantwortlichen und Helfern an den zwei „Tag der Regionen“-Tagen auf dem Gelände der Moorwelten und des Europäischen Fachzentrums für Moor und Klima (EFMK) in Ströhen zu plaudern, erfuhr viel Interessantes und erlebte nette Menschen.

Zwar war der Besuch quantitativ nicht so wie im vergangenen Jahr, der Mehrwert an Wissen, einer tollen, sinnlichen Erfahrung und dem Abbau von Vorurteilen groß. Kein Frei-, kein Bauern-, kein Attraktionen-Markt im herkömmlichen Sinne erwartete die Besucher. Dafür aber der neu entdeckte Reichtum der Moore im Torfmoos-Klassenzimmer unter dem Binokular und anhand von Versuchen, ein fundiertes Gespräch beispielsweise mit Stephanie Grimberg von der Schäferei Grimberg im Renzeler Moor und ihrem Appell für Herdenschutzhunde. Oder den neuesten Projekten des im Fachzentrum angesiedelten BUND Diepholzer Moorniederung im Dialog mit Geografin Luisa Stemmler. So das Wiesenweihen-Schutzprojekt „Ein Nest im Kornfeld“, das derzeit sogar mit modernster Technik mittels Drohne vom BUND in Ströhen unterstützt wird. „Neue Technik und der verantwortungsvolle Umgang damit sind kein Widerspruch, beachtet man Regeln“, erläutert die Wissenschaftlerin.

„moordern art“ mit fossilen Skulpturen

In Nachbarschaft zum BUND im Ausstellerzelt die Bild-Ausstellung von Timo Friedhoff „Historische Obstnutzung in Wagenfeld“ mit Obstsorten zum Begreifen unmittelbar aus der Region. Draußen erwarteten die Besucher fossile Skulpturen aus Mooreiche als „moordern art“ quasi, vor Ort handgeschmiedete Eisenpfannen für mindestens drei Generationen, Milchprodukte der Siebenhäuser Molkerei aus Rehden und handgeschlagene Stricke der Strickeschläger aus Tonnenheide als Besonderheit der Region. Wer gar nicht unbedingt „bespielt“ werden wollte, sondern einfach den fantastischen Spätsommertag erleben wollte, zog die Schuhe aus und erfühlte den sinnlichen Barfußpfad der Moorwelten. Nahm im „Mein Niedersachsen“-Strandkorb Platz und ruhte aus. So wie die Schafe von Schäfer Jan Teerling, die sich schlau in den schattigen Anhänger zu ihrem Raufutter verabschiedeten.

Was als Reichtum der Moore in der Diepholzer Moorniederung gilt: Ganz schön durstig, geheimnisvoll, klimafreundlich, irgendwie anders, vielfältig, galt für das fein bestückte „Regionale Schaufenster“ und seine Aussteller. Die klagten ein wenig über die geringe Besucheranzahl. Doch auch sie gewannen den mit Luftmaschen gestrickten, lockeren Besucherstrom mit Humor: „Dabeisein ist alles und die Atmosphäre stimmt“.

Sonne, Sonntag und Familie

Für den sonntäglichen geistlichen Einstieg sorgten in einem ökumenischen Gottesdienst im Seminarraum der Moorwelten Claudia Rolke, Armin Hagedorn und Pastor Dirk Brandt. Unterstützt wurden die Seelsorger durch den Chor „Zeitlos“ aus Ströhen. Dirk Brandt hatte passend zum Fachzentrum „grün“ angelegt als Stola. „Das ist das erste Mal für mich, ist angenehm und lässt noch aufrechter gehen“, so der Pfarrer.

Tag der Regionen in Ströhen

Die gute Laune von Sonne, Sonntag und Familie unterstrichen die Showband „Phantom Brigade“ aus Wagenfeld, Tanzgruppen der Ströher Landjugend und das Engagement des Kindergartens in Ströhen mit einem Kreativstand zum Basteln mit Naturmaterialien.

Fazit der zwei Tage: Natur schafft Wissen, Natur braucht Wissen – und macht Spaß.

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