Elternrat der Grundschule stellt Antrag für Ampel und organisiert Verkehrslotsen-Netzwerk

Mehr Sicherheit am Zebrastreifen

Am Zebrastreifen an der Oppenweher Straße in Höhe der Grundschule in Wagenfeld herrscht viel Verkehr. Nicht alle Autofahrer halten vorschriftsmäßig, wenn Kinder die Straße überqueren möchten. Foto: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Die Verkehrssituation am Zebrastreifen in Höhe der Grundschule an der Oppenweher Straße in Wagenfeld bereitet dem Elternrat schon seit längerem Sorgen. Autofahrer seien auf der Durchgangsstraße häufig recht flott unterwegs und hielten am Zebrastreifen selbst dann nicht an, wenn Kinder ihn offenkundig überqueren wollten, beklagt Elternratsvorsitzende Dr. Susanne Greschat-Schade.

Um die Situation zu entschärfen, verfolgt der Elternrat derzeit zwei Ansätze: Zum einen hat er bei der Gemeinde die Errichtung einer Ampelanlage an der Oppenweher Straße beantragt. Darüber wird der Fachausschuss in der kommenden Woche beraten. Zum anderen bemüht er sich um den Aufbau eines Verkehrslotsen-Netzwerkes, für das er noch Mitstreiter sucht.

Verkehrslotsen

Unter anderem hatte der Elternrat während des Großmarktes im Gewerbezelt um Ehrenamtliche geworben, die ein bisschen Freizeit zur Verfügung stellen, um Schulkindern sicher über die Straße zu helfen. Die Resonanz war laut Greschat-Schade gut. Zwölf Personen hätten ihr Interesse bekundet, berichtet sie auf Nachfrage. Wer das Projekt ebenfalls unterstützen möchte, kann sich mit Greschat-Schade unter Telefon 0179/4855713 in Verbindung setzen.

Die Verkehrslotsen sollen täglich von etwa 7.25 bis 8 Uhr vorrangig an der Oppenweher Straße zum Einsatz kommen, wenn sich genügend Freiwillige beteiligen eventuell auch am Branntweinsweg auf der gegenüberliegenden Seite der Grundschule. Angestrebt ist ein Dienst alle zwei Wochen. Die Ausbildung erfolgt laut Elternrat durch die Polizeiinspektion Diepholz, die Ausrüstung stellt die Verkehrswacht Diepholz, und die Versicherung übernimmt die Gemeinde.

Ampelanlage

Darüber hinaus würde sich der Elternrat die Installation einer Ampelanlage an der Oppenweher Straße wünschen. Einen entsprechenden Antrag hat die Vorsitzende Mitte August an die Gemeinde gesandt. Man erhoffe sich dadurch eine deutliche Erhöhung der Sicherheit, heißt es in dem Antrag. Die gefährliche Situation an dieser Stelle führt zudem zu einer Verschlechterung der Verkehrssituation im Branntweinsweg auf der anderen Zugangsseite zur Grundschule, da derzeit viele Eltern bevorzugten, ihr Kind mit dem Auto direkt vor die Schule zu fahren. „Eine Reduzierung dieser ,Eltern-Taxis‘ im Branntweinsweg könnte daher ein weiterer positiver Folgeeffekt einer Ampelanlage in der Oppenweher Straße sein.“

Zwar sehen Verkehrs- und Straßenbaubehörde laut Verwaltung an der Oppenweher Straße keinen Unfallschwerpunkt. Es habe dort in den vergangenen Jahren keinen Unfall mit Fußgängerbeteiligung gegeben, und Verkehrszählungen hätten ergeben, dass die Querungszahlen sowohl der Fahrzeuge als auch der Fußgänger teils deutlich nicht ausreichten, um von Seiten der Behörden eine Ampelanlage anzuordnen.

Die Polizei bestätigt laut Beschlussvorlage dagegen die Wahrnehmung der Eltern, dass der Zebrastreifen bei Auto- und Lkw-Fahrern „offenbar wenig Akzeptanz“ habe. Und das, obwohl er unter anderem durch Verengung der Fahrbahn optimiert worden sei. Aus Sicht der Polizei wäre eine Ampelanlage ein Sicherheitsgewinn – auch für die Situation am Branntweinsweg. Denn sie unterstützt die Einschätzung des Elternrates, dass sich dadurch der Hol- und Bringverkehr auf dem Hauptparkplatz reduzieren würde und Eltern verstärkt die Parkplätze am Gemeindehaus und Rathaus direkt gegenüber des Zebrastreifens nutzen würden.

50 000 Euro Kosten

Vor diesem Hintergrund haben Verkehrs- und Straßenbaubehörde der Gemeinde in Aussicht gestellt, dass sie einen Antrag auf Errichtung einer Ampelanlage nicht ablehnen würden. Sämtliche Kosten für Errichtung, Betrieb und Wartung sowie den Rückbau des Zebrastreifens müsste allerdings die Gemeinde selbst tragen. Die Verwaltung beziffert sie mit etwa 50 000 Euro. Fördermittel seien nicht zu erwarten. Der Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschuss wird in seiner Sitzung am Mittwoch, 18. September, darüber beraten, ob die Ampel errichtet werden und die Mittel im Investitionshaushalt 2020 berücksichtigt werden sollen.

Infoabend für Lotsen

Für alle, die sich ein Engagement als Verkehrslotse vorstellen können, hat der Elternrat einen Infoabend mit einem Fachmann der Polizei organisiert. Er beginnt am Montag, 16. September, um 19 Uhr in der Grundschule. Dort werden Fragen zu erforderlichen Schulungen, Ausrüstung, Versicherung und ähnlichem erörtert.

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