Glasfaser im Landkreis Diepholz

Mehr als 50 Internet-Infoabende

Mit großflächigen Plakaten wirbt Nordischnet für die Info-Veranstaltungen zum Thema Glasfasernetz – wie hier in Bassum-Bramstedt. Foto: Anke Seidel

Sie ist kaum dicker als ein Haar, überträgt Informationen über Lichtwellen – und das extrem leistungsstark: Per Glasfaser sollen rund 15 300 Gebäude im Landkreis Diepholz mit Internet versorgt werden. Wie und zu welchen Konditionen, darüber informieren der Landkreis und sein Partner Nordischnet als Betreiber in speziellen Ortsversammlungen. Weit über 50 Internet-Infoabende sind geplant.

Landkreis Diepholz – Weiße Flecken gibt es im Landkreis Diepholz mehr als genug: Rund 15 300 Gebäude und insgesamt 19 000 Wohneinheiten verfügen in diesem Lebensraum über keinen ausreichenden Internet-Anschluss, sprich sind mit weniger als 30 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) versorgt. Um das zu ändern, investiert der Landkreis 180 Millionen Euro.

„Wagenfeld ist überproportional schlecht versorgt“, nennt Kreisrat Jens-Hermann Kleine einen neuralgischen Bereich. Allein dort, sprich in einem Bereich von 117 Quadratkilometern, sind fast 2 000 Gebäude unterversorgt. Genau deshalb begann dort am Mittwochabend der Auftakt für die mehr als 50 Informationsveranstaltungen zum Breitbandausbau des Landkreises Diepholz – ein Projekt mit historischem Charakter, das Landrat Cord Bockhop in seiner Bedeutung mit dem einstigen Bau von Wasser- und Stromleitungen verglichen hat. (Ein ausführlicher Bericht über die Informationsveranstaltung in Wagenfeld folgt.)

Genauso wie ein Telekommunikations-Unternehmen muss die Kreisverwaltung die Infrastruktur für die virtuellen Kommunikationswege der Zukunft schaffen, aber – anders als private Unternehmen – alle Arbeiten öffentlich ausschreiben. Es sind Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, die sich in diesen komplexen Bereich eingearbeitet haben. Und die Weichen dafür stellen, dass der Landkreis sein künftiges Glasfasernetz an seine Pächterin, die GVG Glasfaser GmbH, übergeben kann. Ihr Provider (Betreiber) Nordischnet übernimmt die Vermarktung – und informiert die Bürger im Landkreis gemeinsam mit dem Bauherren und Verpächter, also dem Landkreis Diepholz.

Die GVG Glasfaser hat bereits mehr als 25 000 Kunden in Schleswig-Holstein. Die Versorgung des Landkreises Diepholz mit Glasfaser ist das erste niedersächsische Projekt des Unternehmens. Nordischnet bietet für Privatkunden Produkte in einer Bandbreite zwischen 200 und 500 MBit/s – und für Geschäftskunden Lösungen mit einem GBit/s.

So schnell wie möglich soll mit dem Bau des Breitbandnetzes begonnen werden, für das Tiefbauarbeiten in einem Umfang von rund 2 000 Kilometern (plus Hausanschlüsse) ausgeschrieben und umgesetzt werden müssen. Mehr als 40 Förderanträge hat der Landkreis Diepholz bereits gestellt, erläutert Kreisrat Kleine. Rund 60 Millionen Euro fließen demnach aus Bundesmitteln, sieben weitere Millionen kommen von Land und EU. Der vorzeitige Maßnahmenbeginn stelle sicher, dass der Landkreis so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen kann.

Eines steht schon fest: 800 Gebäude können im Flächenlandkreis Diepholz durch dieses Projekt nicht mit schnellem Internet versorgt werden – darunter laut Jens-Hermann Kleine auch Schulen.

„Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar“, so der Kreisrat. Denn allein für den Anschluss dieser Gebäude wären 38 bis 40 Millionen Euro zu zahlen gewesen. Weil Bund und Land ein weiteres Programm auflegen, werde es aber „relativ zeitnah“ eine Lösung geben.

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