Klangvolle Forschungsreise

Wagenfelder Komponist Michael Mikolaschek entstaubt die Königin der Instrumente

Pianist und Komponist Michael Mikolaschek an der Kuhn-Orgel in der Stadtkirche Solothurn.
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Pianist und Komponist Michael Mikolaschek an der Kuhn-Orgel in der Stadtkirche Solothurn.

Komponist und Pianist Michael Mikolaschek erforscht die klanglichen Möglichkeiten von Kirchenorgeln im Zusammenspiel mit anderen Klängen aus dem Synthesizer im Rahmen eines Forschungsprojekts.

Wagenfeld – Sie gilt als die Königin der Musikinstrumente – und hat trotzdem ein leichtes Imageproblem. Altmodisch, etwas verstaubt erscheint die Kirchenorgel vielen Menschen, die mit ihr vor allem klassische Kirchenmusik verbinden. Dabei kann sie viel mehr als Bach und Brahms, wenn man sie nur lässt. Der Wagenfelder Pianist, Komponist und bekennende Kirchenorgel-Fan Michael Mikolaschek beweist das regelmäßig, wenn er auf kleinen wie großen Orgeln Rock, Pop und sogar Metallica-Songs spielt. „Ich liebe es, in diesem Raum zu sitzen und vieles auszuprobieren“, sagt er.

Jetzt möchte er den klanglichen Möglichkeiten von Kirchenorgeln im Zusammenspiel mit anderen Klängen aus dem Synthesizer im Rahmen eines Forschungsprojekts auf den Grund gehen. „Entstaubt die Königin! – Traditionelles und Visionäres in der Begegnung von Kirchenorgel und Synthesizer“ hat er das Vorhaben überschrieben, das mit 5000 Euro aus dem Förderprogramm Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt wird.

Den positiven Bescheid hat Mikolaschek vor wenigen Tagen von der Gema bekommen, die seinen Antrag geprüft hatte. Vier Monate hat der Musiker nun Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. „Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass jetzt etwas passiert“, sagt er über das Förderprogramm des Bundes zur Unterstützung von Künstlern.

In den vier Monaten des Stipendiums möchte Michael Mikolaschek auf Klangreise durch Deutschland und die Schweiz gehen, neue Klänge und neue kreative Ansätze finden. „Dabei verstehe ich den Titel ,Entstaubt die Königin!‘ mit einem Augenzwinkern und als Motivation, der Königin der Instrumente ganz neue Klänge zur Seite zu stellen. Quasi als Kontrast und belebendes Gegenüber.“

Dieses belebende Gegenüber ist ein echtes „Klangmonster“. Noch kurz vor der Pandemie – ein ähnliches Projekt hatte er schon 2020 gemeinsam mit der Musikschule Vechta geplant, aber nicht mehr umsetzen können – hatte Mikolaschek einen Korg Kronos SE Synthesizer angeschafft. Der biete mehr als 3 500 spannende Einzelklänge von Meeresrauschen bis zu virtuellen Chören, die zu komplexen Klanglandschaften von bis zu 16 Klängen übereinandergelegt werden könnten, erläutert der Musiker. Variationsmöglichkeiten ohne Ende also.

„Um das Ganze im Klangraum Kirche adäquat erklingen zu lassen, habe ich mir überlegt, zur Verstärkung des Synthesizers eine große Bose-L1-Klangsäule zu verwenden. So verschmilzt der Surround-Klang der Elektronik mit den Klängen der Kirchenorgel zu einem homogenen Ganzen“, erklärt Mikolaschek.

„Ziel ist es, ein Gesamtkunstwerk aus Natur- und Industriegeräuschen, sphärischen Echo-Effekten, elektronisch verfremdeten Orchester- und Chorklängen und eben den Klängen der Kirchenorgel zu schaffen“, so der Musiker.

Und warum überhaupt das Ganze? „Weil Kirchenorgeln in einer muffigen Ecke gelandet sind.“ Und weil sie dort für ihn absolut nicht hingehören. Nicht alle, aber viele Kirchengemeinden stellten ihre Orgel für Konzerte mit moderner Musik zur Verfügung, weil sie ihre Attraktivität auch für jüngere Menschen steigern wollten, so Mikolaschek.

Das Ergebnis seiner Klang-reise möchte er nach Abschluss der Entwicklungszeit Mitte Februar einem Konzertpublikum präsentieren. Ein erstes Zwischenergebnis will Michael Mikolaschek aber schon am Samstag, 20. November, von 19.30 bis 20.30 Uhr bei einem Konzert in der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Rehden vorstellen. „Wer etwas Ungewöhnliches hören möchte, sollte kommen“, so der Musiker. Bei der Veranstaltung gilt die 3G-Regel. Für weitere Informationen und Anmeldungen steht das Büro der Kirchengemeinde dienstags und freitags von 15 bis 17 Uhr zur Verfügung, Tel. 05446/614.

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