Viele Experimente

Malerin Bärbel Wisloh zeigt Werke in der Auburg

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Die Bassumer Malerin Bärbel Wisloh zeigt in der Wagenfeler Auburg die große Bandbreite ihrer informellen Kunst.

Wagenfeld – „Das ist alles von ihr?“ lautet eine der Fragen zur neuen Ausstellung in der Wagenfelder Auburg während der Vernissage am Sonntag. Sie heißt „Perlentaucher“ und war Auftakt zum Tag des offenen Denkmals, zu dem der Kulturkreis Auburg eingeladen hatte und in dessen Verlauf Timo Friedhoff über Historisches aus der Gemeinde berichtete.

Die sehr unterschiedlichen Bilder von Bärbel Wisloh zeigen einen Querschnitt der Arbeit der Künstlerin aus Bassum. Der erste Rundgang und die Einführung in die Ausstellung von Carmen Finkenstädt schaffen Annäherung und Verständnis für den Ansatz der Malerin und ihr Credo „Kunst und Soziales“.

Wisloh arbeitet in Sulingen bei der Lebenshilfe und ist Diplom Kunsttherapeutin-Pädagogin und Autismusfachberaterin. „Meine Bilder sind immer in Bewegung, ich improvisiere und fange einfach intuitiv ohne Idee an“, erläutert die Malerin, die in einer Malerfamilie aufwuchs und ihre Farben immer selbst mischt. „Das ist wie Kochen, das geht nach Rezept.“

Schon immer hätten die leuchtend bunten Farbpigmente in der alten Malerwerkstatt ihres Opas es ihr angetan, erklärt Finkenstädt den Gästen der Vernissage. Noch heute entstünden Wislohs Farben aus Pigmenten, Eiern, Leinöl, Wasser und einem Schuss Lavendelöl. „Das nennt sich dann Ei-Tempera“, so Finkenstädt. Wisloh benutzt keine Farbe aus der Tube.

„Es kann sein, dass ein Bild heute noch so strahlt und morgen verändert wird von mir“, betont Wisloh. Ein Bild sei aus der Sicht des Erschaffers nie fertig.

Die Bassumerin ist Mitglied im Verein „Kunst in der Provinz“ und malt, so lange sie denken kann. Sie probiert viel aus, das zeigen die unterschiedlichen Exponate: Es ist farbige informelle Kunst, wo Form und in die Hand übersetzte Gefühle eine Rolle spielen. In einer Ecke hängt eine Serie in zarten Pastellfarben, die sie „Sekundenbilder“ nennt. Kein Sand oder Mehl wurde hier für eine Auffaltung in die dritte Dimension verwendet, sondern zerknülltes Schuhkarton-Einlege-Seidenpapier. Zart gefärbt, entstand ein Hauch von Irgendwas.

Gegenüber hängen „Reißbilder“. „Ich habe alte Werke zerrissen und neu collagiert“, erklärt die Künstlerin. Die Idee von einzelnen Blumen entsteht, aber letztlich bleibt die Interpretation jedem Betrachter selbst überlassen.

Im Eingang hängt eine Serie „Siebdruck-Motive“, die an Elektronikbauteile oder Knötchen wie Nerven-Synapsen erinnern. „Ich habe nur ein Sieb benutzt. Dies gedreht und unterschiedlich gesetzt, Farben übereinandergelegt“, erklärt Wisloh.

Die wie Skizzen anmutenden Graphitzeichnungen im Saal beschreibt sie als nicht unfertig. „Sie sind fertig, sie zeigen, wie Form entsteht.“

Nicht auszuschließen sei allerdings, dass es ihr plötzlich einfalle, das Grau-Weiß zu kolorieren, dann natürlich mit Ei-Tempera, denn das seien die Farben mit der höchsten Leuchtkraft.

Die Künstlerin gibt zu, dass sie sich am Anfang ihres Schaffens stark für den künstlerischen Ausdruck interessierte. Heute sei sie von der positiven Wirkung von Kunst auf die Gesundheit eines Menschen überzeugt. Das bringe der Beruf mit sich. Gerne teilt sie diese Erfahrungen und stellt ihre Bilder aus.

„Tauchen Sie nach den Perlen“, erweitert Finkenstädt den Titel der Ausstellung, allerdings sei wichtiger als das Finden, dass Gefühle hervorgerufen würden.  sbb

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